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Boxen : Klitschko kämpft um WM-Kampf

  • Aktualisiert am

Ganz der Alte, trotz neuer Verzierung - Mike Tyson Bild: dpa

Eine weitere Runde im Streit um den Titelkampf zwischen Weltmeister Lennox Lewis und Witali Klitschko steht bevor: Jetzt haben die Juristen das Wort. Mike Tyson dagegen darf wieder mal ran.

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          Witali Klitschko hat zum juristischen Gegenschlag ausgeholt. Der amerikanische Rechtsanwalt des Schwergewichtlers vom Hamburger Universum Boxstalls hat am Donnerstag (Ortszeit) beim Bezirksgericht in Las Vegas das Herausforderungsrecht seines Mandanten beim World Boxing Council (WBC) eingeklagt.

          „Die Regeln des WBC verlangen, dass der Weltmeister innerhalb eines Jahres eine Pflichtverteidigung gegen den Weltranglisten-Ersten machen muss, der in diesem Falle Witali Klitschko ist. Unter diesen Regeln muss Lennox Lewis spätestens bis zum 8. Juni gegen Klitschko boxen oder aber seinen Titel zurückgeben“, hieß es in der elfseitigen Klageschrift von Klitschko Anwalt Ron DiNicola, die der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt.

          WBC weigert sich, eigene Regeln einzuhalten

          Der Brite hatte das letzte Mal seinen WM-Titel am Juni vorigen Jahres durch einen K.o.-Sieg gegen Mike Tyson (USA) verteidigt. Lewis und der ältere der beiden Klitschko-Brüder sollten ursprünglich am 12. oder 19. April gegeneinander boxen. Der Champion weigerte sich jedoch, die unterzeichneten Verträge anzuerkennen, weil er lieber erst Mitte Juni ein Rematch gegen Tyson bestreiten will.

          Witali Klitschko beklagt, „dass alle Forderungen an den WBC, die eigene Regeln einzuhalten, auf taube Ohren gestoßen sind. Der WBC hat es bislang abgelehnt und weigert sich, Lewis über seine Pflichtverteidigung zu informieren“. Außerdem habe es der Weltverband bislang versäumt, die für Pflichtverteidigungen obligatorischen Börsenangebote einzuholen, beschwert sich der derzeit in Los Angeles bei seiner Familie weilende frühere Weltmeister des Weltverbandes WBO.

          Klitschko-Promotor Klaus-Peter Kohl hat Verständnis für das juristische vorgehen des promovierten Sportwissenschaftlers aus der Ukraine. „Ich verstehe Witalis Position und hoffe, der WBC versteht ihn. Es gibt keinen Grund für den WBC, den Kampf Lewis gegen Klitschko entsprechend seiner Regeln zu verweigern. Ich hoffe, der WBC trifft jetzt die richtige Entscheidung“, sagte Kohl.

          Tyson will Weg zum Kampf gegen Lennox Lewis ebnen

          Während auf der einen Seite die Juristen streiten, bereitet sich Mike Tyson auf seinen Kampf, der am Donnerstag stattfinden wird, gegen den Amerikaner Clifford Etienne vor. Alles andere als ein kurzrundiger Erfolg in seinem 56. Profi-Kampf (49 Siege/4 Niederlagen/2 ohne Wertung) kann für den unberechenbaren früheren Weltmeister nicht zur Diskussion stehen, auch wenn er in der vorigen Woche sechs Tage nicht trainieren konnte. Der Grund war ein grippaler Infekt, der durch eine neue Gesichtstätowierung („Mein Gesicht hat mir nicht mehr gefallen“) ausgelöst wurde. Außerdem leidet er nach wie vor unter Rückenschmerzen.

          Nur ein schneller K.o. gegen seinen sechs Jahre jüngeren Landsmann ebnet den Weg zum Rematch gegen WBC-Weltmeister Lennox Lewis und damit zu einem lukrativeren Zahltag als diesmal. „Nur“ fünf Millionen Dollar plus Einnahmen aus der TV-Übertragung von Showtime kassiert Tyson gegen Etienne, der in den Weltranglisten der WBO und IBF als Nummer 3 beziehungsweise 7 geführt wird.

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