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Biathlon : Neue Pleite für deutsche Skijäger

  • Aktualisiert am

Allein Frank Luck hielt dem Erfolgsdruck stand Bild: dpa

Als bester der insgesamt enttäuschenden deutschen Männer schaffte Frank Luck beim Biathlon-Weltcup in Ruhpolding mit Platz neun die deutsche WM-Norm.

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          Pleiten, Pech und Pannen bei den deutschen Biathleten: Weil Sven Fischer krank wurde, Ricco Groß der Ski vom Fuß fiel und Frank Luck ein verflixter Schießfehler unterlief, war im 10-km-Sprintrennen beim Weltcup in Ruhpolding wieder kein Topergebnis drin.

          Ausgerechnet der zuletzt nach schwachen Rennen arg kritisierte 35-jährige Luck war trotz einer Strafrunde am Ende beim sechsten Saisonsieg von Ole Einar Björndalen (Norwegen) als Neunter noch am besten platziert. „Das Ergebnis war für mich ganz gut. Ich habe mich auf das Rennen gefreut nach der Trainingspause und bin froh, die WM-Norm geschafft zu haben“, erklärte Frank Luck. „Die letzten Tage waren nicht so einfach. Die Kritik ging doch teilweise unter die Gürtellinie. Ich versuche, die letzten Tage einfach zu streichen und nach vorne zu schauen. Ich denke, jetzt geht es weiter bergauf.“

          „Dem Erfolgsdruck nicht standgehalten“

          Björndalen verwies beim 33. Weltcup-Einzelsieg seiner Karriere seinen Landsmann Frode Andresen mit 29,1 Sekunden Vorsprung auf den zweiten Platz. Rang drei sicherte sich Weltcup-Spitzenreiter Raphael Poiree (Frankreich), der in der Gesamtwertung nun mit 389 Punkten vor Björndalen (362) und Andresen (299) führt. Der fünfmalige Olympiasieger Björndalen geht damit als Topfavorit in das abschließende 12,5-km-Jagdrennen am Sonntag (11.30 Uhr), wo entsprechend der Zeitrückstände des Sprints gestartet wird.

          „Ich freue mich für Frank Luck, an dessen Leistungskraft ich nie gezweifelt habe“, kommentierte Bundestrainer Frank Ullrich und meinte, ein Teil der Mannschaft hätte dem Erfolgsdruck der letzten Tage nicht standgehalten. Dies traf vor allem auf Staffel-Olympiasieger Peter Sendel (Oberhof) zu, der sich drei Fehler im Stehendschießen leistete und auf Rang 53 zurückfiel. Alexander Wolf (Oberhof/49.) und Marco Morgenstern (Riesa/52.) waren kaum besser. Gar nicht erst antreten konnte der Oberhofer Sven Fischer, der wegen einer fiebrigen Erkältung geschont wurde.

          Bindung ausgerissen: Ricco Groß 25.

          „Das war schon spektakulär. Plötzlich hatte ich nur noch einen Ski am Fuß“, schilderte Ricco Groß sein „noch nie zuvor erlebtes“ Missgeschick. „Ich habe mich saugut gefühlt, lag zum Anfang im Bereich der Bestzeit und wollte eine gute Show bieten. Dann ist mir die Bindung ausgerissen. Die Leute haben geschrien, aber es hat schon etwa 40 Sekunden gedauert, ehe mir der Ersatzski gereicht wurde.“ Der Ruhpoldinger musste sich trotz fehlerfreier Schießleistung vor heimischer Kulisse mit Rang 25 begnügen.

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