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DFB-Team beim Confed Cup : Die Prioritäten des Joachim Löw

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„Den Confed Cup möglichst erfolgreich gestalten mit Blick auf die Entwicklung der Spieler“: Joachim Löw. Bild: dpa

Mit der neu zusammengestellten Nationalelf geht es zum Confed Cup. Bundestrainer Joachim Löw ist dabei ganz in seinem Element – und verfolgt in Russland ein klares Ziel.

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          Joachim Löw ist als Fußball-Ausbilder wieder in seinem Element. Doch trotz mutmachender Signale bleibt der Trip zum Confederations Cup für den Bundestrainer und seine völlig neu zusammengestellte Fußball-Nationalmannschaft ein Ausflug ins Ungewisse. „Wenn jetzt Gegner wie Chile, Australien und Kamerun kommen, muss man natürlich abwarten, wie die Mannschaft darauf reagiert, auch in schwierigen Momenten, die mal auftreten können“, erklärte Teammanager Oliver Bierhoff vor dem Sonderflug des nur noch 21-köpfigen DFB-Aufgebots am Donnerstag ins russische Sotschi.

          DFB-Präsident Reinhard Grindel hofft, dass Deutschlands Vorzeigeteam auch ohne die prominenten Weltmeister von Manuel Neuer bis Toni Kroos beim Confed Cup bis zum Finaltag um den Titelgewinn mitspielt. Er wolle das von Bundestrainer Joachim Löw nominierte Perspektivteam als Delegationsleiter vor Ort „möglichst bis zum 2. Juli begleiten“, sagte der Verbandschef am Mittwoch in Frankfurt.

          Beim letzten Training vor der Abreise nahm der Weltmeistercoach seinen Perspektivkader ohne Stars noch einmal im Kreis zusammen. Die Ansprache war kurz und im Ton sehr ruhig. Im Crashkurs ist Zeit knapp, um mit den vielen Auswahl-Frischlingen zumindest einige Automatismen zu festigen, taktische Varianten durchzuspielen und Standardsituationen zu proben. „Wir werden gut vorbereitet in das Turnier gehen“, versprach Mittelfeldspieler Emre Can vom FC Liverpool dennoch.

          Löw setzt beim WM-Probelauf in vier russischen Städten, der für den „Weltmeister light“ am Montag (17.00 Uhr MESZ / Live im ZDF und im Confed-Cup-Ticker bei FAZ.NET) mit dem ersten Gruppenspiel gegen Australien beginnt, klare Prioritäten: Zuallererst will er für das Unternehmen WM-Titelverteidigung 2018 drei, vier Nachwuchskräfte entwickeln, die den Stars in zwölf Monaten Konkurrenz machen. „Den Confed Cup möglichst erfolgreich gestalten mit Blick auf die Entwicklung der Spieler – das ist die Mission“, sagte Löw. „Jeder der Jungen hat einen Traum, in die A-Nationalmannschaft zu kommen. Wir wollen ihnen so viel wie möglich mitgeben, damit sie den Traum verwirklichen können“, ergänzte Löws Assistent Marcus Sorg.

          Allerdings soll das schnellen sportlichen Erfolg nicht ausschließen. Auch wenn der Bundestrainer auf eine offizielle Plazierungsvorgabe verzichtet, betonte er: „Es ist auch unser Ziel, dass wir mit dieser Mannschaft in der kurzen Zeit natürlich gut Fußball spielen.“ Die Zuversicht ist bei der Sportlichen Leitung im Schnelldurchlauf gewachsen. „Die Spieler haben gezeigt, dass sie voll motiviert sind und gute Fähigkeiten und Kompetenz haben. Deshalb bin ich zuversichtlich“, unterstrich Bierhoff. 50.000 Euro Prämie pro Mann für einen Confed-Cup-Sieg sind mit dem DFB ausgehandelt worden.

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          Der 57-jährige Löw fühlt sich nach der Schnupperwoche mit dem 1:1-Kraftakt zum Kaltstart in Dänemark und dem lustvollen 7:0 gegen San Marino sichtbar wohl. Das Auftreten der vielen Nachrücker um die bisher auffälligsten Neulinge Sandro Wagner, Lars Stindl und Amin Younes hat ihm signalisiert, dass sein besonderer Confed-Cup-Plan aufgehen könnte. Auch beim gemeinsamen Abendessen mit der U21, die parallel zur Nachwuchs-EM in Polen antritt, und der Einkleidung des A-Teams wurde der Optimismus weiter geschürt.

          Es gibt freilich noch Ungewissheit, ob gegen den starken Südamerika-Champion Chile oder später vielleicht gegen den mit allen Stars antretenden Europameister Portugal der Entwicklungsstand von Löws zweiter Garde ausreichen kann. Nach der Ankunft am Schwarzen Meer stehen dem Bundestrainer neben einem öffentlichen Training noch drei weitere Übungseinheiten für den Feinschliff zur Verfügung.

          Löw nimmt es positiv und genießt mit seinen vier Assistenten einschließlich Weltmeister Miroslav Klose die Rolle als Ausbilder. „Die Trainer versuchen ihr Bestes. Sie versuchen, die Zeit mit taktischen Hinweisen und mit Einzelgesprächen gut zu füllen“, sagte Bierhoff. Auf eine Nachnominierung nach den Ausfällen von Diego Demme (Rückenprobleme) und Leroy Sané (Nasen-Operation) hat Löw auch deshalb verzichtet, weil es für Nachrücker der Nachrücker noch schwieriger wäre, sich den neuen Anforderungen zu stellen.

          Auch die deutschen Gruppengegner arbeiten intensiv an ihrer Turnierform. In Testspielen mussten alle drei Vorrunden-Kontrahenten teilweise empfindliche Niederlagen hinnehmen. Australien unterlag gegen Rekordweltmeister Brasilien mit 0:4. Afrikameister Kamerun verlor gegen Kolumbien ebenfalls 0:4. Und die von Bundestrainer Löw zum Turnierfavoriten erklärten Chilenen mussten in Rumänien ein 2:3 hinnehmen. „Die Ergebnisse der Gegner, ob positive oder negative, sollen uns überhaupt nicht beeindrucken“, sagte Sorg. Man werde das DFB-Team vor allem an den eigenen Stärken ausrichten, betonte der Ko-Trainer. „Wir wollen von den Spielern sehen, dass sie mutig sind.“

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