https://www.faz.net/-gtl-9sn2n

Formel 1 in Mexiko : Verstappen rast an Unfall vorbei

„Erheblich beschädigt“: Valtteri Bottas verlässt seinen Rennwagen humpelnd, aber unverletzt. Bild: AFP

Mercedes-Pilot Valtteri Bottas baut einen Unfall und alle Fahrer wie Sebastian Vettel müssen ihre Hoffnungen auf eine Pole Position begraben. Nur Max Verstappen geht provokativ nicht vom Gas. Für die WM-Entscheidung könnte der Unfall Folgen haben.

          2 Min.

          Ein Unfall von Mercedes-Pilot Valtteri Bottas hat die Qualifikation zum Großen Preis von Mexiko entschieden. Der Finne verlor in der letzten Kurve die Kontrolle über sein Fahrzeug, so dass die schnellsten Runden der ihm nachfolgenden Fahrzeuge das Klassement nicht mehr veränderten. Damit startet Max Verstappen im Red Bull von der Pole Position, neben ihm nimmt Charles Leclerc im Ferrari das Rennen auf. Sebastian Vettel fuhr auf Platz drei, vor Lewis Hamilton im Mercedes. Fünfter wurde Alex Albon im zweiten Red Bull, vor Bottas, der dem Mercedes-Wrack leicht humpelnd entstieg. Er suchte anschließend die Streckenambulanz auf, wo keine Verletzungen entdeckt wurden. Verstappen stellte in 1:14,758 einen neuen Streckenrekord auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez auf – allerdings, als Bottas schon verunglückt war und gelbe Flaggen geschwenkt wurden.

          „Ich habe gesehen, dass Valtteri gecrasht ist“, sagte Verstappen anschließend. Auf Nachfrage, ob er deshalb abgebremst habe, sagte der Niederländer: „Sah nicht so aus, oder? Nein.“ Vettel sagte, er sei durch die gelben Flaggen an einer schnelleren Runde gehindert worden. Red-Bull-Teamchef Christian Horner sagte dem Sender „Sky“, er glaube, die Flaggen seien erst geschwenkt worden, als Verstappen über die Ziellinie gekommen sei – da hatte Vettel allerdings seinen Versuch längst abgebrochen.

          Formel 1

          Verstappen, Sieger des Großen Preis von Mexiko in den vergangenen beiden Jahren, hatte im letzten Qualifikationsabschnitt bereits beim ersten Umlauf die schnellste Zeit gesetzt, er hätte die Pole Position also auch behalten, wenn er keinen Streckenrekord in den letzten Sekunden des Qualifyings gefahren wäre. „Allen Fahrern ist klar, dass gebremst werden muss, wenn gelb geschwenkt wird“, sagte Leclerc anschließend. Verstappen sagte, ihm sei das auch klar. Und klang danach beinahe, als wolle er die Rennkommissare herausfordern: „Dann sollen sie die Runde eben streichen. Ich bin trotzdem auf eins. Wir wissen, was wir tun. Sonst wären wir nicht in der Formel 1.“ Der Internationale Automobilverband Fia leitete zunächst keine Untersuchung ein – mit der Begründung, Verstappen sei auf den letzten Metern eben doch minimal vom Gas gegangen. Erheblich verlangsamt wurde Verstappens Fahrt dadurch allerdings kaum: niemand war am Samstag im letzten Streckenabschnitt schneller unterwegs als der Niederländer auf dieser letzten Runde.

          Mehr als zwei Stunden nach Qualifikationsende, um zehn nach vier Ortszeit, wurde der schnellste Mann des Mittags doch von den Stewards einbestellt – wegen des Verdachts, unter gelben Flaggen nicht gebremst zu haben. So wie Verstappen selbst es auch in der Pressekonferenz gesagt hatte. Hamilton forderte die Stewards auf, „sehr, sehr streng“ zu sein. „Streckenposten riskieren in diesen Situationen ihre Leben. Es hätte alles Mögliche passieren können, ein Auto auf der Strecke oder Menschen. Er brauchte diese Bestzeit nicht, er hatte die Pole. Fahrer müssen die Regeln kennen und sie respektieren.“ Mercedes-Teamchef Toto Wolff sagte, er wolle sich in die Diskussion nicht einmischen. „Es ist Aufgabe der Fia, diese Situationen zu bewerten.“

          Unklar war zunächst, ob Reparaturen eine Strafversetzung nach sich ziehen würden. Das könnte entscheidenden Einfluss auf die endgültige Entscheidung der Weltmeisterschaft haben. Teamkollege Hamilton muss 14 Punkte mehr als Bottas einfahren, um schon in Mexiko Weltmeister zu werden. Ein Teamsprecher teilte eine Dreiviertelstunde nach dem Unfall mit, das Fahrzeug sei „erheblich beschädigt“, es werde untersucht, „was genau getan werden muss, um es ins Rennen schicken zu können“.

          Entscheidend für den Rennverlauf wird die Frage sein, wie lange die Piloten mit den Reifen auskommen werden, die auf Grund der rutschigen Piste erheblich schneller verschleißen als auf anderen Strecken. Zudem ist für die Nacht in Mexiko-Stadt neuerlicher Regen angekündigt, so dass der Kurs zwischen Qualifying und Rennen wieder an Haftung verliert. „Ziemlich nutzlos“ seien die Reifen, die Abnutzung „immens“, hatte Hamilton nach dem freien Training am Freitag gesagt. Alle Toppiloten gehen auf der mittelharten Reifenmischung ins Rennen und hoffen so, einen sehr frühen Stopp vermeiden zu können. „Wir werden sehen, wer sich traut, am längsten draußen zu bleiben“, sagte Vettel nach dem Qualifying.

          Weitere Themen

          Stuttgart kann es auch noch auswärts

          2. Bundesliga : Stuttgart kann es auch noch auswärts

          Seit dem 27. September 2019 wartete der VfB auf einen Sieg auf fremden Platz. Mit dem 1:0 in Bochum reißt nicht nur diese Serie – den Schwaben gelingt auch ein wichtiger Schritt im Aufstiegsrennen.

          Nowitzki für sein Lebenswerk geehrt

          Laureus-Preise in Berlin : Nowitzki für sein Lebenswerk geehrt

          In der Hauptstadt wird der frühere Basketballer für seine Verdienste um den Sport ausgezeichnet, den Laureus für den besten Sportler teilen sich Messi und Hamilton. Auch eine weitere Deutsche erhält den Sportpreis.

          Topmeldungen

          Großprojekt in Brandenburg : Der Aufstand im Tesla-Wald

          Erst stoppen Umweltschützer die Rodungsarbeiten, dann klettern Kapitalismuskritiker auf die Bäume: Sind Großprojekte wie die Tesla-Fabrik in Deutschland überhaupt noch machbar?
          Ein deutsches U-Boot im Mai 1945 im Bunker in St. Nazaire

          Die letzten Kriegswochen : Kämpfe um deutsche U-Bootbasen

          Gefechte um noch von der Wehrmacht gehaltenen Stützpunkte in Westfrankreich bleiben folgenlos. Argentinien protestiert gegen das Festhalten seiner Diplomaten durch Deutschland. Der 18. Februar 1945 in der F.A.Z.-Chronik.
          Der „200. Dresdner Abendspaziergang“ des ausländerfeindlichen Bündnisses Pegida hatte vor der Frauenkirche auch zahlreiche Gegendemonstranten auf den Plan gerufen.

          Pegida-Demo in Dresden : Höckes Angst vor Merz

          Thüringens AfD-Chef sprach am Montagabend anlässlich des 200. „Abendspaziergangs“ der islam- und regierungsfeindlichen Bewegung Pegida vor mehreren tausend Menschen in Dresden. Etwa genauso viele protestierten gegen die Veranstaltung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.