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Biathlon-Weltcup in Oberhof : Disl sprintet zum ersten Sieg seit zwei Jahren

  • Aktualisiert am

Endlich wieder ein Sieg: Uschi Disl Bild: AP

Erfolgreicher Abschluss für die deutschen Biathletinnen beim Weltcup in Oberhof: Über 12,5 Kilometer siegte Uschi Disl im Spurt.

          2 Min.

          Uschi Disl hat mit ihrem Sieg im Massenstart für den Höhepunkt der Oberhofer Weltcup-Festspiele gesorgt.

          Die 32 Jahre alte Skijägerin vom SC Moosham zündete auf den letzen 500 Metern der 12,5 Kilometer langen Strecke mit einem sensationellen Schlussspurt ihren Turbo, kämpfte die nach dem letzten Schießen führende Weltcup-Spitzenreiterin Jekaterina Dafowska nieder und verhinderte mit ihrem ersten Einzelerfolg seit 22 Monaten den Sieg-Hattrick der Bulgarin.

          Dritte in dem an Dramatik kaum zu überbietenden Rennen wurde Sylvie Becaert (Frankreich) vor Martina Glagow (Mittenwald). Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) komplettierte als Sechste die Gala-Vorstellung der deutschen Damen.

          Fünfter Sieg für Björndalen

          Dagegen müssen die deutschen Männer weiter auf ihren ersten Saisonerfolg warten. Im Massenstart über 15 Kilometer feierte Ole Einar Björndalen bereits seinen fünften Sieg im nacholympischen Winter. Der 28-Jährige verwies den Weißrussen Wladimir Dratschew sowie den im Weltcup weiter führenden Raphael Poiree (Frankreich) auf die nächsten Plätze.

          Ricco Groß landete als bester der drei deutschen Männer auf Platz sieben und rehabilitierte sich für seine Strafrunde im Staffelrennen tags zuvor. Dadurch war das nach den ersten drei Läufern führende deutsche Quartett noch auf den sechsten Platz zurück gefallen.

          „Den Berg raufgeschrien“

          „Herzlichen Dank dem Publikum. Die fantastischen Zuschauer haben mich jeden Berg raufgeschrien. Das hat heute mehr als nur ein paar Sekunden ausgemacht“, verkündete die bayerische Biathlon-Königin Uschi Disl via Mikrofon. Sie brachte damit die Stimmung in der ausverkauften Arena am Grenzadler zum Überkochen.

          Dabei erlitt aber ihr Vater Sepp auf der Tribüne vor Aufregung einen Kreislaufkollaps. Nach ein paar Minuten ärztlicher Behandlung ging es ihm aber wieder besser. Allerdings änderte danach Uschi Disl ihre Pläne und chauffierte am Nachmittag ihren Vater ins heimische Dietramszell.

          21. Weltcupsieg für Disl

          Vor 18.000 Zuschauern hatte die zweimalige Staffel-Olympiasiegerin einen unglaublichen Steigerungslauf gezeigt. Sie musste zwar nach jeder der vier Schieß-Prüfungen eine Strafrunde drehen, hatte zwischenzeitlich bereits 45 Sekunden Rückstand, kämpfte sich aber dank ihrer Laufstärke ständig nach vorn.

          „Mein Ziel war ein Platz unter den ersten Acht, denn nach der Erkältung über Weihnachten fehlt mir noch ein Tick zur Bestform. Meine Rundenbestzeit bei unserem Staffelsieg hat mich aufgebaut“, erklärte sie. „500 Meter vor dem Ziel habe ich gesehen, dass Jekaterina ein bissel eingeht und gespürt, dass noch was geht“, beschrieb sie ihre Eindrücke.

          Mit dem 21. Weltcup-Erfolg ihrer Laufbahn beendete sie ihre seit März 2001 anhaltende Serie ohne Einzelsieg. Gleichzeitig war es seit Disls Erfolg 1995 in Oberhof der erste Einzelsieg für die deutschen Skijägerinnen am Rennsteig.

          55.000 Zuschauer an fünf Tagen

          Martina Glagow büßte erst auf dem letzten Kilometer einen noch besseren Platz ein. „Ich hatte gehofft, dass ich aufs Stockerl laufen könnte“, bemerkte sie. Die 23-Jährige war als Zweite auf die letzten 2,5 Kilometer gestürmt.

          „Doch Uschi ist regelrecht an mir vorbei geflogen - und in ihrem Schlepptau auch Sylvie Becaert. Da hat´s dann auch nicht mehr geholfen, dass mich die Zuschauer der Berg regelrecht hochgescheucht haben“, bewertete Martina Glagow ihren Auftritt beim nach Meinung von Bundestrainer Uwe Müßiggang „spannendsten Rennen der Biathlon-Geschichte“.

          Mit insgesamt 55.000 Zuschauern an den fünf Wettkampftagen gab es bei der Generalprobe für die Weltmeisterschaften 2004 einen neuen Besucherrekord in Oberhof. „Die Stimmung war sensationell. Wir freuen uns schon auf die WM und hoffen, euch dann im kommenden Jahr alle hier wieder zu sehen“, bedankte sich Kati Wilhelm beim Publikum.

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