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Champions League : Millionenschwere ManU-Zukunft

  • Aktualisiert am

Hände zum Himmel: ManU-Star Ruud van Nistelrooy Bild: AP

Mit dem Verbleib von Trainer Alex Ferguson hat Manchester United die Weichen für eine erfolgreiche, aber teure Zukunft gestellt.

          Alex Ferguson sucht neue Herausforderungen an alter Stätte. Der 60-jährige Schotte sah jedenfalls noch einmal von einem Rücktritt ab, den er für Ende dieser Saison angekündigt hatte, und unterschrieb Ende Februar einen neuen Vertrag bei Manchester United.

          Und die Sogwirkung erlaubt es dem englischem Meister, in Ruhe die Zukunft zu planen. Kapitän Roy Keane hat ebenfalls verlängert, und Flankengott David Beckham kündigte an, dass er demnächst auch seine Unterschrift unter einen neuen Vertrag setzen werde. Für den Champions-League-Rivalen von Bayern München kommt dies nicht gerade billig.

          Roy Keane drehte an der Lohnspirale

          Ferguson soll, so wird in den englischen Medien hartnäckig vermutet, ein Jahresgehalt von 3,5 Millionen Pfund (rund 5,7 Euro) erhalten. Übertroffen wird das von Roy Keane, dessen künftiger Jahreslohn sich auf über fünf Millionen Pfund (8,2 Millionen Euro) beläuft - oder 100.000 Pfund (164.000 Euro) pro Woche.

          Der Vergleich der Giganten

          Seit letzten Wochenende befindet sich Roy Keane in einer Hinsicht auf gleicher Stufe wie Catherine Zeta-Jones. Nach der Unterschrift unter einen neuen Vierjahres-Vertrag bei Manchester United wird der irische Nationalspieler künftig in einem Jahr so viel verdienen wie die aus Wales stammende Hollywood-Schauspielerin letztes Jahr eingenommen hat.

          Alarmzeichen in der Premiere League

          Was Keane zum bestverdienenden Spieler der Premier League macht. Bei den Investoren an der Börse werden sich die Sorgen vergrößern, dass der 30-jährige Keane, der mit dem neuen Vertrag sein bisheriges Einkommen gleich verdoppelt hat, die Lohnspirale in der Premier League nur noch weiter hoch schraubt. Das könnte vermehrt dazu führen, dass englische Vereine den Bankrott anmelden müssen.

          Derzeit kämpft unter anderem der Zweitdivisionär Bury, Englands ältester Proficlub, um das finanzielle Überleben, und ebenfalls in der dritthöchsten Spielklasse befinden sich die Queens Park Rangers weiter unter der Leitung der Vorkonkursverwalter. Wie das Treuhand-Unternehmen Deloitte&Touche in seinem Jahresbericht feststellte, steigt die Zahl der verschuldeten Clubs mit alarmierender Konstanz - und das, obwohl in den letzten zwei Jahren immer mehr TV-Gelder in den englischen Fußball flossen.

          Beckham kassiert 196.000 Euro - die Woche

          Die englischen Clubs sind jedoch in der Lage, das Geld schneller auszugeben, als sie es einnehmen - vor allem für Spielertransfers und -löhne. Für Buchprüfer ist das Verhältnis zwischen Umsatz und Lohnkosten ein Maßstab der finanziellen Stabilität, und da schnitt neben Manchester United nur Leeds United gleich gut ab.

          ManU-Superstar David Beckham wird bald noch eins draufsetzen. Noch bevor er die Unterschrift unter seinen neuen Vertrag gesetzt hat, wird sein künftiger Wochenlohn - vorsichtig - auf 120.000 Pfund (196.000 Euro) geschätzt.

          Kein Nachfolger für Ferguson

          Die Suche nach einem Nachfolger von Ferguson war schwerer als erwartet. Reihum sagten die Wunschkandidaten ab: Sven-Göran Eriksson, Ottmar Hitzfeld, Fabio Capello, Martin O'Neill. Und seine Mannschaft in den Händen des Niederländers Louis van Gaal zu sehen, der sich selbst hartnäckig im Gespräch hielt, muss Ferguson wohl ein Greuel gewesen sein.

          Er machte aber kaum einen Hehl daraus, dass dies einer der Gründe dafür war, von seinem geplanten Rücktritt zurückzutreten. Weitere Faktoren für sein Weitermachen: Ohne eine Regelung für seine Nachfolge waren viele Spieler nicht gewillt, in Verhandlungen über Vertragsverlängerungen zu treten.

          Machtwort der Ehefrau

          Kaum hatte Ferguson sein Weitermachen angekündigt, kam Keanes Unterschrift. Und Beckham will plötzlich auch bleiben. Hinzu kommt sein Erfolgshunger. Ferguson sucht weitere Herausforderungen, will sich nicht mit dem Gewinn der Champions League begnügen.

          Er will den Aufbau einer neuen und noch stärkeren Mannschaft um Keane, Beckham, Ruud van Nistelrooy und Fabien Barthez selbst gestalten. Im Wohnzimmer Däumchen zu drehen, war nicht nur ihm, sondern auch seiner Ehefrau Cathy ein Greuel. Sie war laut Ferguson maßgeblich daran beteiligt, ihn zum Weitermachen zu bewegen.

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