https://www.faz.net/-gtl-pyh4

Bundesliga : VfB Stuttgart verärgert über Hildebrand

  • Aktualisiert am

Timo Hildebrand: In Stuttgart auf dem Absprung Bild: AP

Timo Hildebrand wird seinen auslaufenden Vertrag beim VfB Stuttgart nicht verlängern und den Verein zum Saisonende verlassen. „Wir sind schon enttäuscht und auch etwas sauer“, sagte VfB-Präsident Staudt.

          2 Min.

          Timo Hildebrand wird den Fußball-Bundesligaklub VfB Stuttgart zum Saisonende verlassen und stellt die Schwaben damit vor ein Torwartproblem. „Wir bedauern diese Entscheidung, respektieren aber auch, daß Timo unser Angebot abgelehnt hat“, sagte VfB-Präsident Erwin Staudt. Obwohl der Uefa-Pokal-Teilnehmer dem Keeper eine saftige Gehaltserhöhung von 500 000 auf 1,8 Millionen Euro pro Jahr angeboten hatte, entschied sich Hildebrand für einen Wechsel im Sommer.

          „Der VfB Stuttgart und Timo Hildebrand konnten sich nicht über eine Verlängerung des zum 30. Juni 2005 auslaufenden Vertrages einigen“, teilte der Verein am Dienstag mit und zog damit einen Schlußstrich unter die monatelange Diskussion um eine Vertragsverlängerung mit dem 25jährigen. „Solche Situationen gehören zum Fußball. Timo ist Profi genug, um damit umgehen zu können“, sagte Trainer Matthias Sammer, der Hildebrand zuletzt ein Ultimatum gestellt und Klarheit bis zum Rückrundenauftakt am Samstag beim FSV Mainz 05 gefordert hatte.

          Hartnäckiger Verhandlungspartner

          Im Trainingslager in Marbella (Spanien) wollten Staudt und Manager Herbert Briem die Verhandlungen mit Hildebrand und dessen Berater Dusan Bukovac abschließen. Doch Bukovac, der schon Krassimir Balakow zu einem Rentenvertrag beim VfB verholfen hatte, erwies sich als hartnäckiger Verhandlungspartner und pokerte lange.

          Im „Tagesspiegel“ (Mittwoch-Ausgabe) machte sich VfB-Präsident Staudt schließlich Luft und sagte: „Am Ende ging es um Nebensächlichkeiten, die plötzlich aufgebauscht wurden. Dafür fehlt mir das Verständnis. Wir sind schon enttäuscht und auch etwas sauer. Kritik an uns wegen der Verhandlungsführung ist lächerlich. Wir haben alles gegeben, haben Verständnis gezeigt und Einfühlungsvermögen. Irgendwann aber merkt man, daß die andere Seite nicht will.“

          Magath nicht verwundert

          Hildebrand hatte sich unterdessen auf seiner Homepage gegen Vorwürfe gewehrt, er würde seinen Arbeitgeber bei den Vertragsverhandlungen hinhalten und die monatelange Diskussion mit der ungewissen Situation des VfB begründet. Meldungen, wonach er ein Gehalt in Höhe von bis zu 2,8 Millionen Euro verlange, hatte Hildebrand als „totalen Wahnsinn“ bezeichnet.

          „Ich wundere mich nicht über seine Entscheidung. Er ist ehrgeizig und will weiterkommen. In Stuttgart wurde er zuletzt öfters angegriffen“, sagte Magath beim Testspiels der Bayern beim Regionalligisten Fortuna Düsseldorf. „Ein Wechsel nach München ist kein Thema. Oliver Kahn steht bei uns noch bis Juni 2006 unter Vertrag“, erklärte Magath weiter.

          Kommt Lehmann?

          Wohin es den 25jährigen im Sommer zieht, ist derzeit ungewiß. Kontakte zum FC Bayern München hatten sowohl Hildebrand als auch der Rekordmeister vehement bestritten. Nach Angaben des VfB hat der Torhüter noch keinen neuen Verein. Zuletzt galt der deutsche Meister Werder Bremen als möglicher neuer Arbeitgeber des zweimaligen Nationalspielers.

          Der VfB hat durch die frühzeitige Entscheidung nun genügend Spielraum, einen geeigneten Nachfolger zu suchen. Sammer hatte als Alternative Hildebrands Nationalmannschaftskollegen Jens Lehmann ins Gespräch gebracht, der bei Arsenal London derzeit mit seinem Reservistendasein unzufrieden ist. „Ich weiß, wie er gestrickt ist, und daß er sich mit der derzeitigen Situation in London nicht lange abfinden wird“, hatte Sammer gesagt.

          Weitere Themen

          Rhein-Derby vor leeren Rängen Video-Seite öffnen

          Düsseldorf gegen Köln : Rhein-Derby vor leeren Rängen

          Am Wochenende trifft Fortuna Düsseldorf auf den 1. FC Köln. Doch auch das Rhein-Derby muss in dieser Saison ohne die Fans stattfinden. Doch auch als Geisterspiel sei das Aufeinandertreffen der beiden Vereine etwas Besonderes, wie beide Trainer beteuerten.

          DFL verzichtet auf Abbruch-Szenario

          Bundesliga : DFL verzichtet auf Abbruch-Szenario

          Es wird wohl keine Regelung geben für den Fall eines vorzeitigen Saisonendes in der Fußball-Bundesliga. Die Klubs finden offensichtlich keine einheitliche Lösung, die praktikabel wäre.

          Topmeldungen

          Streit mit der Bild-Zeitung: Virologe Christian Drosten

          „Bild“ gegen Drosten : Wahrheit im Corona-Style

          Die Kampagne gegen den Virologen Drosten ist sachlich unbegründet, niveaulos und niederträchtig. Sie richtet sich gegen die Wissenschaft. Und damit ist weder der Gesellschaft noch der Politik gedient.
          Lachen für die Kameras: Betriebsratschef Bernd Osterloh und VW-Chef Herbert Diess (rechts) im Oktober 2019 in Wolfsburg

          Osterloh gegen Diess : Das System VW schlägt zurück

          Betriebsratschef Bernd Osterloh wagt den Machtkampf mit VW-Chef Herbert Diess. Hauptkritikpunkte: Sein Führungsstil und die vielen technischen Pannen im Unternehmen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.