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Boris Becker : Bühne frei für den Center-Court

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Will das Hamburger-Masters aufpeppen: Boris Becker Bild: ap

Mit Abend-Matches, Showbühnen, Musik und Comedy-Auftritten will Boris Becker das Hamburger Masters-Turnier zu einem Event machen.

          Mit einer Vermarktung nach US-Vorbild will Boris Becker das marode Masters-Turnier am Hamburger Rothenbaum im kommenden Jahr wieder zu einer großen Nummer im Tennis-Business machen.

          „Es geht darum, das Schaufenster des deutschen Tennis zu retten. Was in Amerika funktioniert, versuchen wir nach Deutschland rüberzubringen“, sagte der dreimalige Wimbledonsieger am Freitag in Berlin, wo der kriselnde Deutsche Tennis Bund (DTB) mit einem Festakt sein 100-jähriges Bestehen beging.

          Showbühnen, Musik und Modenschauen

          Frei nach dem Vorbild der US Open soll es im nächsten Mai erstmals Abend-Matches, Showbühnen, Musik, Modenschauen und Comedy-Auftritte geben. Eine Tennis-Revolution soll zwar ausbleiben, angesagt sind aber Unterhaltung, Lifestyle und Spaß, mit denen das Traditionsturnier zu einem so genannten Event aufgepeppt werden soll.

          Als Appetithappen ist in der Woche zuvor ein zweitägiges Daviscup-Revival mit Becker und Michael Stich gegen die pensionierten Tennis-Rivalen aus den USA oder Schweden geplant.

          „Faires Miteinander“

          Ob die finanziell angeschlagenen German Open damit gerettet werden können, blieb am Freitag ebenso offen wie Details der Übereinkunft zwischen Beckers Firma BCI und der ACE Group des einstigen Düsseldorfer Großbäckers Heiner Kamps mit dem klammen DTB. Dessen Präsident Georg von Waldenfels bestritt einerseits, dass der Verband den größeren Teil des Risikos trägt, verweigerte andererseits aber weiterhin hartnäckig jegliche Auskunft über Details der Übereinkunft.

          „Das ist ein faires Miteinander. Es geht nicht darum, den einen oder anderen über den Tisch zu ziehen“, sagte von Waldenfels, der am Samstag auf der DTB-Mitgliederversammlung für eine weitere Amtszeit kandidieren wird.

          Keine „Einmal-Geschichte“

          „Es ist normal, dass nicht jeder Hurra schreit“, kommentierte Becker und ließ durchblicken, dass er im ersten Anlauf keine großen Gewinn erwartet, deswegen aber nicht gleich wieder abspringen will. „Das ist kein Schuss aus der Hüfte, damit das Turnier jetzt einmal stattfindet. Meine Aufgabe ist es, Tennis wieder aufzubauen“, sagte der 32-Jährige, der als ehrenamtlicher „Chairman“ - zu deutsch Vorsitzender - und Zugpferd der Veranstaltung fungieren wird.

          Andererseits stellte Becker klar: „Die Investitionen sind hoch, und die müssen irgendwann wieder reinkommen.“ Kamps sagte, es stünden auf jeden Fall 1,5 Millionen Euro zur Verfügung, weitere Sponsoren sind nötig. „Wir sehen das nicht als Einmal-Geschichte“, betonte Kamps.

          „Pay-TV hat Zuschauer verschreckt“

          Entscheidend ist die weiterhin offene Frage der Fernseh-Vermarktung. Laut Beckers Medienberater Robert Lübenoff, der neben der DTB-Pressestelle ebenfalls in die Medienbetreuung eingebunden ist, laufen derzeit noch Gespräche mit verschiedenen TV-Anstalten. „Wir haben durch die Vermarktung im Pay-TV viele Zuschauer verschreckt“, räumte von Waldenfels ein und forderte außerdem erneut eine Senkung der Preisgelder. Derzeit sind die neun Turniere der Masters-Serie mit jeweils knapp drei Millionen Dollar dotiert.

          Nach dem Verkauf des Hamburger Damen-Turniers nach Philadelphia muss der DTB außerdem dringend für eine verstärkte Nutzung der Anlage am Rothenbaum sorgen. Ansonsten könne sich der Verband sein millionenschweres Stadion nicht mehr leisten, sagte Waldenfels.

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