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Champions League : Bayer gegen „Juve“ mit offener Rechnung

  • Aktualisiert am

Bayers Thomas Brdaric: „Juve” kann kommen Bild: dpa

Mit einem Sieg gegen Juventus Turin könnte Bayer Leverkusen seine Chance auf den Einzug ins Viertelfinale der Champions League wahren.

          Mit großen Hoffnungen, aber auch mit einer Portion Realitätssinn geht Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen in das vorentscheidende Gruppenspiel der Champions League gegen Juventus Turin (Mittwoch, 20.45 Uhr). „Die Meisterschaft hat absoluten Vorrang“, betonte Toppmöller vor dem Duell: „Das ist auch schon eine reine Vernunftsache, denn die Champions League werden wir wahrscheinlich nicht gewinnen.“

          Doch der Leverkusener Trainer weiß, dass die Chancen, zumindest das Viertelfinale zu erreichen, weiter gut sind: „Das ist ein echtes Endspiel für beide Teams. Nur ein Sieg hilft weiter. Man kann sicher davon ausgehen, dass Arsenal London gegen La Coruna gewinnt. Und wenn wir selbst dann auch gewinnen, würde uns in Spanien schon ein Punkt reichen.“ Mittelfeld-Arbeiter Carsten Ramelow weiß, dass sich Bayer keine Nachlässigkeit erlauben kann: „Gegen Turin muss alles stimmen. Sonst kommt man leicht unter die Räder.“

          „Da ist noch eine Rechnung offen“

          Zusätzlichen Ansporn ziehen die Rheinländer aus dem Hinspiel, das wegen Nebels zweimal abgesagt und schließlich auf einem Donnerstagmittag angesetzt wurde. Die Leverkusener standen völlig neben sich und verloren fast ohne Gegenwehr 0:4.

          „Da ist noch eine Rechnung offen“, meint Toppmöller, der sich damals auch über den Gegner geärgert hatte: „Als wir abends schnell ins Hotel wollten, hat uns die Polizei absichtlich falsch durch die Stadt geleitet. Und nach dem Spiel hat Trainer Marcello Lippi gesagt, so leicht hätte er sich das alles nicht vorgestellt. Jetzt wollen wir doch mal sehen, wie stark 'Juve' ist, wenn beide Mannschaften die gleiche Vorbereitung haben.“

          Angriff mit Berbatow und Brdaric

          Gegen die Italiener wird Toppmöller auf Nationalstürmer Oliver Neuville wegen einer Risswunde im Fuß und einer Erkältung verzichten müssen, der Einsatz von Michael Ballack ist wegen einer Erkältung unwahrscheinlich. Boris Zivkovic fehlt wegen einer Gelbsperre. Zudem gönnt Toppmöller Torjäger Ulf Kirsten gegen „Juve“ eine Pause.

          Dimitar Berbatow und Thomas Brdaric stehen in der Anfangsformation und bilden den Bayer-Angriff. Carsten Ramelow ist trotzdem voll motiviert: „Mit einem Heimsieg würde plötzlich alles wieder gut aussehen für uns. Zwar müsste dafür an diesem Tage alles stimmen, doch dass wir zur Hause jeden schlagen können, haben wir in dieser Saison oft genug bewiesen.“

          „Es gibt für uns nur ein Resultat, und das ist ein Sieg“

          Toppmöller mahnt seine Schützlinge, allerdings nicht zu sehr auf das Parallelspiel in London zu schielen: „Wir müssen uns auf uns konzentrieren.“ Turins Sturm-Duo David Trezeguet und Alessandro Del Piero, das Bayer im Hinspiel schwindlig gespielt und mit drei Treffern fast alleine geschlagen hatte, gesprengt. Del Piero, dessen Abwanderungsgerüchten „Juve“-Eigner Gianni Agnelli einen Riegel vorschob („er bleibt“), fällt wegen einer Knöchelverletzung aus.

          Der Einsatz von Trezeguet ist wegen einer Reizung des rechten Knies zudem gefährdet. Pavel Nedved (Muskelverletzung) und Torhüter Gianluigi Buffon sind ebenfalls angeschlagen. Außerdem müssen die Italiener auf die geperrten Edgar Davids und Marc Iuliano verzichten, und da auch Paolo Montero und Lilian Thuram verletzt sind, drohen vor allem in der Abwehr Probleme.

          „Juve“ hat wie Bayer erst vier Punkte, bei der „alten Dame“ käme das Aus in der Zwischenrunde aber einer Schande gleich. „Es gibt für uns nur ein Resultat, und das ist ein Sieg“, meint Trezeguet: „Auch wenn Leverkusen in der Bundesliga Tabellenführer ist, haben wir alle Chancen zu gewinnen.“

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