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Champions League : Stuttgart verliert „wie eine Amateurmannschaft“

  • Aktualisiert am

Auch VfB-Kapitän Soldo (r.) kann Emerson von den Rangers nicht stoppen Bild: dpa/dpaweb

Eine enttäuschende Niederlage nach einem guten Spiel - so lautete das Fazit von Stuttgarts Trainer Felix Magath nach dem 1:2 zum Champions-League-Auftakt bei den Glasgow Rangers.

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          Vor den Augen von Sean Connery trafen zwei Schüsse der Glasgow Rangers den VfB Stuttgart mitten ins Herz. Nach dem 1:2 (1:0) bei seiner Champions-League-Premiere kam sich der deutsche Vizemeister vor wie in einem schlechten Film.

          Während sich der 73 Jahre alte schottische Weltstar auf der Tribüne des Ibrox Stadiums über die Tore von Christian Nerlinger (74.) und Peter Lövenkrands (79.) freute und 41.900 Zuschauer begeistert jubelte, ärgerte sich Felix Magath schwarz. „Beim 1:1 haben wir uns angestellt wie eine Amateurmannschaft“, schimpfte der VfB-Teammanager nach dem verkorksten Auftakt.

          „Cleverer spielen“, fordert Kapitän Soldo

          Vor dem Bundesliga-Spitzenspiel am Samstag gegen Borussia Dortmund und vor allem vor dem nächsten Gruppenspiel gegen die Startruppe von Manchester United am 1. Oktober müssen die Schwaben ihre Rollen nun weiter einüben. „Wir müssen lernen, nie die Konzentration zu verlieren“, verlangte Magath und sprach von einer enttäuschenden Niederlage nach einem guten Spiel.

          „Cleverer spielen!“, forderte auch Kapitän Zvonimir Soldo von seinen jungen Kollegen. Der VfB hatte nämlich einige Fehlbesetzungen aufzuweisen. Stürmer Cacau beging eine Fahrlässigkeit, die ungefähr so folgenschwer war, als hätte James Bond statt eines „heißen Eisens“ eine Wasserpistole eingesteckt: Der Brasilianer hatte „verkehrt gestollt und somit fast jeden Ball verloren“ (Magath).

          „Sensationeller Auftakt“ für Nerlinger und Klos

          „Wenn es den halben Tag geregnet hat, weiß man doch, daß der Rasen glatt ist“, wunderte sich Präsident Erwin Staudt. Auf der internationalen Bühne tat sich auch Horst Heldt mehr als schwer. Der 33jährige konnte zu keinem Zeitpunkt die Regisseurrolle ausfüllen. Da auch Nationalspieler Andreas Hinkel alle Füße voll zu tun hatte, seine Defensivaufgaben zu erfüllen, sorgte vor allem Alexander Hleb für die Impulse nach vorne. Und hinten glänzte wieder Timo Hildebrand: Der Torhüter kassierte seinen ersten Treffer in dieser Saison erst, als Innenverteidiger Fernando Meira einen Filmriß hatte und einen Fehler beging, „der selbst in der zweiten Liga bestraft wird“ (Magath).

          Danach, stellte der Rangers-Schlußmann und Ex-Dortmunder Stefan Klos später fest, „ist das Publikum explodiert“. Ausgerechnet Nerlinger, der zweite Deutsche beim 50fachen schottischen Meister, schoß das 1:1 und konnte sein Glück kaum fassen: „Das ist ein sensationeller Auftakt für uns.“ Nachdem Marcelo Bordon Lövenkrands' Schuß zum 1:2 abgefälscht hatte, war das Happyend für Glasgow perfekt.

          Stuttgart staunt in Schottland

          „Gut gespielt, aber durch Scheißtore verloren.“ VfB-Torschütze Kevin Kuranyi (45/+3.) kam sich vor, als hätte jemand nochmal einen Streifen aus der vergangenen Saison aufgelegt: Im Achtelfinale des UEFA-Cups hatte er seine Mannschaft beim Rangers-Rivalen Celtic Glasgow ebenfalls in Führung gebracht und mußte danach eine bittere Niederlage hinnehmen. „Wie im Kino“, staunte ein Stuttgarter Fan über die Vorstellung der Schotten und ihre stimmgewaltigen Zuschauer.

          Selbst als ein Rangers-Anhänger nach dem Siegtreffer auf den Rasen rannte, konnte der VfB noch etwas lernen. „Der bekommt 300 bis 500 Pfund Geldstrafe. Wenn er die nicht bezahlt, gibt's eine lebenslange Platzsperre. Und wenn er die nicht einhält, Gefängnis“, berichtete Präsident Staudt beim Bankett beeindruckt.

          Die VfB-Mannschaft war an diesem Abend genug bestraft und mußte auch den Verlust einer stolzen Gage hinnehmen: 350.000 Euro hätte es gegeben, wenn sie hinten besser gestanden und vorne besser gezielt hätte. Dann wäre auch Sir Sean Connery das Lachen vergangen.

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