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1:1 in Bielefeld : Für Gladbach-Torhüter Sommer ein „Schritt vorwärts“

  • -Aktualisiert am

War froh über den Punkt: Borussia-Schlussmann Yann Sommer in Bielefeld Bild: dpa

Der Sportdirektor ist weg, die Sorgen im Kampf um den Klassenverbleib bleiben. Dennoch herrscht bei der Borussia überwiegend Erleichterung nach einem schmalen Tagesertrag gegen die Arminen.

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          Es ging um ein Stück Vergangenheitsbewältigung und zugleich um den Aufbruch in eine Zukunft mit neuen Perspektiven. Die Mannschaft von Borussia Mönchengladbach war nach den Tagen des Erschreckens über den emotional grundierten Rücktritt des allseits beliebten Sportdirektors Max Eberl in der Pflicht, den alltäglichen Herausforderungen der Fußball-Bundesliga mit neuem Elan gewachsen zu sein.

          Bundesliga

          Das gelang den in den Kampf gegen den Abstieg gerutschten „Fohlen“ durch das 1:1 bei Arminia Bielefeld zwar nur halbwegs, und doch überwog nach Wochen der sportlichen Enttäuschungen und des Trennungsschmerzes nach Eberls „Ich-muss-raus“-Abschied die Erleichterung, sich bei den seit sechs Spielen ungeschlagenen Ostwestfalen zumindest behauptet zu haben.

          Auch dank robuster Führungskräfte wie Nationalspieler Jonas Hofmann, der am Samstag dazu aufrief, geschlossen nach vorn zu schauen. „Natürlich vermissen wir Max“, sagte er gegenüber dem Fernsehsender Sky, „aber jetzt müssen wir das Thema auch mal abhaken. Max ist weg, wir müssen uns auf uns und den Verein konzentrieren. Für uns als Mannschaft bewegt Max auf dem Platz nichts, da denkt keiner an ihn.“

          Leidenschaftlicher Kampf um den Sieg

          Die neue, in eine Jetzt-erst-Recht-Mentalität mündende Widerstandskraft bekam am Samstag die wie die Borussia um den Klassenverbleib kämpfende Arminia zu spüren, nachdem die Ostwestfalen durch Serras sehenswerten 17-Meter-Schlenzer im Arjen-Robben-Stil in Führung gegangen waren (19. Minute). Die Gladbacher berappelten sich danach umgehend und glichen durch Pleas Kopfball knapp über dem Alm-Rasen aus (38.).

          Das 1:1 spiegelte bis zum Ende die gleichwertigen Kräfteverhältnisse zweier Teams, die, jeder auf seine Weise, in diesem tempogeladenen Duell leidenschaftlich um den Sieg fighteten: Bielefeld mit mehr Wucht und Konterqualität, Gladbach mit mehr Spielkunst und Kombinationsfußball.

          Am Ende waren die Arminen froh, ihre Serie an unbesiegten Spielen verlängert zu haben, und die Borussen erleichtert, den „Schritt vorwärts“ geschafft zu haben, wie der wieder einmal exzellente Torhüter Yann Sommer nach seinem 250. Bundesligaspiel den Tagesertrag beschrieb. Was noch fehlte, war die Kaltblütigkeit im Abschluss angesichts einer dominanten zweiten Hälfte ohne die ganz große Gelegenheit zum Sieg.

          „Es ist extrem wichtig, dass wir zusammenbleiben“, mahnte Sommer weitere Gladbacher Gemeinschaftswerke an. Allein Trainer Adi Hütter klagte leise über den schmalen Tagesertrag. „Wenn wir die Konter besser ausgespielt hätten, wären wir als verdienter Sieger vom Platz gegangen.“

          Arminias Trainer Frank Kramer sah lieber das große Ganze und machte sich zum Anwalt der Fans: „Das Spiel hat alles geboten, was der Zuschauer sehen will. Wir nehmen den Punkt mit, und darauf können wir auch stolz sein.“

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