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Geldsorgen bei Copa América : Nur eine Handvoll Dollar

  • -Aktualisiert am

Will den Titel – und wahrscheinlich auch das Geld: Argentiniens Superstar Lionel Messi Bild: Reuters

Weil im Zuge des Fifa-Skandals auch gegen den Vermarkter der Copa América ermittelt wird, steckt der südamerikanische Fußballverband in finanziellen Schwierigkeiten. Um das Preisgeld auszahlen zu können, muss der Conmebol nun die Reserven anbrechen.

          Die Krise des internationalen Fußball-Funktionärswesens hat den realen Fußball erreicht: Der südamerikanische Kontinentalverband Conmebol hat ernsthafte Probleme, den vier Bestplazierten der Copa América, der südamerikanischen Meisterschaft, ihre Erfolgsprämien auszuzahlen.

          Evi Simeoni

          Sportredakteurin.

          Der Grund: Die Firma, der die Rechte an dem in Chile ausgetragenen Turnier gehören, kann nicht mehr über ihre Konten verfügen. Sie wurden im Rahmen der Ermittlungen durch die amerikanischen Justizbehörden gegen hochkarätige Funktionäre eingefroren. Die Firma wird verdächtigt, die Rechte an der Copa durch Korruption erworben zu haben.

          „Ein bisschen Luft zum Atmen“

          Carlos Chavez, Schatzmeister von Conmebol, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press, man werde wohl dazu gezwungen sein, einen Reservefonds in Höhe von zehn Millionen amerikanischen Dollar zu nutzen, um die Prämien nicht schuldig zu bleiben. Der Sieger der Copa America erhält vier Millionen Dollar Preisgeld, der Zweite drei und der dritt- und Viertplazierte zwei und eine Million. An diesem Donnerstagmorgen wird das erste Viertelfinale abgehalten zwischen Chile und Uruguay. Die Reserven, sagte Chavez, brächten dem Verband „ein bisschen Luft zum Atmen für ein paar Tage.“ Allerdings benötige Conmebol weitere zehn Millionen, um die Kosten des Turniers zu bestreiten.

          Man habe Sponsoren wie etwa Coca-Cola gebeten, ihr Geld direkt an Conmebol zu zahlen. Allerdings ist fraglich, ob das möglich sein wird, denn die Verträge wurden laut AP zwischen Sponsoren und Medienunternehmen und der Firma Datisa abgeschlossen, die argentinischen und brasilianischen Sportfunktionären gehört. Ihre Eigentümer stehen im Fokus der amerikanischen Untersuchung wegen Verdachts auf Bestechung, Bandenkriminalität, Geldwäsche und anderer Delikte.

          Chavez erklärte, Datisa habe nur 35 der 80 Millionen ausbezahlt,die sie Conmebol schulde. „Die Sponsoren, die Kontakte mit Datisa haben, haben noch nicht alles ausbezahlt“, sagte Chavez. „Darum ist es eine Möglichkeit, direkt an uns zu zahlen.“ Das Preisgeld wird im Prinzip aus den Einnahmen bestritten, die durch Sponsoren und den Verkauf von Fernsehrechten hereinkommen.

          Auch um den früheren Vorsitzenden der Conmebol, Eugenio Figueredo aus Uruguay, der in Zürich in Auslieferungshaft sitzt, wird die Schlinge immer enger gezogen. Nach einer Meldung der Tageszeitung „El Observador“ wurde das Eigentum Figueredos beschlagnahmt. Es soll sich im wesentlichen um Immobilien handeln, die den Wert von 500.000 amerikanischen Dollar übersteigen und sich im Besitz Figueredos und seiner Frau befinden. Insgesamt beziffert die Staatsanwaltschaft das betreffende Vermögen auf fünf Millionen Dollar.

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