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Biathlon : Andrea Henkel gewinnt Gold, Frank Luck Silber

  • Aktualisiert am

Eine ruhige Hand und beide Augen offen auf´s Ziel gerichtet: Andrea Henkel beim Schiessen liegend. Bild: AP

Andrea Henkel und Frank Luck haben der deutschen Olympia-Mannschaft zum Auftakt der Biathlon-Wettbewerbe in Soldier Hollow Gold und Silber beschert.

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          Die nach ihrem überraschenden Erfolg in Tränen aufgelöste Andrea Henkel und Frank Luck haben der deutschen Olympia-Mannschaft zum Auftakt der Biathlon-Wettbewerbe in Soldier Hollow Gold und Silber beschert.

          Henkel gewann mit nur einem einzigen Fehlschuss die 15 km vor den beiden Topfavoritinnen Liv-Poiree (Norwegen) und Magdalena Forsberg (Schweden). Luck blieb ohne Fehlschuss und gewann hinter dem Norweger Ole Einar Björndalen zum zweiten Mal nach 1994 in Lillehammer Silber über 20 km. Vierter wurde Ricco Groß (Ruhpolding), wie Luck dreimaliger Staffel-Olympiasieger.

          Favoritinnen düpiert

          „Ich konnte es bis zuletzt nicht glauben. Poiree lag doch nur acht Sekunden hinter mir, die holt sie normalerweise locker auf. Ich bin völlig fertig“, stammelte Henkel, nachdem sie von ihren Kolleginnen beim kollektiven Jubeln fast erdrückt worden war.

          „Eine echte Sensation. Ich hätte nie gedacht, dass wir Poiree und Forsberg schlagen können. Das haben wir im ganzen Winter noch nicht geschafft“, stellte Bundestrainer Uwe Müssiggang strahlend fest.

          Björndalen mit überragender Laufleistung

          Sein Kollege Frank Ullrich hatte sich vor dem 20-km-Rennen der Herren erfolgreich als Prophet versucht: „Ich denke, der Olympiasieger muss fehlerfrei schießen. Oder es ist so ein Ausnahmeläufer wie der Björndalen.“ Er behielt recht, denn Luck musste sich als wohl bester Schütze im Feld erst in der Loipe dem überragenden Läufer Björndalen geschlagen geben.

          „Ich habemir das Rennen einteilen müssen, was mir am Anfang ziemlich schwerfiel. Dadurch hatte ich aber am Ende noch die nötigen Kraftreserven“, sagte Luck. Groß verpasste die Bronzemedaille wegen eines Fehlschusses beim letzten Stehendschießen: „Ich bin das Rennen schnell angegangen, wahrscheinlich zu schnell.“

          Müde zu Gold

          Zuvor hatte Andrea Henkel die erste deutsche Einzel-Goldmedaille für die deutschen Biathletinnen seit Antje Misersky (Oberhof) 1992 gewonnen. „Wenn mir das heute morgen jemand gesagt hätte, dann hätte ich nur geantwortet: Weiterträumen“, erzählte Henkel, nachdem sie vom Rest der Mannschaft auf den Schultern durch den Zielraum getragen worden war: „Ich bin eigentlich eine Frühaufsteherin, aber heute war ich so müde, dass ich dachte, das wird nichts.“ So sah es nach der zweiten von vier Schießübungen auch aus.

          Henkel, die nicht zu den schnellsten Läuferinnen zählt, patzte einmal und fiel zwischenzeitlich aus der Spitzengruppe zurück. Doch die Sportsoldatin aus dem thüringischen Großbreitenbach, deren Schwester Manuela zum Olympiateam der Langläuferinnen gehört, traf alle zehn verbleibenden Scheiben und stürmte unwiderstehlich Richtung Gold.

          "Cool geblieben"

          Die ältere Schwester Manuela war fassungslos: „Ich habe Rotz und Wasser geheult. Die Kleine rennt doch sonst immer viel zu schnell los, aber diesmal ist sie einfach cool geblieben.“ Die Entscheidung in einem spannenden Wettbewerb fiel bei der letzten von vier Schießprüfungen. Dort leisteten sich die bis dahin klar in Führung liegenden Forsberg und Olga Pylewa (Russland) jeweils ihre beiden einzigen Schießfehler und fielen dadurch entscheidend zurück. „Ich wollte meine erste Olympia-Medaille gewinnen und bin deshalb froh
          über Platz drei“, meinte Forsberg, die am Ende sechs Sekunden vor Pylewa lag.

          Martina Glagow (Mittenwald) war auf Platz sieben ebenfalls im Vorderfeld platziert. Dagegen leisteten sich Uschi Disl (Moosham) und Katrin Apel (Oberhof) im letzten Anschlag jeweils drei Fehlschüsse und fielen auf die Ränge zwölf bzw. 18 zurück.

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