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Boxen : Lewis stellt Klitschko-Kampf in Frage

  • Aktualisiert am

Klarer Sieger: Chris Byrd Bild: AP

Erst demütigte Chris Byrd Altmeister Evander Holyfield nach allen Regeln der Boxkunst, dann sprach Lennox Lewis seinem auserkorenen Widersacher Vitali Klitschko das Herausforderungsrecht ab.

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          Der neue Weltmeister der Internationalen Boxing Federation (IBF) demütigte den Ex-Champion: Chris Byrd hat in der Nacht zum Sonntag in der Boardwalk Hall von Atlantic City seinen 40 Jahre alten Landsmann Evander Holyfield nach allen Regeln der Kunst ausgeboxt und sich durch einen einstimmigen Punktsieg über zwölf Runden den vakanten IBF-Gürtel im Schwergewicht erkämpft.

          Doch für Aufsehen sorgte ein anderer: Der Titelträger des World Boxing Councils (WBC) sprach Vitali Klitschko das Herausforderungsrecht ab. Am Rande des einseitigen Duells stellte WBC-Weltmeister Lennox Lewis seine für März oder April geplante Titelverteidigung gegen den älteren der beiden Klitschko-Brüder in Abrede.

          Unwürdiger Herausforderer?

          „Vitali Klitschko hat es nicht verdient, als nächster gegen mich zu kämpfen. Ich werde warten und sehen, wer würdig ist“, erklärte der Brite, der den Kampf zwischen Byrd und Holyfield für die Fernseh-Produktionsfirma von Promotor Don King kommentierte.

          Lewis versicherte, noch keinen Vertrag für eine Titelverteidigung gegen den Profi aus dem Hamburger Universum Boxstall unterschrieben zu haben. Er wolle warten bis nach dem Kampf am 1. März zwischen WBA-Champion John Ruiz und Roy Jones.

          „Die Verträge sind gemacht“

          Lewis widersprach damit seinem Manager Adrian Ogun. Dieser hatte am 29. November in Hamburg auf einer Pressekonferenz mit Klitschko- Promotor Klaus-Peter Kohl bestätigt: „Wir sind uns einig, es müssen nur noch Ort und Datum mit dem amerikanischen Fernsehsender HBO verhandelt werden“.

          Gleiches wiederholten HBO-Chef Kerry Davis und Kohl am Sonntag. „Die Verträge sind gemacht. Ich gehe davon aus, dass wir uns in der kommenden Woche über die beiden offenen Fragen einigen“, beruhigte der 58-jährige Hanseate die Gemüter: „Ich halte Lewis, seinen Manager sowie Anwalt Judd Burstein für Gentlemen, die zu ihren Vereinbarungen stehen“. Kohl betrachtet Lewis' Äußerungen als erstes Ballyhoo, um das Interesse am Klitschko-Fight anzuheizen.

          Byrd profitierte von Schulterverletzung Vitali Klitschkos

          Wie unberechenbar Lewis ist, bewies er mit dem Verscherbeln seines IBF-Gürtels. Don King erwarb die profitable Schärpe für eine Million Dollar plus einem Geländewagen und ebnete so Byrd den Weg zum zweiten Weltmeistertitel.

          Im April 2000 hatte der 32-Jährige in Berlin das WBO-Championat erkämpft, weil Titelinhaber Vitali Klitschko klar nach Punkten führend wegen einer Schulterverletzung vor der zehnten Runde aufgeben musste. Von Wladimir Klitschko wurde Byrd sechs Monate später durch eine Punkt-Niederlage über 12 Runden wieder entthront.

          Indirektes Lob für die Klitschkos

          „Jetzt kann man noch mehr ermessen, wie gut die Klitschkos sind. Byrd hat Holyfield vorgeführt, regelrecht deklassiert“, urteilte Universum-Trainer Fritz Sdunek. Rechtsausleger Byrd (97,1 kg), der als 2:1-Favorit in den Ring stieg, bestimmte vor 8 543 Zuschauern das Duell mit seiner Führhand nach Belieben. Der Olympia-Zweite von 1992 im Mittelgewicht spielte zudem seine Schnelligkeit und Beweglichkeit aus, so dass Publikumsliebling Holyfield (99,8 kg) nur selten im Infight die gefürchteten Haken schlagen konnte.

          „Er hat mich nicht einmal in Schwierigkeiten gebracht“, sagte Byrd (36 Siege/2 Niederlagen), der von seinem Trainer-Vater Joe und seiner Mutter Rose in der Ringecke betreut wurde. Mit seinem erneuten Triumph verhinderte er, dass Holyfield (38/6/2 Unentschieden), der eine Börse von fünf Millionen Dollar kassierte, zum fünften Mal in den Besitz eines WM-Gürtels im Schwergewicht kam. Byrd - mit 2,15 Millionen Dollar entlohnt - wird als nunmehr gegen John Ruiz oder Roy Jones boxen.

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