https://www.faz.net/-gtl-36kk

Champions League : Bayern träumt nach „Brazzos“ Rückkehr von „Barca“

  • Aktualisiert am

Erfolgreiche rote Rekonvaleszenten: Hasan Salihamidzic und Jens Jeremies Bild: dpa

Bereits im Viertelfinale der Champions League kann der FC Bayern nach dem verpassten Gruppensieg auf Real Madrid oder Barcelona treffen.

          2 Min.

          Präsident Franz Beckenbauer konzidierte großzügig, die Spieler hätten sich zumindest bewegt, Trainer Ottmar Hitzfeld sprach offen „von großen Problemen und einem schwachen Spiel von uns“, nur Hasan Salihamidzic strahlte, als wäre er soeben Weltmeister geworden.

          „Es war toll, nach vier Monaten Pause wieder dabei zu sein. Ich habe mich riesig gefreut, auch wenn es um nichts mehr ging“, sagte der Mann des Abends nach dem nutzlosen 2:1 (0:0)-Sieg des FC Bayern München zum Abschluss der Champions League-Zwischenrunde gegen das „B-Team“ des FC Nantes und schickte seinen Wunsch für die kommenden Aufgaben gleich hinterher: „Am liebsten wäre mir Barca. Vor 120.000 im Nou Camp, das wäre schön.“

          Spanische Klubs oder Leverkusen Gegner im Viertelfinale

          Zwar blieb der deutsche Rekordmeister zum 18. Mal in Folge in der „Königsklasse“ ungeschlagen, dennoch verpasste er in einem langweiligen „Freundschaftsspiel“ das selbst gesteckte Ziel, sich als Gruppenerster für die Viertelfinal-Spiele (2./3. April zu Hause, 9./10. April auswärts) zu qualifizieren. Aufgrund des schlechteren direkten Vergleichs musste sich der FC Bayern in der Gruppe A mit Platz zwei hinter Manchester United begnügen, das 3:0 bei Boavista Porto gewann.

          Verkniffener Torjubel: Jens Jeremies

          Somit tritt bei der Auslosung am Freitag in Nyon/Schweiz ein, was man unbedingt vermeiden wollte: Schon im Viertelfinale muss der Titelverteidiger gegen Real Madrid, den FC Barcelona oder den Sieger der Gruppe D ran. Für Beckenbauer allerdings kein Grund zur Sorge: „Ab dem Viertelfinale ist alles drin. Die Mannschaft ist gefestigt. Ich traue ihr zu, das Unmögliche möglich zum machen und den Titel zu verteidigen. Das hat noch keiner geschafft.“

          „Brazzo“ kam, sah und siegte

          Noch unbesorgter gab sich Salihamidzic: „Egal wer kommt, wir putzen alles weg.“ Vier Monate nach seiner schweren Kreuzband-Verletzung im rechten Knie am 20. November gegen Manchester United kehrte der 25 Jahre alte Bosnier auf den grünen Rasen zurück, schon nach der schwachen ersten Halbzeit vor 32.000 Zuschauern im Olympiastadion wechselte ihn Hitzfeld für den enttäuschenden Kapitän Stefan Effenberg ein.

          Nachdem Jens Jeremies per Kopfball-Tor (58.) die Führung der Franzosen durch Hassan Ahamada (54.) ausgeglichen hatte, übernahm der Rekonvaleszent das Kommando auf dem Platz. Erst war er nur noch durch ein Foul im Strafraum zu bremsen, doch Claudio Pizarro verschoss den fälligen Elfmeter (72.) kläglich.

          „Gezeigt, was ein richtiger Profi ist“

          Dann bereitete er mit einem 40 Meter-Pass den Siegtreffer durch den peruanischen Torjäger vor (87.). Kein Wunder, dass Salihamidzic danach ein gefragter Mann war. „Das Positivste am Spiel war, dass Hasan wieder voll da ist“, erkannte denn auch Manager Uli Hoeneß. „So wie der spielt, macht es einfach Freude. Er hat gezeigt, was ein richtiger Profi ist.“

          Auch Hitzfeld lobte den vielseitigen Dauerläufer: „Er war die treibende Kraft und hat wesentlich dazu beigetragen, dass wir das Spiel mühsam gewinnen konnten. Er hat eine super Einstellung, spielt mit großen Herzen und geht dahin, wo es weh tut. Er ist ein Typ, den man nicht ersetzen kann.“

          Viel Lob für einen, der vier Monate lang nicht am Ball war, aber auch ein Armutszeugnis für die Mitspieler, die vor allem in der ersten Halbzeit mehr standen als liefen.

          Scholl weiter verletzt

          Nur schwer zu ersetzen scheint auch das kreative Potential von Mehmet Scholl, dem das Verletzungspech treu bleibt. Der 31 Jahre alte Nationalspieler, der zuletzt wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel pausieren musste, leidet an den Folgen eines leichten Bandscheibenvorfalls und fällt damit definitiv auch für das Bundesliga-Heimspiel am Samstag gegen den 1. FC Köln aus.

          Auch für das Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft am 27. März in Rostock gegen die USA sagte Scholl bei Teamchef Rudi Völler ab. „Ich fühle mich gut, aber ohne Spielpraxis zuvor macht ein Länderspiel keinen Sinn.“

          Zuvor ist für den FC Bayern ein Sieg gegen den Tabellenletzten Pflicht. „Ich hoffe, dass dann die Einstellung wieder stimmt“, sagte Bayern-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge: „Ab jetzt müssen wir in der Bundesliga alle Spiele gewinnen.“

          Denn nicht nur in der Champions League auch in der nationalen Liga wollen die Bayern ihren Titel verteidigen.

          Weitere Themen

          Größtes Solar-Rennen der Welt startet Video-Seite öffnen

          Voll elektrisiert unterwegs : Größtes Solar-Rennen der Welt startet

          Der Rennwettbewerb „Bridgestone World Solar Challenge“ gilt weltweit als das härteste Rennen für Solarfahrzeuge. Mehr als 40 Teams starteten aus über 20 Ländern im australischen Darwin, um mit den zurzeit schnellsten solarbetriebenen Autos der Welt quer durch Australien in die südliche Stadt Adelaide zu fahren.

          Topmeldungen

          Gergely Karácsony auf einer Aufnahme vom März 2018

          Kommunalwahlen in Ungarn : Orbans Fidesz verliert Budapest

          In Ungarns Großstädten hat die Partei von Regierungschef Viktor Orban einen schweren Stand. Der künftige Bürgermeister von Budapest will die Hauptstadt „transparent, solidarisch und grün“ machen.
          Zweimal Gündogan: Kimmich schreit seine Erleichterung über die Treffer des Kollegen heraus.

          3:0 für Deutschland : Geduldsspiel in Tallinn

          Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft muss einen frühen Platzverweis von Emre Can verkraften, gewinnt aber nach zähem Beginn 3:0 in Estland. Gündogan trifft zweimal, Werner setzt noch einen drauf.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.