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Boxen : Tyson Fury gibt WM-Titel wegen Depressionen zurück

  • Aktualisiert am

Kampf gegen Depressionen statt im Ring: Tyson Fury gibt seine Titel zurück Bild: dpa

Schwergewichtsboxer Tyson Fury ist nicht mehr Weltmeister. Der Klitschko-Bezwinger hat seine WM-Titel freiwillig zurückgegeben. Er will sich nun dem Kampf gegen seine Depressionen stellen. 

          Der an Depressionen erkrankte Schwergewichtsboxer Tyson Fury hat seine WM-Titel niedergelegt. „Ich habe die Titel im Ring gewonnen, und ich glaube, dass sie im Ring auch verloren gehen sollten, aber ich bin derzeit nicht in der Lage, sie zu verteidigen“, wurde der 28-jährige Brite in einer Mitteilung seines Managements vom späten Mittwoch zitiert.

          Er habe daher die „schwierige und emotionale Entscheidung getroffen“, seine Titel offiziell abzugeben. Fury musste allerdings ohnehin mit einer Sperre wegen Dopings und der Aberkennung seiner WM-Titel durch die Verbände WBO, WBA und IBO rechnen.

          Psychische Probleme

          Fury hatte in der vergangenen Woche dem Magazin „Rolling Stone“ gesagt: „Ich bin ein manisch Depressiver.“ Er sei seit Jahren krank. In letzter Zeit habe er jeden Tag Alkohol getrunken und Kokain geschnupft. „Ich hoffe nur, dass jemand mich tötet, bevor ich mich selbst töte“, gab er in dem Interview an. Alkohol und Drogen seien für ihn die einzige Möglichkeit gewesen, mit seinen psychischen Problemen klarzukommen, hatte Fury gesagt.

          In der Mitteilung am Mittwochabend meinte Fury, er stehe „vor einer weiteren Herausforderung in meinem Leben“. Wie gegen Wladimir Klitschko werde er siegen. Im vergangenen November hatte Fury den Ukrainer Klitschko als Weltmeister überraschend entthront. Ein Rückkampf sollte zunächst am 9. Juli in Manchester stattfinden. Zwei Wochen vor dem Termin hatte Fury das Duell wegen einer angeblichen Knöchelverletzung abgesagt. Zeitgleich feierte er bei der Fußball-EM in Frankreich mit englischen Fans in einer Kneipe in Nizza. Auch den Fight am 29. Oktober sagte er am 23. September ab.

          Einen Tag zuvor war er bei einer Kontrolle durch die amerikanische Anti-Doping-Agentur VADA in einer A-Probe positiv auf Kokain getestet worden. Fury machte sich in den Tagen darauf über den Dopingverdacht lustig. Auf seinem Twitter-Account veröffentlichte er eine Fotomontage aus dem Filmklassiker Scarface, wo Gangster Tony Montana, gespielt von US-Schauspieler Al Pacino, vor einem Berg Drogen sitzt. Fury ersetzte Al Pacinos Kopf durch seinen eigenen.

          Schon vor dem WM-Kampf im vergangenen Jahr war Fury immer wieder durch verbale Ausfälle und Hass-Tiraden gegen Frauen, Homosexuelle und Minderheiten aufgefallen und hatte Klitschko einen Teufelsanbeter genannt.

          Trainer gibt sich zuversichtlich

          Furys Trainer und Onkel Peter Zorn gab sich in der Management-Mitteilung zuversichtlich, dass sein Neffe nach seiner Gesundung wieder in den Ring steige: „Tyson wird wieder stärker zurückkommen.“

          Nach Furys zweiter Kampfabsage in diesem Jahr hatte sich Klitschko bereits orientiert. Der 40 Jahre alte Ukrainer favorisiert einen WM-Kampf gegen den Briten Anthony Joshua. Der Olympiasieger von 2012 besitzt den IBF-Titel und hat seine bisherigen 17 Profikämpfe allesamt durch K.o. gewonnen.

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