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Das war das Sportjahr 2018 : Nur die Tabelle lügt nie – und der Markt

Den Moment auf ewig einfrieren: Das wünscht sich der Sieger im Augenblick des Triumphes. Alle anderen setzen auf die nächste Chance, im neuen Jahr. Bild: Imago

Was ist wahr geblieben? Was war nur Stand jetzt? Sicher ist nur: Auch das Sportjahr 2018 geht nun vorbei. Es war nicht gerade ein Champagner-Jahr – aber auch keins, um abstinent zu werden. Ein Rückblick.

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          Stand jetzt. Es sind die zwei Worte des Sportjahres 2018. Sie sagen: Der Sport, ja auch: das Leben, das ist immer nur eine Momentaufnahme. Ein augenblicklicher Zwischenstand. Ein Pegelausschlag zwischen Wirklichkeit und Möglichkeit. Stand jetzt: Das hält sich die Möglichkeiten offen. Ist sozusagen das Kleingedruckte zum Treueschwur. Und passt gut ins reiche Spektrum der Schattierungen zwischen Realität und Realitätsverweigerung, das die Sprache und Zeichensprache des Sports mit ausmacht. Was ist glatt gelogen, was nur geflunkert? Was wird manipuliert oder phantasiert oder einfach nur geschickt formuliert?

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Sport ist konkret, geschieht in Echtzeit, vor aller Augen, ist also faktisch – und zugleich das Gegenteil. Fußball zum Beispiel, die moralisch geschmeidigste aller Leibesübungen, braucht für das Postfaktische kein Twitter, keinen Trump, keinen Troll. Nur einen etwas unübersichtlichen Zweikampf irgendwo im Mittelfeld. Der Ball kullert über die Linie, schon geht, ganz automatisiert, auf beiden Seiten der Arm hoch. Einer lügt. Oder der übliche Kommentar zur spielentscheidenden Szene durch den Mittäter, der vor Gericht jetzt besser die Aussage verweigerte, vor dem Fernsehgericht aber etwas sagen muss. Also sagt er: Die Szene muss ich mir noch mal anschauen. Wetten, dass nicht?

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