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Boxen : Rüdiger May vergibt WM-Chance

  • Aktualisiert am

Rüdiger May (l.) verliert gegen Johnny Nelson Bild: dpa/dpaweb

Profi-Boxer Rüdiger May hat den Sprung auf den WM-Thron verpaßt. Der 29 Jahre alte Cruisergewichtler verlor den Titelfight nach WBO-Version gegen Johnny Nelson durch technischen K.o..

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          Auch aus Rüdiger May wird kein Champion. Der 29 Jahre alte Cruisergewichtler konnte die Erwartungen wieder nicht erfüllen und verlor Samstagnacht vor 2000 Zuschauern in Essen seinen WM-Kampf nach WBO-Version gegen Titelverteidiger Johnny Nelson (Großbritannien) durch technischen K.o. in der siebten Runde.

          „Rüdiger hat alles versucht, aber das Beste hat für einen wie Nelson nicht gereicht. Man muß sich Gedanken machen, ob er gut genug ist, mit den Besten zu boxen“, sagte Manager Wilfried Sauerland.

          Geschmeidiger und boxtechnisch besser

          Sein Stall bleibt nun mindestens bis zum 9. Oktober, wenn Super-Mittelgewichtler Markus Beyer seinen WM-Gürtel in Erfurt zurückholen will, ohne Titel. Danach sah es vor der enttäuschenden Kulisse zunächst nicht aus. May hatte couragiert begonnen und den Titelhalter damit überrascht. „Aus der Defensive gewinnt man als Herausforderer keine Titelkämpfe. Ich wollte Johnny ständig unter Druck setzen“, beschrieb der Kölner sein Rezept, das nur zwei Runden lang aufging.

          Danach legte der wesentlich geschmeidigere und boxtechnisch bessere Nelson zu. Und als der Brite nach einem unbeabsichtlichen Schubser, der May durch die Ringseile beförderte, Mitte der sechsten Runde wegen einer Verwarnung auch noch zwei Punkte abgezogen bekam, war sein Siegeswille endgültig erwacht. Nur eine Runde später erwischte der 37 Jahre alte Champion den Deutschen mit einer krachenden Rechten schwer am Kopf. „Dieses lange Ding, das kam ganz genau. Schade für Rüdiger“, sagte der frühere Weltmeister Henry Maske.

          Manager plant vorerst nicht mehr mit May

          May wankte, wurde angezählt, stellte sich noch einmal, aber vergeblich. Nach weiteren Wirkungstreffern brach Ringrichter Axel Zielke das ungleiche Duell ab. „Ich war einen Moment unaufmerksam. Das bestraft ein Klassemann wie Johnny natürlich sofort“, sagte der
          Schützling von Bruder Torsten unmittelbar nach dem Kampf. Die dritte Niederlage im 45. Profi-Kampf werde aber nicht das Ende seiner Karriere bedeuten. „Dazu habe ich viel zu lange um diese Chance gekämpft. Ich bleibe dran“, versprach der Familienvater.

          Der 1,97 Meter-Mann wird sich vorerst ganz seinen häuslichen Pflichten widmen können, denn Manager Sauerland plant in diesem Jahr nicht mehr mit ihm. Für seinen Rivalen auf Zeit, der ansonsten einer seiner besten Freunde ist, stehen die Zeichen nach seiner 12.
          Titelverteidigung im 58. Kampf (44 Siege) hingegen nicht wie kolportiert auf Abschied. „Deutschland hält mich beschäftigt. Ich habe noch viele gute Kämpfe in mir“, glaubt Nelson.

          Der routinierte Engländer würde nach seinen Erfolgen über May und zuvor Alexander Petkovic (München) gern ein drittes Mal in deutschen Ringen siegen. Seinen Traumgegner hat er sich bereits ausgesucht und auch das Resultat. „Ich warte auf Dariusz Michalczewski und werde ihn in der vierten Runde ausknocken“, kündigte Nelson an. Doch der 36 Jahre alte „Tiger“ hat seit seiner Niederlage gegen den Mexikaner Julio Cesar Gonzalez fast ein Jahr nicht mehr im Ring gestanden.

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