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Champions League : Bayern-Blamage auch zum Abschied

  • Aktualisiert am

Tristesse auf der Tribüne Bild: dpa

Ein Sieg blieb dem FC Bayern in dieser Champions-League-Saison verwehrt: im letzten Gruppenspiel gegen Lens langte es nur zu einem 3:3.

          2 Min.

          Bayern München hat seinen guten Ruf im europäischen Fußball weiter ramponiert. Der deutsche Fußball-Rekordmeister kam mit einer ersatzgeschwächten Mannschaft trotz einer phasenweise engagierten Leistung gegen den RC Lens nicht über ein 3:3 (2:1) hinaus und blieb damit auch bei seiner Abschiedsvorstellung in der Champions League ohne Sieg.

          Der souveräne Bundesliga-Tabellenführer, vor zwei Jahren immerhin noch Gewinner der „Königsklasse“, beendete damit die Vorrunde als abgeschlagenes Schlusslicht der Gruppe G mit nur zwei mageren Punkten.

          Ausgleich in 90. Minute

          Jocelyn Blanchard (90.) traf zum Endstand für die Nordfranzosen. Markus Feulner (87.) hatte auf Vorarbeit von Bastian Schweinsteiger das 3:2 erzielt, doch die Gäste kamen am Ende doch noch zum Ausgleich und verhinderten damit den ersten Bayern-Sieg in der laufenden „Königsklasse“.

          Schneller am Ball: Bayerns Bixente Lizarazu

          Niko Kovac, der zuletzt nur zweite Wahl war, brachte die Gastgeber mit seinem ersten Saisontor in der sechsten Minute in Führung. Hasan Salihamidzic besorgte in der 18. Minute nach einem Anfängerfehler von Lens-Keeper Guillaume Warmuz, der eine harmlose Flanke des Bosniers durch die Hände rutschen ließ, für das 2:0.

          Die Franzosen kamen jedoch durch ein Eigentor des indisponierten Thorsten Fink in der 20. Minute nach Flanke von John Utaka und durch einen Treffer von Dagui Bakari in der 54. Minute vor 22.000 Zuschauern zum 2:2-Ausgleich.

          Nur 3,22 Millionen Euro Prämie

          Durch das vorzeitige Aus im Europacup, das bereits vor 15 Tagen in La Coruna besiegelt wurde, hat der FC Bayern gerade mal 3, 22 Millionen Euro an Uefa-Prämien eingespielt. Rund 30 Millionen Euro werden den Münchenern deshalb am Saisonende in der Kasse fehlen.

          Doch noch gravierender als der finanzielle Verlust ist der Image-Schaden, für den der „beste Kader aller Zeiten“ gesorgt hat. Auch beim letzten internationalen Auftritt in dieser Saison setzten die Bayern, die in der Champions League bisher immer mindestens das Viertelfinale erreicht hatten, ihre Negativserie fort.

          Einsatzfreudig und engagiert

          Zwar hatte Trainer Ottmar Hitzfeld, der gleich auf sechs Spieler wegen Verletzung und Erkrankung verzichten musste und zudem noch Oliver Kahn schonte, von einer „Frage der Ehre“ gesprochen und seine Spieler aufgefordert, sich mit einem Sieg und mit Anstand zu verabschieden.

          Doch diese Vorgabe konnten die Bayern bei Temperaturen um den Gefrierpunkt nur in der ersten Hälfte umsetzen. Da präsentierten sich die Münchener spiel- und einsatzfreudig wie selten in dieser Champions-League-Saison und waren auch verdient in Führung gegangen.

          Niko Kovac fiel positiv auf

          „Man sieht, dass sich alle reinhängen“, hatte Hitzfeld sein Team deshalb zur Pause noch gelobt. Doch nach dem Wechsel konnten die Münchener den Schwung der ersten 45 Minuten nicht mehr mitnehmen. Dennoch hatten Bixente Lizarazu und der starke Niko Kovac, der als einziger der Reservisten den Härtetest bestanden hat, weitere Chancen zur Führung.

          Beim Bundesliga-Spitzenreiter, der auf Michael Ballack, Willy Sagnol, Pablo Thiam, Owen Hargreaves, Ze Roberto und kurzfristig auch auf Jens Jeremies verzichten musste, konnte neben Niko Kovac noch Mehmet Scholl überzeugen. Der Mittelfeldspieler war nach längerer Verletzungspause Wegbereiter einiger guter Bayern-Szenen. Bei Lens, das lange Zeit zu passiv agierte, verdienten sich Utaka und Bakari die besten Noten.

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