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Bilanz Ski nordisch : Starke Deutsche, zwei überragende Athleten und dunkle Doping-Schatten

  • -Aktualisiert am

Der Moment, als die Gold-Träume endeten - Hannawald gestürzt Bild: dpa

Die Dopingfälle Mühlegg und Lazutina überschatten den Glanz der Doppel- und Dreifach-Olympiasieger Ammann und Lajunen sowie die starken deutschen Langläufer und Skispringer.

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          Simon Ammann verzauberte als Doppel-Olympiasieger im Skispringen die gesamte Schweiz und der Finne Samppa Lajunen entschied sogar alle drei Wettbewerbe der Nordischen Kombinierer für sich.

          Achim Dreis
          Sportredakteur.

          Doch die Dopingfälle der Langlauf-Goldmedaillengewinner Johann Mühlegg, Larissa Lazutina sowie Olga Danilowa ließen den Glanz der nordischen Disziplinen verblassen, und überdeckten auch die guten Leistungen der deutschen Langläufer, Skispringer und Kombinierer.

          Trügerische Dominanz

          Der Allgäuer Eigenbrötler Johann Mühlegg schien der Dominator der Langlauf-Loipe zu sein. Der für Spanien startende Mühlegg gewann Gold im Massenstart über 30 km, im Verfolgungsrennen über zwei mal zehn und schließlich auch über 50 km.

          Doch bei einer Trainingskontrolle am 21. Februar, zwischen dem zweiten und dritten Wettkampf, war er positiv auf den die Ausdauerleistung erhöhenden Stoff Darbepoetin getestet worden. Mühlegg muss die dritte Goldmedaille abgeben, doch der Glanz seiner ersten beiden Siege ist ebenso verblasst.

          Mehrere Skandale um russische Langläuferinnen

          Die russischen Langläuferinnen waren gleich in mehrere Skandale verstrickt. Zunächst wurde ihre Frauen-Staffel wegen eines zu hohen Hämoglobin-Wertes von Larissa Lazutina am Donnerstag nicht zum Start zugelassen. Die russische Delegation protestierte scharf und drohte sogar mit Boykott.

          Beim abschließenden 30 km-Rennen lief Lazutina am Sonntag wieder mit und gewann, doch ihre Urinprobe, die am 21. Februar nach dem auffälligen Hämoglobin-Wertes angeordnet wordn war, fiel positiv auf den EPO-ähnlichen Stoff Darbepoetin aus. Die Goldmedaille in diesem Rennen muss sie zurückgeben, ihre beiden Silbermedaillen aus vorherigen Rennen darf sie wohl behalten. Landsfrau Olga Danilowa, die Gold und Silber über fünf und zehn Kilometer gewann, aber nur vor dem 30 km-Rennen positiv getestet wurde, darf sich als entdeckter und vorerst unbestrafter Dopingsünder fühlen.

          Langläufer sorgten für die größte Überraschung

          Aus deutscher Sicht begeisterten vor allem die Langläufer, die vorher zwei Jahrzehnte lang im Schatten der Skispringer gestanden hatten. Evi Sachenbacher und Peter Schlickenrieder gewannen die Silbermedaillen in den neu eingeführten Sprintrennen. Bronze fügten Tobias Angerer, Jens Filbrich, Andreas Schlütter und Rene Sommerfeldt mit der Männerstaffel hinzu.

          Gar sensationelles Gold gewann die Frauenstaffel mit Viola Bauer, Manuela Henkel, Claudia Künzel und Evi Sachenbacher. „Das ist der überraschendste Sieg, den ich bei Olympia mitgemacht habe, und ich bin 30 Jahre dabei“, jubelte der Sportdirektor des Deutschen Skiverbands, Thomas Pfüller. Langlauf-Koordinator Jochen Behle sagte: „Wir haben unser Mauerblümchen-Dasein endgültig beendet.“

          Skispringer mit Gold und Silber im Soll

          Bei den Skispringern sorgte ein hauchdünn gewonnenes Mannschaftsspringen für zufriedene Gesichter. Sven Hannawald, Stephan Hocke, Michael Uhrmann und Martin Schmitt gewannen mit einem Zehntel Punkt Vorsprung vor Finnland die ersehnte Goldmedaille. Zuvor hatte Sven Hannawald Silber von der Normalschanze gewonnen, aber eine weitere Medaille von der Großschanze durch eine verpatzte Landung im letzten Sprung verschenkt.

          Doppelt mit Silber dekoriert wurde der Nordisch Kombinierer Ronny Ackermann. Nach einem enttäuschenden vierten Platz zum Auftakt im Einzelrennen belegte er in der Staffel mit Georg Hettich, Marcel Höhlig und Björn Kircheisen ebenso den zweiten Platz wie alleine im Sprint. Während Samppa Lajunen alle drei Goldmedaillen gewann, sicherte sich der Österreicher Felix Gottwald in allen Disziplinen Bronze.

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