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Biathlon : König Björndalen hält „auf Schalke“ Hof

  • Aktualisiert am

Laufstark und treffsicher: Ole Einar Björndalen Bild: AP

Viel Kunstschnee, ein Feuerwerk für die Sieger und Wunderkerzen im Publikum: Das Biathlonspektakel unterm Gelsenkirchener Hallendach begeisterte 52.000 Zuschauer.

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          Ein Feuerwerk für die Sieger, Wunderkerzen im Publikum und ein „königlicher“ Auftritt von Ole Einar Björndalen: Vor der Rekordkulisse von 52.000 Zuschauern hat sich das Biathlon-Spektakel in der Arena AufSchalke bei seiner dritten Auflage endgültig etabliert. „Die Stimmung war noch besser als im vergangenen Jahr“, sagte Norwegens Biathlon-„König“ Björndalen nach dem Sieg im Fußball-Stadion. Der Vierfach-Olympiasieger von 2002 wiederholte mit seiner neuen Partnerin Liv Kjersti Eikeland den Erfolg aus dem Vorjahr und wurde vom begeisterten Publikum gefeiert.

          Keine Steine in der Kunst-Loipe

          „Wir planen schon den nächsten Termin für 2005“, meinte Josef Schnusenberg, Finanzvorstand des in der Arena beheimateten Fußball-Bundesligaklubs FC Schalke 04. Für den Verein zählt jedoch nicht nur die begeisternde Atmosphäre auf den Rängen. In Zeiten knapper Kassen sind Zusatzeinnahmen durch Sponsoren und Fernsehgelder nötiger denn je. Auch die Probleme der vergangenen beiden Jahre mit dem Kunstschnee scheinen gelöst. Erstmals lieferte die Skihalle Neuss rund 2500 Kubikmeter Schnee, der zu einem schmalen Band rund um die Arena präpariert wurde. „Der war so gut wie noch nie“, lobte Björndalen. „Ich hatte mich auf 20 Grad und Steine in der Loipe eingestellt.“

          Sendel tritt als Letzter ab

          Der einzige, der dem 30 Jahre alten Ausnahmesportler am Dienstag abend ein wenig die Show stahl, war nach 15 Runden à 1150 Meter ausgerechnet Zwölfter und Letzter geworden. „Heute war entweder der erste oder der letzte Platz der richtige“, meinte Peter Sendel nach seinem Abtritt von der Biathlon-Bühne. Der Zweiunddreißigjährige nahm sich auf seiner finalen Runde im Innenraum der Arena die Zeit für einen Abschiedsgruß. Auf der kleinen Brücke vor dem Ziel blieb der Oberhofer kurz stehen und winkte den Fans zu. „Ich habe bei wenigen Rennen so viel Spaß gehabt wie heute“, sagte Sendel, der seit 1993 zur Männer-Nationalmannschaft gehörte und 1998 in Nagano olympisches Staffel-Gold und vier Jahre später Olympia-Silber gewann. „„Es gibt nichts Schöneres, als wenn man vor dieser Kulisse seine letzte Runde dreht.“

          Staffel-Musketier mit feuchten Augen

          Als schließlich Björndalen auf der Pressekonferenz den zurückgetretenen Sendel als „Top-Athleten, tollen Freund und Top-Vater“ würdigte, bekam auch das „Staffel-Musketier“ glänzende Augen. „Ich wollte ihm eigentlich ein besseres Abschiedsgeschenk machen“, sagte seine Partnerin Katrin Apel (Frankenhain). Doch die deutschen Skijäger konnten nicht in den Kampf um die vorderen Plätze eingreifen. Martina Glagow (Mittenwald) und Michael Greis (Nesselwang) wurden als beste Deutsche Fünfte. Auf Platz zwei kam das französische Paar Sandrine Bailly und Vincent Defrasne, Dritte wurden die Polen Magdalena Gwizdon und Tomasz Sikora. Während Greis sein Kommen für das nächste Jahr bereits ankündigte, wollte Peter Sendel nur noch eines wissen: „Wo kann ich Karten für ein Bundesligaspiel von Schalke 04 bekommen?“

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