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Das Laufspezial : Endorphine verursachen Glücksmomente

  • -Aktualisiert am

Glücksgefühle durch Endorphine Bild: Bindrim/laif

Viele Läufer schwärmen von überwältigenden Glücksminuten während eines Rennens. Verursacher ist das Hormon Endorphin, das ansonsten in Not-Situationen ausgeschüttet wird.

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          „Ich habe mich gefühlt, als würde ich fliegen“. Diesen Ausspruch eines Lauf-Begeisterten hat wohl jeder schon einmal gehört. Viele können allerdings nichts damit anfangen und tun ihn gleich in das Reich der Fabeln ab. Dabei hat es eine Menge mit ihm auf sich.

          Bei einer gewissen Art von Lauf - bei längeren Läufen über mehr als eine Stunde oder mit einer hohen Intensität und einer guten Tages-Verfassung - beginnt der Körper ein bestimmtes Hormon, das Endorphin, auszuschütten. Wenn sich der Endorphin-Spiegel im Blut zu erhöhen beginnt, stellt sich ein Glücksgefühl bei dem Läufer ein, das über Stunden anhalten kann.

          Hormon eng verwandt mit dem Morphin

          Dabei kommt dieser kleiner Rausch nicht ganz zufällig zustande. Schon im Wort Endorphin zeigt sich die Ursache, denn die Ähnlichkeit im Erleben zu dem Rauschstoff Morphin ist nicht zufällig, nur viel, viel ungefährlicher. Das Wort Endo stammt aus dem Griechischen und bedeutet innerlich.

          Rein chemisch sind diese beiden Stoffe eng miteinander verwandt und führen daher auch zu ähnlichen Gefühls-Bewegungen. Endorphin gehört somit zur Gruppe der endogenen, innen geborenen Opiate. Unser Körper ist in der Lage, seinen kleinen eigenen, Rausch zu erzeugen.

          Sonne und Not-Situationen als Auslöser

          Eine Ausschüttung des Hormons Endorphin in kleinsten Mengen kann schon allein durch Sonnenstrahlen hervorgerufen werden. Jeder kennt das Glücksgefühl im Frühjahr, wenn nach einem langen Winter endlich die Tage länger werden und die Sonnenstunden zunehmen. Aber auch ein Lauf bei wunderschönem, klaren Winterwetter kann ein ähnliches Hochgefühl hervorrufen.

          Hohe Dosen Endorphin sind vom Körper ursprünglich für lebensbedrohende Situationen vorgesehen. Sie lassen den Menschen die Schmerzen vergessen und versetzen ihn in die Lage, sonst geschützte Leistungs-Reserven abzurufen. Auch bei Frauen, die gerade ein Kind gebären, erhöht sich der Endorphin-Spiegel erheblich.

          Die Hirnanhangdrüse „freut“ sich über Bewegung

          Hormonell gibt es aber viele weitere positive Wirkungen durch sportliche Aktivitäten. Die Hypophyse oder deutsch Hirnanhangdrüse, die als Schaltzentrale übergeordnet für die Hormonsteuerung zuständig ist, „freut“ sich ebenfalls über viel Bewegung, wird dadurch angeregt und bringt einen durcheinander geratenen Hormonhaushalt wieder in Ordnung. Der Stoffwechsel wird ordentlich angeheizt, der Körper arbeitet wie früher.

          Zudem werden durch stetiges Laufen die Knochen ständig belastet. Sie bleiben länger hart und stärker vor Osteoporose geschützt. Durch Laufen bleibt der Zuckerspiegel konstant, das Gehirn wird viel stärker durchblutet und die Denk-Leistung nimmt zu. Viele Läufer kennen die Momente: Am Schreibtisch bleiben die Ideen aus. Nun im Wald und in der freien Natur kommt die Fantasie wieder auf Touren, und das berufliche Problem zu lösen, erscheint einem wie ein Klacks.

          Seelisches Gleichgewicht wird gestärkt

          Ein weiterer Effekt lässt sich wissenschaftlich kaum belegen, denn einen zu messenden Hormonspiegel gibt es dafür nicht. Aber in Befragungen wird als subjektives Empfinden immer wieder angegeben, dass Läufer sich durch die Bewegung stärker gegen Stress geschützt fühlen.

          Die Lebensfreude nimmt bei vielen zu. Bei Depressionen kann Laufen sogar als Behandlungs-Methode eingesetzt werden, Wunder dürfen dabei allerdings nicht erwartet werden. Ein weiterer Effekt: Viele Ärzte sprechen von einer Vitalisierung. Damit ist die Zunahme der Libido oder des sexuellen Empfindens sowohl bei Frauen als auch bei Männern gemeint.

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