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Blatter im Fokus : Zwischen Kandidatur und Korruptionsvorwurf

Die Fifa ohne Blatter? Unvorstellbar - vor allem für Blatter selbst Bild: dpa

Der Präsident des Internationalen Fußballverbandes, Sepp Blatter, tritt beim Thema Transparenz auf die Bremse, will natürlich weitermachen - und weist Verdächtigungen empört von sich.

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          Der Präsident des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa), Joseph Blatter, hat am Freitag die Frage nicht beantworten können, ob und wann wichtige Erkenntnisse des Untersuchungsberichts zu den WM-Vergaben an Russland (2018) und Qatar (2022) der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. „Es gab heute aus dem Exekutivkomitee keine Aufforderung, den Report zu veröffentlichen“, sagte er nach einer Sitzung des Fifa-Vorstandes. Er sorgte dazu für neue Verwirrung, weil angeblich nur der Rechtsausschuss der Fifa über eine Veröffentlichung entscheiden kann. Die Vorsitzenden der Fifa-Ethikkommission, darunter der deutsche Richter Hans-Joachim Eckert, sehen dagegen den Fifa-Vorstand hier am Zug. Die heikle Sache wird bei der Fifa derzeit hin- und hergeschoben.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Theo Zwanziger, Mitglied im höchsten Gremium der Fifa, wird wesentlich konkreter und sagte dieser Zeitung: „Dass eine Veröffentlichung wichtiger Fragen der Untersuchung stattfinden muss, steht außer Frage. Dies muss allerdings nach rechtsstaatlichen Kriterien geschehen. Wenn der Zeitpunkt gekommen ist, werde ich mit meinen Möglichkeiten initiativ werden.“

          Nicht einsehen wollte Blatter die Kritik an teuren Uhrengeschenken des brasilianischen Fußballverbandes vor der WM an Topfunktionäre, obwohl die eigene Ethikkommission der Fifa eine Rückgabe der 25.000 Dollar teuren Chronografen bis Ende Oktober fordert. „Das ist ein Non-Problem. Es ist völlig falsch von Korruption zu sprechen“, sagte Blatter. Der 78-Jährige, der nochmals ankündigte, dass er im nächsten Mai zum fünften Mal als Präsident wiedergewählt werden will, ließ die Frage unbeantwortet, ob er sein brasilianisches Uhrengeschenk schon zurückgegeben hat.

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