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Boxen : Beyer wieder Weltmeister durch K.o.-Sieg

  • Aktualisiert am

Weltmeistergürtel zurückerobert: Markus Beyer Bild: dpa/dpaweb

Profi-Boxer Markus Beyer ist wieder Weltmeister. Der 33 Jahre alte Kölner hat seinen Titel im Supermittelgewicht des WBC gegen den Italiener Cristian Sanavia durch K.o. zurückerobert.

          2 Min.

          Ein spektakulärer Niederschlag hat der Sauerland-Box-Promotion endlich wieder einen Weltmeister und die Hoffnung auf eine gesicherte Zukunft beschert. Markus Beyer (Köln) holte sich Samstagnacht vor 3.000 Zuschauern in Erfurt mit einem K.o.-Sieg in der 6. Runde über Cristian Sanavia den WM-Titel im Supermittelgewicht des World Boxing Council (WBC) zurück, den er im Juni überraschend an den Italiener verloren hatte.

          „Das war ganz, ganz wichtig. Wir brauchten den Titel so dringend. Schließlich wollen wir unseren Partner ja behalten“, gestand Beyers Trainer Uli Wegner offenherzig mit Blick auf den Ende 2005 auslaufenden Fernsehvertrag mit der ARD.

          „Lucky Punch“ rettet Beyer

          Wilfried Sauerland verkniff sich verbal zwar derartige Einblicke, lieferte dafür optisch einen nachhaltigen Beleg für seine Gefühlslage ab. Er stürmte den Ring in der Messehalle so vehement, daß er den entthronten Champion aus Italien fast umgerannt hätte. „Ich weiß nicht mehr, wie ich in den Ring gekommen bin. Uns allen ist ein Riesenstein vom Herzen gefallen“, bekannte der gewiefte Geschäftsmann und stufte die 6. Runde seines Top-Angestellten als sensationell ein.

          Markus Beyer (r.) gelingt die Revanche
          Markus Beyer (r.) gelingt die Revanche : Bild: AP

          Beyers Befreiungsschlag war auch nötig, denn zu dem Zeitpunkt lag der Herausforderer schon wieder knapp hinten. „Bis kurz vor dem Ende haben wir nicht den Beyer gesehen, den wir uns gewünscht haben“, rügte Ex-Weltmeister Henry Maske. Eine Links-Rechts-Kombination des Deutschen an den Kopf des nur 1,71 m großen Italieners brachte nach 54 Sekunden der 6. Runde aber das plötzliche Ende - und den Glauben an Beyers boxerische Klasse zurück. „Die zweite Hand hat voll getroffen. Das war ein Lucky Punch“, schilderte der 33jährige die Situation, die ihn zum dritten Mal zum Weltmeister machte.

          „In schwierigen Situationen positiv gedacht“

          Zu den ersten Gratulanten zählte Eckhard Winderl. Der Psychologe hatte sich des als sensibel geltenden Boxers angenommen, als der nach seinem WM-Debakel von Chemnitz mental völlig am Boden war. „Beyer ist nicht labil, auf keinen Fall. Wie er sich wieder gefangen hat in der schwierigen Phase, setzt eine große Stabilität voraus“, erläuterte Winderl, der Lobeshymnen von allen Seiten erntete. „Ich habe heute selbst in schwierigen Situationen immer positiv gedacht. Das war in der Vergangenheit nicht immer so. Da habe ich mich oft zu leicht vom Weg abbringen lassen“, beschrieb Beyer die Wandlung in seinem 32. Profi-Kampf, der ihm den 30. Sieg und die Hoffnung auf neue Zahltage brachte.

          Die könnten der an Hoffnungsträgern armen Sauerland-Promotion künftig auch mit Schwergewichtler Nikolai Walujew winken. Der nach eigenen Angaben 2,13 m große und 146,9 kg schwere Russe, der sich der Fachwelt bisher nur mit seinen extremen Maßen definierte, lieferte bei seinem technischen K.o.-Sieg in Runde 9 über den italienischen Meister Paolo Vidoz nunmehr auch boxerisch einen vielversprechenden
          Auftritt ab. „Er hat sich in dem einen Jahr, in dem er nun bei uns ist, Schritt für Schritt verbessert. Von ihm können wir noch einiges erwarten“, glaubt Sauerland.

          Walujew steht inzwischen auf dem Wunschzettel der Klitschkos. „Wladimir wollte ursprünglich schon am 2. Oktober in den Vereinigten Staaten gegen ihn boxen. Ich habe ihm aber gesagt: Wenn wir das machen, dann in Deutschland“, so Sauerland. Ein solches Duell sei von Januar 2005 an denkbar. Der 31jährige Russe hat nach 29 K.o.-Siegen in 38 Kämpfen bei nur einer Niederlage keine Angst davor. „Ich bin bereit“, meinte er. Zuvor wird Walujew aber noch am 20. November in den Ring steigen. Als möglicher Gegner ist Michael Moorer (USA) im Gespräch, der 1996 in Dortmund Axel Schulz in einem WM-Fight besiegt hat.

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