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Handball-WM : Dänemark demontiert den Titelverteidiger

Nicht zu bremsen: Der Däne Mikkel Hansen wirft Dänemark ins FInale der Handball-WM. Bild: AP

Titelverteidiger Frankreich ist geschlagen: Dänemark gewinnt in einem Offensivspektakel das erste Halbfinale der Handball-WM und steht im Heim-Endspiel in Herning. Die Franzosen haben vor allem gegen Mikkel Hansen kein Mittel.

  • -Aktualisiert am

          Das Beste aus dänischer Sicht war schon vor dem Halbfinale passiert: Auf Deutschland in Deutschland wollten die Dänen bei ihrem einzigen Auswärtsspiel dieser Weltmeisterschaft auf keinen Fall treffen. Die Abwehr, das Publikum: lieber nicht. Dass Frankreich am frühen Freitagabend aber ein solch angenehmer Gegner sein würde, hätte niemand erwartet. 38:30 besiegte Dänemark die müden Franzosen und zog ins Finale am Sonntag um 17.30 Uhr in Herning ein.

          Handball-WM 2019

          Kurios, dass die letzten Minuten dieses Spiels nur noch ein Schaulaufen mit riskanten Kreisanspielen und sonstigen Kunststückchen der dänischen Bundesliga-Auswahl war: Sechs Spieler der dänischen Start-Sieben verdienen ihr Geld in Deutschland. Doch einer überragte sie alle. Mikkel Hansen warf zwölf Tore und machte, was er wollte. Der Spielmacher von Paris St-Germain wechselte sich nach Belieben mit dem Flensburger Rasmus Lauge ab, der sechsmal traf. Die beiden galten früher nicht unbedingt als Dreamteam im dänischen Rückraum – zu starke Egos. Bei der Heim-WM ist alles anders.

          Der Titelverteidiger spielt also nur noch um Platz drei. Daran konnte auch Nikola Karabatics Mitwirken nichts ändern. Der nicht voll austrainierte Regisseur kam für einige Minuten der zweiten Halbzeit zum Einsatz. Auch mit ihm wurde es eine denkwürdige Pleite.

          Spielplan der Handball-WM 2019 in Deutschland und Dänemark

          Ein dänischer Spaziergang nach Herning. Zum ersten Mal spielte die dänische Mannschaft außerhalb des kleinen Königreichs; ungeschlagen war Dänemark nach Hamburg gereist, und ebenso verließ der Titelfavorit den Norden Deutschlands. Es war eine Machtdemonstration, wie das Team um Anführer Hansen von Beginn an auftrat. Und auch die Taktik von Nationaltrainer Nikolaj Jacobsen ging auf. Wie man es von ihm kennt, setzte er auf eine erste Sieben und nicht viel mehr. Hinzu kam, dass Dänemark anders als die hier hervorragend besetzten Franzosen ohne Linkshänder im Rückraum spielten. Das klappte hervorragend. Rechtshänder Mads Mensah übernahm das, bekam Unterstützung von Morten Olsen, den Jacobsen für dieses Spiel aus dem Hut gezaubert hatte.

          Es kommt selten vor, dass ein Spiel auf höchstem Niveau frühzeitig entschieden ist. Und die Franzosen sind bei früheren Turnieren auch Dänemarks Angstgegner gewesen. Diesmal aber war die Partie in der 44. Minute auf dem Weg in die Langeweile, weil Dänemark 30:20 führte. Was war das für eine rätselhafte Leistung der Franzosen? Jedenfalls wirkte das Team des Trainer-Duos Guillaume Gille und Didier Dinart kraftlos, fahrig, körperlos. Vom 9:5 in der 15. Minute zogen die Dänen über Lauge und Hansen ihr schönes Positionsspiel auf und kamen bis zum 21:15 zur Pause schon auf einen entspannten Vorsprung.

          Was die Rotweißen vor 12.500 Zuschauern in der ausverkauften Hamburger Arena anfassten, klappte. Es sah leicht und locker aus, wie Dänemark die erschreckend passiven Franzosen ausspielte. Allein Kentin Mahé mit acht Toren wehrte sich angemessen. Aber irgendjemand hatte den Franzosen den Stecker mit der Stromzufuhr herausgezogen (Spielplan der Handball-EM 2020).

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