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Nationalelf beim Confed Cup : Ohne viele Weltmeister trotzdem in der Pflicht

Auftakt in Sotschi: Der Confed Cup bietet jungen, neuen Spielern die Chance auf internationaler Ebene Erfahrung zu sammeln – Titelgewinn nicht ausgeschlossen. Bild: dpa

Der Confed Cup ist der Test für die Endrunde im kommenden Jahr – und vor allem Weltmeister Deutschland will so viele Erfahrungen wie möglich sammeln. Ein Titelgewinn ist nicht ausgeschlossen.

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          Schönes Wetter. Blauer Himmel. Perfektes Hotel. Das Meer direkt davor. Dazu optimale Trainingsbedingungen. Die Voraussetzungen vor dem weithin ungeliebten Confed Cup seien für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft vor dem Auftakt am Montag gegen Australien bestens, wie Manager Oliver Bierhoff bei der ersten Pressekonferenz des Deutschen Fußball-Bunds in Sotschi versichert. Auch die hohen Sicherheitsvorkehrungen, die in Russland zu dem WM-Vorbereitungsturnier gehören, „spüren wir nicht. Wir fühlen uns nicht eingeengt.“

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          In Sotschi lebt die Nationalmannschaft, anders als seit vielen Jahren, mit vielen Urlaubsgästen unter einem Dach. Aber das passt, wenn man Bierhoff richtig versteht, auch ganz gut zu einem jungen Team mit vielen Spielern, die vor ihrem ersten Turnier stehen. „Wir sind sehr positiv überrascht. Es ist eine super Möglichkeit, sich zu zeigen“, sagt auch Bayern-Profi Joshua Kimmich über die Bedingungen und Erwartungen in Russland.

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          „Die Begeisterung und die Freude der Jungs, mit der sie hierher gekommen sind, die spürt man“, sagt Bierhoff, dessen erstes Turnier als Manager schon zwölf Jahre zurückliegt. Es war der Confed Cup in Deutschland. „Das Turnier ist wichtig für die Entwicklung der Mannschaft und jedes einzelnen Spielers“, sagt Bierhoff. Die erste Priorität sei es, die Spieler zu entwickeln – und das zweite Ziel, das Turnier zu gewinnen.

          Die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw vertrete in Russland auch den gesamten deutschen Fußball. „Der deutsche Fußball sind nicht nur die 23 Weltmeister“, so Bierhoff. Daher sei der Confed Cup auch ohne die vielen Weltmeister, die der Bundestrainer schont, eine Verpflichtung. „Unser Ziel ist es, die Weltmeisterschaft in einem Jahr zu gewinnen. Viele Spieler haben in der Champions League gespielt und hohe Belastung gehabt. Deshalb wollen wir jungen, neuen Spielern die Chance auf internationale Erfahrung geben. Ich glaube, auf lange Sicht wird das ein erfolgreicher Weg sein.“

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          Der Manager erwartet zum Auftakt in der Gruppe am Montag einen Sieg über Australien. Danach geht es am kommenden Donnerstag gegen den vermeintlich stärksten Gegner Chile und zum Abschluss der Vorrunde am Sonntag gegen Afrikameister Kamerun. „Das Tollste wäre für mich, wenn wir als Mannschaft auftreten“, sagte Bierhoff, „wenn wir auch die taktischen Anweisungen umsetzen, die die Trainer der Mannschaft mitgeben“.

          Das wäre ein wichtiges Zeichen mit Blick auf die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr, dass die jungen Spieler sowohl die taktische als auch die mentale Kompetenz besäßen, die Dinge auch auf internationalem Niveau umzusetzen. „Und das wäre für mich fast noch wichtiger als das eigentliche Ergebnis.“

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          Mit Blick auf die Weltmeisterschaft will sich die Führung der Nationalelf schon im Herbst, also schon vor dem Ende der Qualifikation, auf ihr künftiges WM-Quartier festlegen. „Es ist wichtig für uns, hier auch die Abläufe mit den Gastgebern kennenzulernen“, betonte Bierhoff. „In der Vergangenheit haben wir Wert darauf gelegt, kurze Wege zu Spielen zu haben und ungestört zu sein.“

          In Sotschi ist das, zumindest was die Unterkunft für den Confed Cup angeht, nicht der Fall. Der Wahl des Mannschaftsquartiers für rund fünf WM-Wochen kommt aber große Bedeutung zu. Die Atmosphäre im Campo Bahia in Brasilien galt vielen Teammitgliedern und der sportlichen Führung auch als ein Grund, der zum Titelgewinn beigetragen hat.

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