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Biathlon : Ärger um langsame Ski

  • Aktualisiert am

Weltcup-Führung zurück erkämpft: Raphael Poiree Bild: dpa/dpaweb

Die deutschen Biathleten sind beim ersten Weltcuprennen des Jahres hinterher gelaufen. In Pokljuka war Alexander Wolf als Elfter bester der deutschen Starter. Sieger wurde der Franzose Raphael Poiree.

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          Mit schweren Beinen vom harten Training und langsamen Ski sind die deutschen Biathleten im ersten Rennen des neuen Jahres der Weltspitze hintergerannt. Beim Weltcup-Sprint über 10 km im slowenischen Pokljuka war Alexander Wolf aus Oberhof als Elfter Bester der sieben Deutschen, die nie etwas mit dem Ausgang an der Spitze zu tun hatten. Mit dem dritten Saison-Sieg erkämpfte sich der Franzose Raphael Poiree die Weltcup-Führung wieder zurück. Im Ziel hatte er 8,9 Sekunden Vorsprung vor Ole Einar Björndalen (Norwegen). Dritter wurde der Weißruße Wladimir Dratschew (20,7 Sekunden zurück).

          Neben Wolf konnten nur noch dessen Vereinskollegen Peter Sendel (15. mit 1:12,4 Minuten Rückstand) und Sven Fischer (16./+1:13,6), der Ruhpoldinger Ricco Groß (20./+ 1:22,5) und Michael Greis aus Nesselwang (27./+1:38,5) in die Weltcup-Punkte laufen.

          „So kann es nicht weitergehen“

          Nach dem Rennen versuchte Bundestrainer Frank Ullrich gar nicht erst, seinen Ärger zurückzuhalten. „So schlecht sind wir läuferisch nicht, daß wir mit fehlerfreiem Schießen von Ali Wolf, Sven Fischer und Ricco Groß nicht unter die ersten zehn kommen können. Bis auf Wolf hatten heute alle anderen langsame Ski, da lagen wir total daneben“, kritisierte der Bundestrainer. Die Konkurrenz sei vom höchsten Punkt der Strecke fast bis ins Ziel in der Hocke gefahren. Die deutschen Männer hätten dagegen hart arbeiten müssen. „So kann es nicht weitergehen. Da müssen wir uns ernsthaft Gedanken machen, wie wir das in den Griff bekommen können“, erklärte Ullrich.

          Bereits im vergangenen Jahr hatten sich die Skijäger mehrfach über ähnliche Materialvorteile beklagt. Bei der WM im sibirischen Chanty Mansijsk mußte sogar Skitechniker Enrico Heisig aus dem Kombinierer-Team aushelfen. „Das Problem bei den Biathleten ist bekannt. Bis zur WM bekommen wir es mit Hilfe der anderen Mannschaften, die in diesem Winter keine WM haben, in den Griff“, hatte bereits vor einigen Wochen DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller versichert.

          Hartes Traininig für Fernziel WM

          Während die deutschen Männer enttäuscht aus dem knapp 1.400 m hoch gelegenen Pokljuka ins Hotel nach Bled fuhren, jubelte Raphael Poiree, dessen Frau Liv Grete am Vortag den Sprint gewonnen hatte. „Das Geheimnis des Erfolgs ist die glückliche Familie mit Töchterchen Emma“, bemerkte der Franzose.

          Nicht nur auf die langsamen Ski schoben im Gegensatz zu Ullrich die meisten seiner Schützlinge das hinter den Erwartungen liegende Ergebnis, das wegen der großen Zeitrückstände auch die Hoffnungen im Verfolgungsrennen am Samstag dämpft. „Ich habe in den vergangenen Tagen in Obertilliach sehr hart trainiert. Das lag mir noch in den Knochen. Das Rennen kam einfach zu früh. Doch ich weiß, daß mir der Ausdauerblock für die WM hilft“, erklärte Ricco Groß, dem am letzten Anstieg die Beine „regelrecht explodiert“ seien.

          Ähnlich hatten in der Weltcup-Pause auch die Oberhofer um Peter Sendel gearbeitet. „Angesichts der längeren Trainingsstrecken bin ich mit dem Laufen nicht unzufrieden“, bemerkte Sendel. Alexander Wolf sprach davon, daß er läuferisch der schweren Strecke doch Tribut zollen mußte. „Für den ersten Wettkampf der neuen Periode gings ganz gut. Bestform wollen wir ja erst im Februar in Oberhof haben. Für mich war wichtig, daß ich mich im Weltcup weiter unter den 30 Besten festsetzen konnte, denn nur die dürfen bei den jetzt anstehenden Massenstarts antreten“, betonte der 25jährige.

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