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Boxen : „Wladimir Klitschko ist die Zukunft des Boxens“

  • Aktualisiert am

Wiedersehen im Ring: Jameel McCline (l.) und Wladimir Klitschko Bild: ap

Box-Weltmeister Wladimir Klitschko hofft bei seiner Titelverteidigung gegen Jameel McCline aus den USA auf den endgültigen Durchbruch.

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          Der Showdown vor dem Faustgefecht im Boxring lief ab wie bei einem Freundschaftsreffen. Kein böser Blick, keine Beleidigung, kein gehässiges Wort - stattdessen freundliches Lächeln, nette Äußerungen, respektvoller Umgang miteinander.

          48 Stunden vor dem Titelkampf konnte bei der Abschlusspressekonferenz und dem anschließenden Wiegen weder Weltmeister Wladimir Klitschko noch sein frisch rasierter Herausforderer Jameel McCline einen Sympathievorteil verbuchen.

          „Neue Generation des Schwergewichts“

          Die einzigen markanten Unterschiede zwischen den Hünen, die sich in der Nacht zum Sonntag (4 Uhr MEZ/ZDF live) im Mandalay Bay Casino von Las Vegas duellieren, waren deren Frisur, Hautfarbe und das Körpergewicht. Der schwarzhaarige WBO-Champion aus dem Hamburger Universum Boxstall wog 10,5 Kilogramm weniger als der kahlköpfige, farbige Amerikaner, der 119,5 Kilo auf die Waage brachte.

          Trotz des Gewichtunterschieds bleibt Klitschko Promoter Klaus-Peter Kohl zuversichtlich: „Wladimir ist die Zukunft des Boxens. Allein von den körperlichen Voraussetzungen können ihm nur noch Lennox Lewis, McCline und sein Bruder Witali das Wasser reichen.“

          Das sei die neue Erfolgsgeneration des Schwergewichts, proklamiert Promoter Bob Arum sichtlich stolz. Sie habe es nicht nötig, sich mit verbalen Tiefschlägen und skandalträchtigen Provokationen à la Mike Tyson ins Rampenlicht zu schieben. Smartes Auftreten außerhalb des Ringes und boxerische Klasse im Seilquadrat prägen in der Königsklasse die Superstars der Zukunft.

          Vertrag mit US-Sender

          Wer diese sein werden, steht für den Pay-TV-Kanal Home Box Office (HBO) mittlerweile fest. „Die Klitschko-Brüder sind die Top-Schwergewichtler der Welt, da sind wir uns absolut sicher. Sie verkörpern ein Produkt, das es bislang noch nie gab“, erklärte HBO-Vizepräsident Xavier James.

          Die Akzeptanz beim bedeutendsten Box-TV-Sender gleicht einem Ritterschlag. Die entscheidende Grundlage für die ersehnte Anerkennung der promovierten Sportwissenschaftler aus der Ukraine in Amerika ist damit gegeben. Wladimir ist bereits auf unbestimmte Zeit an HBO gebunden, deren Zugpferde derzeit noch die Weltmeister Lennox Lewis, Roy Jones und Oscar de la Hoya sind.

          „Das Größte, was ich je ausgehandelt habe“

          Sechs Kämpfe in den USA sowie drei Fights außerhalb der Staaten umfasst der mit Kohl geschlossene Vertrag, der mit dem Duell gegen McCline beginnt. Das Paket beinhaltet keine Pay-Per-View- Events. Darüber gebe es separate Vereinbarungen, verriet James, der über finanzielle Inhalte den Mantel des Schweigens deckt.

          Der Kontrakt für Witali solle noch am Wochenende unterzeichnet werden, signalisiert James, ohne Einzelheiten nennen zu wollen. Kohl hält sich ebenso bedeckt. In leiser Vorfreude auf den sich abzeichnenden Mega-Deal meint der Universum-Boss: „Das wird das Größte sein, was ich je ausgehandelt habe.“

          „Witali wird Lewis ausknocken“

          Allein um den Vertrag für den im Frühjahr geplanten Weltmeisterschaftskampf gegen WBC-Titelträger Lewis wasserdicht zu machen, seien die Entwürfe zwischen Europa und Amerika 52 Mal hin- und hergefaxt worden. Tag und Nacht wurde um Details gefeilscht, Kohls Rechtsanwalt Björn Ziegler habe zum Schluss schon keine Stimme mehr gehabt.

          Auch bei Bob Arum, neben Don King und Cedrik Kushner der mächtigste US-Promoter, ist das Vertrauen in die Klitschkos inzwischen grenzenlos. „Wladimir braucht sich um Lewis keine Gedanken mehr zu machen, Witali wird ihn ausknocken und seine Karriere beenden“, behauptet der am Sonntag 72 Jahre alt werdende Chef von „Top Rank“. Seit 30 Jahren verdient er Millionen mit dem Boxen, promotete Kämpfe von Ali, Foreman, Frazier oder Holmes.

          Zwei der vier besten Schwergewichtler

          Mit Wladimir Klitschko und Jameel McCline treffen zwei der vier besten Schwergewichtler aufeinander. Die anderen beiden seien Lewis und Witali Klitschko, meint Arum.

          Im Vergleich dazu seien die unter Regie von Don King stattfindenden Kämpfe um den vakanten IBF-Gürtel zwischen Evander Holyfield und Chris Byrd am 14. Dezember in Atlantic City sowie um die WBA-Krone zwischen Titelverteidiger John Ruiz und Roy Jones am 1. März in Las Vegas nur eine B-Weltmeisterschaft.

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