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Bundesliga-Kommentar : Tief im Fettnäpfchen

  • -Aktualisiert am

Theo Zwanziger: Knapper Sieger im Kampf um die Peinlichkeit der Vorrunde Bild: dapd

Hertha BSC und der DFB sind der Konkurrenz weit enteilt. Felix Magath hat an Boden verloren. Und Lahm und Löw sind im Kampf um die Peinlichkeit der Vorrunde chancenlos.

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          Am Ende der Hinrunde kam es dann doch noch zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen, mit dem man so nicht mehr rechnen durfte. Zu überlegen schien der Favorit schließlich zu sein, dazu noch viel zu erfahren in diesen Dingen - aber dann holte Hertha BSC mit seiner Trainerposse in den letzten Stunden doch noch gewaltig auf gegen den Deutschen Fußball-Bund und dessen interessante Außendarstellung im Kampf um den Sieg in der Wertung „Peinlichste Darbietung der Hinrunde“.

          Die Aussagen seines noch aktuellen Trainers Markus Babbel über die gescheiterten Vertragsverhandlungen süffisant als Baron-von-Münchhausen-Geschichten zu verkaufen, das war natürlich ein genialer Schachzug von Hertha-Präsident Werner Gegenbauer, um noch Boden gegen Theo Zwanziger gutzumachen. Der noch amtierende DFB-Präsident aber hatte da seinen Konter schon längst vorbereitet.

          Ende einer Schlammschlacht: Markus Babbel verlässt Hertha
          Ende einer Schlammschlacht: Markus Babbel verlässt Hertha : Bild: dapd

          Dass Zwanziger am Sonntag über diverse Interviews verbreitete, er sei nun doch schon zum Rückzug im Februar oder im März bereit und der angekündigte Zeitpunkt im Oktober sei ja nur gewählt worden, falls sich sein mittlerweile designierter Nachfolger Wolfgang Niersbach nicht - natürlich nur von ihm persönlich - zu einer Kandidatur überreden ließe, zeigt ein unübertreffliches Geschick darin, wie sich die Wahrheit verdrehen lässt. So leicht, das hätte die Hertha wissen können, lässt sich Zwanziger nicht von der Spitze in der Kategorie „Tief im Fettnäpfchen“ verdrängen.

          Magath im HIntertreffen

          Ein wenig hinten runter in dieser Wertung fiel zum Schluss Felix Magath, dem nicht mehr viel Überraschendes gelang, um seine frühere Spitzenposition zurückzugewinnen. Zumindest theoretisch wären sie in Wolfsburg dank der emsigen Arbeit des Trainers und Managers auf dem Transfermarkt ja längst in der Lage, jeden Platz im geräumigen Mannschaftsbus zu besetzen - denkbar wäre es allerdings, dass manche Spieler wegen aus Magaths Sicht schlechter Leistungen zur Strafe nur stehen dürften.

          Das Ass, mit seinen Profis nach einer Niederlage einfach mal eine Woche lang gar nicht zu reden, hatte Magath schon ausgespielt, also blieb nun nur noch die verzweifelte Aktion, mit Salihamidzic einen Spieler einzuwechseln und nach zwanzig Minuten schon wieder vom Platz zu holen. Im Grunde kein schlechter Versuch, aber angesichts der starken Konkurrenz in Berlin und beimDFB in Frankfurt letztlich doch qualitativ zu schwach.

          Lahm und Löw weit abgeschlagen

          Abgeschlagen auf den hinteren Plätzen landete der Münchner Buchautor Philipp Lahm, der mit seiner Kritik an allen ehemaligen Bayern-Trainern und an „Es gibt nur ein’ Rudi Völler“ zwar einen fulminanten und von der Bayern-Führung offenbar goutierten Start hingelegt hatte, dessen Wirkung aber schließlich wie heiße Luft verpuffte. Und dem großen Favoriten der ersten Hälfte des Jahres droht nun sogar das Schicksal, dass er gänzlich aus der Wertung genommen werden muss.

          Bundestrainer Joachim Löw hat eingeräumt, im Konflikt mit dem früheren Nationalspieler Michael Ballack Fehler gemacht zu haben. „Wir alle, und damit meine ich alle, die da beteiligt waren, hätten diese Sache besser lösen müssen“, sagte Löw - und mit Aufrichtigkeit, Verständnis, gesundem Menschenverstand und ein wenig Gespür für anständiges Verhalten ist bei Gegnern wie Hertha und DFB natürlich nichts zu gewinnen.

          Peter Penders
          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

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