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Biathlon : Groß Dritter in Ruhpolding

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Erfolgreiches Heimspiel: Ricco Groß Bild: REUTERS

Ole Einar Björndalen hat in Ruhpolding seinen 47. Weltcup-Sieg gefeiert. Einen Tag nach dem Sprint gewann der Norweger auch das Verfolgungsrennen. Dritter wurde Lokalmatador Ricco Groß.

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          Lokalmatador Ricco Groß hat als lachender Dritter das Heimspiel der deutschen Biathleten in Ruhpolding halbwegs gerettet. Eine Woche nach dem Gala-Auftritt in Oberhof mit drei Siegen gelang zuvor nur Martina Glagow als Sprint-Dritte der Sprung auf das Siegerpodest.

          Publikums-Liebling Uschi Disl lieferte gar auf den Rängen 34 und 33 ihre beiden schlechtesten Saisonrennen ab und mußte das Gelbe Trikot der Weltcup-Spitzenreiterin an Olga Pylewa abgeben. Die Russin feierte wie der Norweger Ole Einar Björndalen zwei Siege.

          „Riesen-Kompliment an den Ricco

          „Ausgerechnet zu Hause in Ruhpolding meine beste Saisonleistung zu bringen, ist wunderschön“, erklärte Groß, der vom sechsten Sprintplatz im 12,5-km-Jagdrennen noch nach vorn stürmte: „Zweimal Sechster, einmal Dritter: Mit den letzten Rennen bin ich voll zufrieden. Die Formkurve zeigt deutlich nach oben.“

          Bundestrainer Frank Ullrich verteilte folgerichtig ein „Riesen-Kompliment an den Ricco, der wieder einmal Nervenstärke bewiesen hat“. Ullrich lobte auch den viermaligen Saisonsieger Sven Fischer, der nach dem enttäuschenden 12. Sprintplatz noch Vierter im Jagdrennen war.

          „Ole hatte hier einfach keine Gegner“

          Auch Michael Greis (Nesselwang/8. und 16.) und Alexander Wolf (Oberhof/12. und 10.) etablierten sich in der Elite. Für Ullrich war damit „eine mannschaftlich sehr gute Vorstellung“ vollbracht. An den in Ruhpolding überragenden Triumphator Ole Einar Björndalen reichten die Deutschen nicht heran. „Der Ole hatte hier einfach keine Gegner“, anerkannte Groß.

          „Ruhpolding wird wohl nie mehr mein Pflaster“, grantelte die schmählich geschlagene Uschi Disl und zog eilig von dannen. „Wenn du fünf Fehler schießt, kannst du hier nichts werden. Am Ende habe ich das Gas rausgenommen, ich war ja eh viel zu weit zurück.“ Trainer Uwe Müssiggang fand sogar: „Die Uschi hat einen kleinen Ruhpolding-Komplex. Den großen Druck aus dem Umfeld hier kann sie schon seit Jahren einfach nicht meistern.“

          Uschi Disl als negative Ausnahme

          Bis auf den Blackout seiner Starläuferin attestierte der Coach seinem Team „eine gute Leistung. In Oberhof haben wir die Russen auf dem falschen Fuß erwischt. Hier waren wir mannschaftlich hinter Rußland Zweiter. Mich freut vor allem, daß meine Mädel körperlich nach den beiden extrem stressigen Heim-Wochen so gut beieinander
          sind. Das ist für die Formkurve Richtung WM im März wichtig.“ Der Coach lobte Kati Wilhelm (4., 8.) und Martina Glagow (3., 9.) und kündigte für die kommenden Rennen in Antholz (19. bis 23. Januar) die Rückkehr der zuletzt im Europacup zweimal siegreichen Simone Denkinger (Gosheim) ins Team an.

          Das bitterste Mißgeschick bei den von insgesamt 70.000 Zuschauern beobachteten Wettbewerben im Chiemgau unterlief Xianying Liu, die als klare Spitzenreiterin des Jagdrennens kurz vor dem Ziel stürzte und den ersten Weltcup-Sieg ihrer Karriere danach um 1,3 Sekunden verpaßte. „Ich war so nervös, aber ich bin nur ein wenig traurig. Ich habe doch die beste Leistung meiner Karriere geschafft“, meinte sie. Siegerin Pylewa war den Tränen nah: „Ich entschldige mich für diesen Sieg. Es tut mir so Leid.“

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