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Borussia Dortmund : „In Europa ein Stück weiter“

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Dortmund feiert sich selbst: Dede, Koller, Amoroso (v.l.) Bild: dpa

Der erste Einzug in ein europäisches Halbfinale seit 1998 hat bei Borussia Dortmund Euphorie ausgelöst, nun kommt im Uefa-Cup der AC Mailand.

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          Die Rückkehr auf die große Fußball-Bühne sorgte für Festtagsstimmung und grenzenlose Erleichterung. Mit dem 4:0 im Viertelfinal-Rückspiel um den UEFA-Cup über Slovan Liberec bescherten die Profis von Borussia Dortmund ihren Fans endlich wieder einen Grund zum Feiern.

          Wir sind wieder wer - der erste Einzug in ein europäisches Halbfinale seit 1998 versetzte alle Beteiligten in Euphorie. Befreit von schweren Lasten genoss auch Michael Meier den Augenblick: „Jetzt können wir für kurze Zeit befreit durchatmen.“

          Millionen-Investitionen werfen Rendite ab

          Zur Genugtuung des Managers scheinen sich die mutigen und sündhaft teuren Investitionen der vergangenen Jahre auszuzahlen. Schließlich garantiert das UEFA-Cup-Halbfinale am 4. und 11. April gegen den AC Mailand nicht nur einen Prestigegewinn, sondern darüber hinaus weitere Einnahmen in Höhe von mindestens vier Millionen Euro.

          „Kampfsport” Fußball: Liberecs Stajner (l.) gegen Dede (Dortmund)

          Selbst der ansonsten zurückhaltende Matthias Sammer machte aus seinem Stolz keinen Hehl. „Wir sind in Europa wieder ein Stück weiter“, sagte der Trainer nach der famosen zweiten Halbzeit, in der sein Team den internationalen Höhenflug der unbequemen Tschechen binnen weniger Minuten dank der Tore von Marcio Amoroso (51.), Jan Koller (57.), Lars Ricken (70.) und Ewerthon (90.) abrupt beendete.

          Ohne Angst gegen Milan

          Die Torflut nach der Pause schürte Vorfreude auf den Endspurt in der Meisterschaft und die beiden Duelle mit dem Tabellen-6. der italienischen Liga. „Wir sind stark genug, auch den AC Mailand zu schlagen“, tönte Spielmacher Tomas Rosicky.

          Der Respekt vor dem 16- maligen Landesmeister, der sich im bisherigen Wettbewerb gegen Bate Borisov, ZSKA Sofia, Sporting Lissabon, Roda Kerkrade und Hapoel Tel Aviv durchsetzen konnte, hielt sich auch bei Sportmanager Michael Zorc in Grenzen: „Das wird ein Kräftemessen auf höchstem internationalen Niveau. Wir freuen uns auf diese reizvolle Aufgabe, hätten allerdings lieber zuerst auswärts gespielt.“

          Amoroso begeistert

          Vor allem die Geniestreiche von Amoroso ließen die Herzen der 36 500 Zuschauer im Westfalenstadion höher schlagen. Der Brasilinaner avancierte wie schon zuletzt in Freiburg zum Matchwinner und war an den ersten drei Treffern maßgeblich beteiligt.

          „Vom Potenzial her ist er ein unglaublicher Spieler“, meinte Sammer, der vor allem die Fortschritte von Amoroso im läuferischen Bereich lobte. Die sehenswerte Vorbereitung des Angreifers zum 3:0 durch Ricken schürte beim Coach die Hoffnung, den zur Faulheit neigenden Individualisten doch noch zu einem mannschaftsdienlicheren Spieler erziehen zu können: „Er ist nun in der Lage, auch in der 70. Minute solche Dinge zu tun - das ist wichtig.“

          Lehmann wird gefeiert

          Selbst das in den vergangenen Tagen dominierende Lehmann-Thema geriet ob des Halbfinal-Einzugs in Vergessenheit. Dazu trugen die Zuschauer bei, die dem Schlussmann trotz seiner mit einer Sperre bedachten Tätlichkeit in Freiburg einen freundlichen Empfang bereiteten. „Ich muss mich dafür bedanken, das war ein schönes Gefühl für mich“, sagte Lehmann, den die Schlagzeilen der vergangenen Tage sehr nachdenklich gestimmt haben: „Ich hoffe, so etwas passiert mir nie wieder.“

          Den „Denkzettel“ von DFB-Teamchef Rudi Völler, ihn für das Länderspiel gegen die USA am 27. März in Rostock auszuschließen, hält der Geläuterte für eine angemessene Sanktion: „Das ist okay. Ich habe mit Völler gesprochen.“

          Die anhaltende Terminhatz soll im Kampf um die Meisterschale nicht zu einem Substanzverlust führen. Damit das Team bei der Jagd auf Tabellenführer Bayer Leverkusen nicht noch weiter ins Hintertreffen gerät, warnte Manager Meier vor verfrühter Selbstzufriedenheit: „Darauf können wir uns nicht ausruhen. Am Sonntag spielen wir gegen Cottbus, und das ist noch wichtiger.“

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