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Biathlon-WM : Groß Vierter: „Das ist bitter“

  • Aktualisiert am

Unzufrieden mit Platz vier: Ricco Groß Bild: dpa/dpaweb

Sprint-Weltmeister Raphael Poiree sicherte sich mit nur einem Schießfehler auch die Biathlon-Goldmedaille im 20-km-Einzelrennen. Ricco Groß verpaßte mit zwei Fehlern die Bronzemedaille.

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          Die Poiree-Festspiele bei der Oberhofer Biathlon-Weltmeisterschaft gehen weiter. Am Donnerstag gewann der 29jährige Raphael Poiree im verschobenen Einzelrennen über 20 Kilometer seinen zweiten Titel nach dem Sprint-Sieg am vergangenen Samstag. Damit zog
          er mit seiner norwegischen Ehefrau Liv Grete gleich, die ebenfalls bereits zwei Mal in Oberhof gewonnen hat. „Es ist einfach unglaublich, aber wir haben hart dafür gearbeitet“, sagte der Franzose strahlend.

          Der bisher großartige Ricco Groß aus Ruhpolding wurde mit 1:33,9 Minuten Rückstand Vierter hinter dem Polen Tomasz Sikora (55,5 Sekunden zurück), der wie Poiree nur eine der 20 Scheiben verfehlt hatte, und dem fünfmaligen Olympiasieger Ole Einar Björndalen (Norwegen/1:00,5 Minuten zurück). Björndalen und Groß schossen jeweils zwei „Fahrkarten“.

          „Treppensturz von Oberhof“

          Für Ricco Groß war nicht Freitag, der 13., der Pechtag, sondern schon der Donnerstag davor. Auf dem Weg zur Gewehrkontrolle im Tunnel zum Schießstand stürzte er fünf Minuten vor dem Start die zehn Stufen der Treppe hinunter und zog sich Prellungen am rechten Arm zu. „Für das gings ganz gut. Da ist der Arm auch schnell Mal durch. Zum Glück hatte ich das Gewehr nicht dabei“, schilderte Groß den „Treppensturz von Oberhof“. Der 33jährige wurde von den Zuschauern schon als Dritter gefeiert und hätte damit seinen Medaillensatz in Oberhof komplett gehabt. Doch dann stürmte Sikora, der bereits 1995 Weltmeister auf der Langstrecke war, mit der hohen Startnummer 67 noch aufs Medaillen-Podest.

          „Das war heute keine hundertprozentige Leistung. Deshalb bin ich auch mit dem Platz zufrieden. Zum vierten Male Vierter in dem Winter ist aber ärgerlich. Ich bin die zweite Runde zu schnell angegangen. Das hat sich beim Schießen mit den zwei Stehend-Fehlern gerächt. Das hätte nicht sein müssen. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt zwei Fehler in einer Schießserie hatte“, ärgerte sich Groß.

          „Mir fehlte die Spannkraft“

          Vom Bundestrainer gab es trotzdem ein Lob. „Beim zweiten Schießen hat Ricco zwar viel verschenkt, nachdem er schon beim ersten Anschlag mit einigen Randtreffern Glück hatte. Doch mit einer unwahrscheinlichen Konzentrationsleistung hat er sich wieder zurück ins Rennen gekämpft“, sagte Frank Ullrich.

          Auch mit Andreas Birnbacher, der bei seinem ersten WM-Rennen guter 14. wurde, war Ullrich nicht unzufrieden: „Er hat gezeigt, daß er unter die Top-Ten laufen kann. Hätte er als eigentlich stabiler Stehendschütze nicht das erste Schießen verbaut, wäre er sogar Richtung Podium marschiert.“ Dagegen verschafften die beiden Oberhofer Sven Fischer (23. mit 5 Strafminuten) und Alexander Wolf (53./6) dem Bundestrainer einige graue Haare. „Beide waren heute nicht Herr der Lage, haben sich weit unter Wert verkauft. Vor allem dem Fisch sollte so etwas nicht passieren. Er hat unkonzentriert einen Platz weit vorn verschenkt“, kritisierte Ullrich. Fischer erklärte dazu: „Ich habe auf der Strecke viel Druck gemacht, das war für das Schießen vielleicht zu viel. Da fehlte mir dann die Spannkraft.“

          Mit seinem 6. Saisonsieg schob sich Raphael Poiree im Gesamtweltcup bis auf einen Punkt an Spitzenreiter Björndalen heran, der im dritten Rennen zum dritten Male Dritter geworden ist. Zudem erkämpfte sich Poiree die kleine Weltcup-Kugel für die Disziplinwertung Einzelrennen. „Ich habe sehr schnell begonnen und wußte, daß ich gut schießen muß, mein Ski war hervorragend“, sagte Poiree.

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