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Biathlon : Dreimal Dritter: Ricco Groß bereits in WM-Form

  • Aktualisiert am

Bereits in WM-Form: Ricco Groß Bild: REUTERS

Zwei Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaft im heimischen Oberhof schaffte Ricco Groß beim Weltcup der Biathleten in Antholz drei dritte Plätze.

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          Mit seinem ungewöhnlichen „Dreier“ ist Biathlet Ricco Groß endgültig zum WM-Titelfavoriten avanciert. Zwei Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaft im heimischen Oberhof (6. bis 15. Februar) überzeugten beim Weltcup in Antholz neben dem dreimal drittplatzierten Ruhpoldinger auch 20-Kilometer-Sieger Sven Fischer (Oberhof) und erstmals die komplette Herren-Mannschaft mit insgesamt zehn Top-Ten-Plazierungen.

          Die DSV-Frauen schwächeln

          Nach keinem einzigen Podestplatz in den drei Rennen in Südtirol und Schießfehlern in Serie ist dagegen bei den bis dahin im Saisonverlauf überzeugenden deutschen Skijägerinnen plötzlich Nervosität aufgekommen. Beim ersten Saisonsieg von Linda Tjörholm im Massenstart landeten Uschi Disl (Moosham) und Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) nach jeweils sechs Strafrunden als Beste des enttäuschenden Teams nur auf den Rängen sieben sowie zwölf.

          „Dreimal Dritter beim letzten Weltcup vor der WM - das ist doch echt nicht übel. Da ist es mir schon recht, wenn ich jetzt zu den WM-Favoriten zähle“, kommentierte Ricco Groß mit triumphierendem Lächeln seinen bislang besten Saison-Weltcup.

          Beim abschließenden Massenstart kämpfte sich der 33 Jahre alte Routinier noch vom zwischenzeitlichen 21. Rang nach vorn und mußte sich am Ende nur dem dreimaligen Massenstart-Weltmeister Raphael Poiree sowie Weltcup-Spitzenreiter Ole Einar Björndalen beugen. „Im hohen Alter lernt man eben, sich nicht vorzeitig aufzugeben“, scherzte Groß, der am Vortag im Sprintrennen Sergej Tschepikow (Rußland) und Janez Maric (Slowenien) den Vortritt lassen mußte. Björndalen (518), Poiree (500) und Groß (436) führen auch klar den Gesamtweltcup an und sind damit erste Anwärter auf die WM-Medaillen.

          „Das war schon mehr als phantastisch“

          „Das war endlich die komplexe Biathlon-Leistung, die ich mir vorstelle. Die Truppe hat sich glänzend verkauft und das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten“, meinte Frank Ullrich. Der Bundestrainer, der in Antholz seinen 46. Geburtstag feierte, lobte auch Michael Greis (Nesselwang/Platz 8, 4 und 13) sowie Youngster Andreas Birnbacher (10. und 26.) und war vor allem vom Groß-Zielspurt im Massenstart begeistert. „Das war fulminant. So etwas habe ich bei Ricco selten gesehen. Das war ja schon mehr als phantastisch“, sagte Ullrich.

          Prominentestes „Sorgenkind“ im deutschen Lager bleibt in seiner letzten Saison der 36 Jahre alte Routinier Frank Luck (Oberhof), der nach abermals schwachen Leistungen vorzeitig aus Antholz abreiste und sich in ärztliche Obhut begab. Der zehnmalige Weltmeister aus Oberhof gehört aber weiter zum WM-Team und wird in der kommenden Woche in Ridnaun/Südtirol in den letzten Testlehrgang einsteigen. Erst dann wollen die Trainer entscheiden, ob wie geplant die gesamte 14köpfige Weltcup-Gruppe nach Oberhof reist, oder ob einige Athleten ohne konkrete Startchance abseits des WM-Ortes in den Reservisten-Status verbannt werden.

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