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Nationalspieler Timo Werner : „Wir sind jung und wild“

  • -Aktualisiert am

Timo Werner (links) hat sich im Nationaldress innerhalb kürzester Zeit als Topstürmer etabliert. Bild: AFP

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft trifft an diesem Sonntag im Finale des Confed Cups auf Chile. Im Interview spricht Stürmer Timo Werner über das neue Teamgefühl, eigene Ambitionen – und die WM im kommenden Jahr.

          2 Min.

          Wie würden Sie die Mannschaft charakterisieren, die gerade ganz Fußball-Deutschland beim Confederations Cup überrascht?

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Jung. Wild. Erfolgshungrig. Zielstrebig.

          Hätten Sie damit gerechnet, in so eine Mannschaft zu kommen, als alle Anfang des Monats zusammengekommen sind und sich auf das Testländerspiel gegen Dänemark vorbereiteten?

          Am Anfang waren wir eine Wundertüte. Das muss man schon zugeben. Wir wussten nicht, was kommt: so eine junge Mannschaft, neu zusammengewürfelt, dann hängt man auch so lange aufeinander. Man weiß nicht, ob sich das mit einer komplett neuen Mannschaft verträgt. Und wir wussten auch nicht, wie wir uns auf dem Platz verstehen. Aber wir haben alle Befürchtungen, die mancher sicher hatte, in diesen Wochen widerlegt. Wir zeigen von Spiel zu Spiel super Fußball.

          Fokussiert: Timo Werner will gegen Chile im Finale den Titel

          Wann hatten Sie das Gefühl, dass die Mannschaft sich gefunden hat, um diese Leistungen zu zeigen, mit denen das Team nun beim Confed Cup imponiert?

          Das Dänemark-Spiel am Anfang war noch ein bisschen ruckelig. Das war unser erstes Spiel, viele kamen direkt aus dem Urlaub, manche direkt von der Sonnenbank aus Ibiza. Ich bin auch aus dem Urlaub gekommen. Das waren besondere Umstände, so dass man nicht sagen kann, dass unser Spiel nicht gut war. Das Qualifikationsspiel danach gegen San Marino war wichtig, da konnten wir uns gut einspielen. Und seit dem ersten Spiel hier beim Confed Cup gegen Australien sieht man, was diese Mannschaft für eine Qualität hat.

          Wie erklären Sie sich den Superstart beim 4:1 gegen Mexiko mit zwei Toren schon nach acht Minuten, dass eine so junge Mannschaft ein starkes und erfahreneres Team so überrumpeln kann?

          Wir haben die Fehler, die Mexiko am Anfang gemacht hat, knallhart ausgenutzt. Wir haben das mit zwei Supertoren bestraft durch Leon (Goretzka, Anm. d. Red.). Dann läuft das Spiel natürlich in unsere Richtung. Der Sieg war am Ende auch absolut verdient.

          Mit welchen Erwartungen gehen Sie in das Finale gegen Chile?

          Das wird in jedem Fall ein sehr schweres Spiel. Aber es ist alles möglich für uns. Auch Endspiele haben ihre eigenen Gesetze. Ich bin sicher, dass wir unsere Chancen auch im Finale bekommen werden. Die müssen wir dann auch nutzen. Aber wir werden gegen Chile nicht viele solcher Momente haben wie gegen Mexiko oder auch in den beiden anderen Spielen gegen Australien und Kamerun. Wir müssen noch einmal alles reinwerfen, was wir haben.

          Werner traf auch im Halbfinale gegen Mexiko.

          Denken Sie daran, dass Sie vielleicht Torschützenkönig beim Confed Cup werden können?

          Nein, gar nicht. Das Einzige, woran ich denke, ist, dieses Turnier zu gewinnen.

          Wie sind Sie mit Ihrer Entwicklung in der Nationalelf zufrieden – fühlen Sie sich auf einem guten Weg zur WM 2018?

          Das haben andere zu entscheiden. Aber ich bin froh, dass ich in einer Mannschaft spielen darf, die gewinnt. Mehr braucht man als Spieler nicht. Aber es ist auch so in diesem Team: Wir verstehen uns alle sehr gut hier, auf und neben dem Platz. Das merkt man immer wieder. Und das ist wichtig.

          Wie weit würde dieses Team kommen, wenn es nächstes Jahr bei der WM spielen würde?

          Gute Frage, vielleicht auch ins Finale.

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