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Bundesliga-Spezial: Der 1. Spieltag : Die Titelfavoriten sind noch nicht in Form

  • Aktualisiert am

40. Saison, 10.Spieltag Bild: DFL

Bei Bayern oder Leverkusen lief es am ersten Spieltag noch nicht rund, aber die Aufsteiger Bochum und Bielefeld überzeugten. Bundesliga-Spezial.

          3 Min.

          Schwächelnde Favoriten, mäßiges Niveau, müde WM-Stars - beim Start in die 40. Saison hielt sich der Unterhaltungswert in Grenzen. Was am Freitag beim ersten offiziellen Eröffnungsspiel der Bundesliga-Historie zwischen Borussia Dortmund und Hertha BSC Berlin (2:2) verheißungsvoll begonnen hatte, konnte die Fußball-Fans einen Tag später nur wenig begeistern.

          Vor allem die mit Nationalspielern gespickten Titelfavoriten fanden nach der WM nur mühsam zurück in den Alltag. Unisono klagten die Trainer der drei sieglosen Spitzenclubs aus Dortmund, Leverkusen und München über die WM-Nachwirkungen.

          Wenig berauschend

          „Die deutschen Nationalspieler sind erst zwei Wochen im Training. Da können sie noch nicht 90 Minuten hohes Tempo gehen“, meinte Bayern- Coach Ottmar Hitzfeld nach dem enttäuschenden 0:0 seiner Mannschaft in Mönchengladbach. Auch sein Leverkusener Kollege Klaus Toppmöller warb im Anschluss an das 1:1 bei Energie Cottbus um Verständnis für den wenig berauschenden Auftritt. „Man muss ihnen schon zwei, drei Wochen Zeit geben“, sagte der Coach voller Hoffnung auf eine rasche Regeneration seiner Leistungsträger.

          Saisonstart: Harte Zeiten für die Liga

          Doch der Spielplan will es, dass dafür wenig Zeit bleibt. Die Profis des FC Bayern müssen sich bereits am Mittwoch in der Champions-League-Qualifikation bei Partizan Belgrad bewähren. Vize- Meister Leverkusen und Titelverteidiger Dortmund treffen am kommenden Samstag in der BayArena zum ersten Schlagerspiel der Saison aufeinander.

          Saison wie Marathonlauf

          Die Angst vor einem folgenschweren Fehlstart hält sich bei Bayern-Schlussmann Oliver Kahn dennoch in Grenzen: „Die Saison ist wie ein Marathonlauf. Da wird der Sieg auch nicht gleich am Start vergeben.“ Beim deutschen Rekordmeister konnten die hochgelobten Einkäufe Ze Roberto und Michael Ballack kaum Akzente setzen.

          Und auch im Team der Leverkusener waren die Nachwehen der langen Saison 2001/2002 in Cottbus unverkennbar. Die sportlichen Defizite wollte Bayer-Manager Reiner Calmund jedoch nicht mit den jüngsten Schlagzeilen über eine angebliche Schwarzgeldaffäre in Verbindung bringen: „Das wäre billig. Das hat uns im Fußballlerischen nicht gestört.“

          Bärenstarke Bochumer

          Ausgerechnet der Aufsteiger aus Bochum sorgte für Furore zum Auftakt. Mit dem 3:1-Erfolg beim 1. FC Nürnberg übernahm der VfL erstmals nach 28-jähriger Bundesliga-Zugehörigkeit die Tabellenführung. Doch Trainer Peter Neururer suchte schnell Bodenhaftung: „Das ist reine Sache der Statistik. Jetzt geht es darum, den Ball flach zu halten und die Leistung schon im nächsten Spiel zu bestätigen.“

          Stark auch Mitaufsteiger Arminia Bielefeld. Die Ostwestfalen besiegten Werder Bremen mit 3:0 und eroberten so die Tabellenspitze. Im zweiten Sonntagsspiel besiegte der Hamburger SV Neuling Hannover 96 mit 2:1.

          Sforza wieder bei Lautern

          Nicht nur der Aufsteiger startete besser in die Saison als erwartet. Das 1:1 beim VfB Stuttgart feierten die Profis aus Kaiserslautern wie einen Sieg. „Wir haben unseren Teil auf dem Rasen für unseren Trainer gegeben“, sagte Mario Basler mit Bezug auf die Querelen der vergangenen Wochen.

          Nach dem blamablen Aus im UI-Cup, der Demission von Reinhard Stumpf und den verbalen Entgleisungen von Andreas Brehme ließen die „Roten Teufel“ sportliche Argumente für eine weitere Zusammenarbeit mit dem umstrittenen Trainer sprechen. Zudem stärkte der Vorstands-Vorsitzende Jürgen Friedrich dem Weltmeister von 1990 den Rücken und präsentierte mit Rückkehrer Ciriaco Sforza vom FC Bayern obendrein personelle Verstärkung.

          Grund zur Freude hatte auch Brehmes Kollege Frank Neubarth. In seinem ersten Spiel auf der Trainerbank eines Bundesligisten erlöste ihn „Matchwinner“ Sven Vermant allerdings erst in der 89. Minute. „Das macht den Start auch für mich leichter“, sagte der neue Coach des FC Schalke 04 nach dem glücklichen 1:0 über den VfL Wolfsburg.

          Leichtathletik-EM besteht gegen Fußball

          Der durchwachsene Saisonstart hatte trotz der vielzitierten WM-Euphorie offenbar auch Auswirkungen auf die TV-Quoten.

          Mit 4,49 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 33,9 Prozent während des Stabhochsprung-Finales erzielte die ARD am Samtagnachmittag eine bessere Quote als SAT.1 beim Saisonauftakt in der Fußball-Bundesliga mit „ran“ und 3,07 Millionen Zuschauern (17,5 Prozent).

          Bei der Leichtathletik-EM aus München lagen die Marktanteile erstmals durchgehend bei über 30 Prozent. Schon der Marathonlauf am Mittag durch die Straßen Münchens verzeichnete 2,47 Millionen Fans und 33,4 Prozent.

          Hartes TV-Duell

          Der Fußball hatte sich dagegen am Freitag in der Gunst der TV-Zuschauer knapp gegen die Leichtathletik durchgesetzt. Das Auftaktspiel der Fußball-Bundesliga zwischen Meister Borussia Dortmund und Hertha BSC Berlin (2:2) sahen auf Sat.1 im Schnitt etwas mehr als vier Millionen Zuschauer. Bei der Münchner EM schalteten beim ZDF durchschnittlich 3,59 Millionen Zuschauer ein.

          Die Fußball-Übertragung verfolgten in der Spitze 5,61 Millionen Fans am Bildschirm. Im ersten Durchgang betrug der Durchschnittswert 3,61 Millionen (Marktanteil: 14,8 Prozent) und im zweiten 4,5 Millionen (17,2).

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