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Champions League : Sergio bewahrt FC Bayern vor Heimpleite

  • Aktualisiert am

Tor gegen Lieblingsgegner Manchester: Sergio Bild: dpa

Paulo Sergio hat den FC Bayern München mit seinem Treffer zum 1:1 in der 83. Minute gegen Manchester United vor einem Fehlstart in die Champions-League-Zwischenrunde bewahrt.

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          Paulo Sergio hat den FC Bayern München vor einer Heimniederlage in der Champions League bewahrt. Mit seinem Tor in der 87. Minute rettete der Brasilianer dem deutschen Rekordmeister am Mittwoch ein 1:1 (0:0) gegen Manchester United zum Zwischenrunden-Auftakt in der Champions League.

          Nach dem 0:1 durch den Niederländer Ruud van Nistelrooy hatten die 59.000 Zuschauer die erste Heimniederlage in der Champions League seit fast vier Jahren vor Augen, dann aber sorgte Sergio nach Zuspiel von Carsten Jancker mit seinem ersten Tor in der laufenden Europacup-Saison zumindest für teilweise Erleichterung.

          Manchester defensiv

          Doch auch mit dem Remis stehen die Münchner vor in den kommenden Auswärtsspielen beim FC Nantes und bei Boavista Porto bereits mit dem Rücken zur Wand.

          Harter Zweikampf: Giovane Elber
          Harter Zweikampf: Giovane Elber : Bild: AP

          Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld baute mit einer Ausnahme auf die gleiche Startformation wie bei der 0:1-Niederlage am Samstag bei Werder Bremen. Für Thorsten Fink aber rückte der englische Jung- Nationalspieler Owen Hargreaves ins defensive Mittelfeld. Auf der Gegenseite musste „ManU“-Trainer Sir Alex Ferguson auf den walisischen Flügelflitzer Ryan Giggs verzichten. Zudem setzte Ferguson auf extreme Defensive und bot mit dem 60-Millionen-Einkauf van Nistelrooy nur eine Spitze auf.

          Scharfe Kritik an Effenberg

          Sobald die Münchner in Ballbesitz waren, baute sich vor ihnen ein dichter Abwehrriegel auf, gegen den sie kaum einmal ein Durchkommen fanden. Dies lag einerseits daran, dass sich die Außen Hasan Salihamidzic und Paulo Sergio selten in Szene setzen konnten. Zum anderen fanden auch Hargreaves und Kapitän Stefan Effenberg im zentralen Mittelfeld keine Lücke.

          In seinem zweiten Einsatz nach dreieinhalb-monatiger Verletzungspause suchte Effenberg zwar das Risiko, fand mit seinen gewagten Pässe aber kaum einmal den eigenen Mitspieler. Auch bei Standardsituationen war der 33-Jährige glücklos. Als die Bayern in der 30. Minute von Schiedsrichter Anders Frisk einen indirekten Freistoß im ManU-Strafraum zugesprochen bekamen, weil Torhüter Fabien Barthez den Ball zu lange in Händen hielt, produzierte Effenberg einen Roller, der Franz Beckenbauer auf der Tribüne zur Weißglut trieb: „Eine fast lächerliche Rückgabe.“

          Beckham bei Lizarazu abgemeldet

          Nur zwei halbwegs gute Chancen erarbeiteten sich die Bayern in der ersten Halbzeit. Nach einem Eckball von Willy Sagnol köpfte der 36-jährige Ire Dennis Irwin in der 23. Minute einen Kopfball von Salihamidzic von der Torlinie, und in der 45. Minute verpasste Salihamidzic nach einer Freistoßflanke von Effenberg erneut die Führung.

          Manchester verweigerte praktisch ein Angriffsspiel, wäre aber dennoch in der 35. Minute mit seiner Mauer-Taktik fast zum Erfolg gekommen. Nach einer Freistoß-Flanke von Superstar David Beckham, der ansonsten von Bixente Lizararazu abgemeldet wurde, köpfte Fortune nur Zentimeter neben das Tor.

          Keane traf die Latte

          Nach dem Seitenwechsel verlor die ohnehin wenig erwärmende Partie mehr und mehr an Niveau. Je länger die Partie dauerte, desto mehr scheuten auch die Münchner das Risiko, um blos nicht in die Gefahr eines Gegentores zu geraten. Zudem baute Effenberg rapide ab. Nachdem sich der Regisseur schon den Pfiffen des Anhangs ausgesetzt sah, wechselte ihn Hitzfeld für Ciriaco Sforza aus und brachte zudem die Nationalspieler Carsten Jancker und Alexander Zickler für Elber und Salihamidzic.

          Doch der Schuss ging nach hinten los. Salihamidzic war noch keine Minute draußen, da durfte dessen Gegenspieler Silvestre sträflich frei auf der linken Seite flanken, und van Nistelrooy vollendete im Stil eines abgeklärten Torjägers. Danach waren die Engländer dem zweiten Tor näher als die Münchner dem Ausgleich: Keane traf vier Minuten vor Schluss nur die Latte, dann aber schlug Sergio zu.

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