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Biathlon-WM : Ricco Groß gewinnt Silber, Martina Glagow Bronze

  • Aktualisiert am

Erste Medaille für die deutschen Biathleten: Martina Glagow Bild: AP

Die deutschen Biathleten sind erfolgreich in die WM in Oberhof gestartet. Ricco Groß wurde im Männer-Sprint Zweiter, Martina Glagow gewann Bronze. Raphael und Liv Grete Poiree feierten einen Familien-Doppelsieg.

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          Die deutschen Biathleten haben am Samstag bei der Heim-WM in Oberhof einen Blitzstart hingelegt. „Supergenial“, fand Ricco Groß. „Jetzt ist der größte Druck vom Team genommen“, meinte Martina Glagow.

          Die ersten WM-Titel in der mit 23.000 Zuschauern ausverkauften Rennsteig-Arena gingen an die Familie Poiree. Die Norwegerin Liv Grete gewann über 7,5 km, ihr französischer Ehemann Raphael war über 10 km der Beste. Beide hatten 2000 bei der WM in Oslo schon einmal so einen Coup im Massenstart gelandet.

          „Alles, was noch kommt, ist eine Zugabe“

          „Ich bin zwar total fertig, aber heute konnte ich keinen Meter zurückstecken“, meinte Groß nachdem er entkräftet ins Ziel gefallen war und im Liegen in die jubelnden Zuschauer winkte. „Die Leute hier haben doch Eintrittsgeld bezahlt und wollten mich rennen sehen.“ Für den ganz großen Wurf fehlten dem Ruhpoldinger 9,1 Sekunden, nachdem er zwischenzeitlich bis auf drei Sekunden an Poiree rangekommen war. „Der Schnee war so tief, es ging wirklich nicht schneller. Das war das Maximum. Das beste Ergebnis beim Saisonhöhepunkt - da kann man nicht meckern“, sagte Groß mit einem Lächeln im Gesicht.

          Derzeit unschlagbar: Liv Grete Poiree
          Derzeit unschlagbar: Liv Grete Poiree : Bild: AP

          „Für mich ist die WM schon perfekt gelungen. Alles, was jetzt noch kommt, ist eine Zugabe. Ich bin einfach happy“, meinte Martina Glagow. Wie Groß geht auch die zierliche Blondine am Sonntag (14.00 Uhr, Herren: 15.20 Uhr/jeweils live im ZDF) als Titelverteidiger und Mitfavorit in das 10-km-Jagdrennen.

          „Fantastisch und phänomenal“

          „Das ist Martinas Schokoladendisziplin. Da erhoffen wir uns eine weitere Medaille. Auch wenn der Rückstand zu Liv Grete Poiree bereits beträchtlich ist“, meinte Bundestrainer Uwe Müssiggang. Groß war gar schon zweimal (1999, 2003) Jagdstart-Weltmeister. „Ricco ist wieder in absolute WM-Form gekommen. Fantastisch und phänomenal, was er hier abgeliefert hat“, meinte Herren-Coach Frank Ullrich.

          Medaillenchancen kann sich auch noch Michael Greis (Nesselwang) ausrechnen, dessen starke Leistung mit Rang fünf belohnt wurde. „Meine Ski waren perfekt. Nur die Beine konnten nicht schneller. Danke an Ronny Ackermann“, meinte Greis, der die Ski vom Oberhofer Weltmeister in der Nordischen Kombination geborgt hatte.

          Ich weiß gar nicht, wie ich das gemacht habe“

          „Ich denke nicht daran, daß ich im Vorjahr Weltmeisterin war. Ich werde mich doch nicht zusätzlich unter Druck setzen“, erzählte Glagow vor dem Jagdrennen. Und Liv Grete Poiree meinte: „Alle, die heute vorne waren, können am Sonntag noch gewinnen. Ich will einfach das tun, was mir heute perfekt gelungen ist: schnell laufen und gut schießen.“

          Dank eines überragenden Schlußspurts schaffte Glagow noch als Dritte neben der zeitgleichen Weißrussin Jekaterina Iwanowa den Sprung auf das Siegerpodest. „Das ist so geil. Ich weiß gar nicht, wie ich das gemacht habe. Ich lag doch kurz vor dem Ziel noch sechs Sekunden zurück.“ 400 Meter vor dem Ziel betrug ihr Rückstand zu Iwanowa 6,5 Sekunden. „Ich habe auf der Zielgeraden nur noch den Kopf runtergenommen und bin gerannt. So schnell, wie es ging. Oberhof ist eben toll für mich. Die Strecken hier liegen mir.“

          Während sich Glagow beim Schießen im böigen Wind nur einen Fehler leistete, trafen die drei anderen deutschen Starterinnen jeweils vier von zehn Zielen nicht. Katrin Apel (Frankenhain/13.), Simone Denkinger (Gosheim/24.) und Olympiasiegerin Kati Wilhelm (Zella-Mehlis/26.) hatten mit dem Ausgang des Rennens deshalb nichts zu tun. Die fieberkranke Uschi Disl befindet sich derweil auf dem Weg der Besserung und kann eventuell in einer Woche im letzten WM-Rennen wieder eingesetzt werden.

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