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Bewegung : Von wegen Mord: Sport macht gesünder und gescheiter

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Bewegung als Ziel: Sportlich durch den Herbst Bild: dpa

Bewegung ist ein ganz wesentlicher Teil des Weges zum jungen Alten. Schon zehn Minuten moderates Training täglich hilft.

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          Alt werden ja, alt sein nein - das unterschreibt jeder. Wer vorher noch etwas nachdenkt, dem ist klar: das ist ein Paradoxon, denn das eine ist die Folge des anderen. Bleibt also doch nur: entweder oder?

          Aber nein. Der tiefere Sinn hinter diesem Wunsch ist doch, ein langes Leben zu haben, das aber nicht nur von Dauer, sondern auch lebensWERT sein soll.

          Bewegung: der Weg zum jungen Alten

          Ein schlanker 70jähriger, der abzüglich der unumgänglichen Zipperlein und Verschleißerscheinungen fit und beweglich ist, wirkt und fühlt sich nicht „alt“. Das wollen Sie auch, nicht wahr? Dann tun Sie was dafür! Vor allem körperlich: Bewegung ist ein ganz wesentlicher Teil des Weges zum jungen Alten.

          Welche ermutigenden Nachweise ihrer Wirksamkeit auf Körper und Geist es in den letzten zwei Jahren gegeben hat, lesen Sie hier - und dann gibt es keine Ausreden mehr. Zumal die Regel lautet: mäßig, aber regelmäßig. Und das bringt wirklich keinen um.

          Zehn Minuten pro Tag bessern schlechte Laune

          Studenten traten in die Pedale - für eine Studie der Universität Nord-Arizona. Sie mussten zehn, zwanzig oder dreißig Minuten auf einem Fahrrad-Hometrainer üben. Resultat: schon nach zehn Minuten des moderaten Trainings besserte sich die Stimmung der Studenten deutlich, und sie fühlten sich belebt, wie das Magazin „Health Psychology" berichtete.

          Das klare Ergebnis einer Umfrage unter Otto Normalsportlern ergab, dass sie durch moderate Bewegung verbessertes Allgemeinbefinden, gestiegene Motivation, erhöhtes Selbstbewußtsein und sogar verbesserte sozialen Fähigkeiten gewannen. Und was tun sie konkret dafür? Eigentlich nichts Besonderes, das aber immer öfter: sie gehen spazieren, machen ihre Hausarbeit und pflegen den Garten.

          „Und spart sogar die Anti-Depressiva“

          Dass diese subjektiven Erfahrungen wissenschaftlicher Überprüfung standhalten, ergab eine Studie aus den USA mit drei Gruppen von depressiven Patienten. 16 Wochen lang war eine der Gruppen sportlich aktiv, die zweite nahm nur Medikamente, die dritte kombinierte beides.

          Dabei ergab sich nicht nur, dass Sport bei Depressionen genauso viel bewirkt wie Medikamente, sondern noch mehr: die reine Sportler-Gruppe zeigte hinterher bessere Denkleistungen (Erinnerungsvermögen, gedankliches Planen, gleichzeitiges Ausführen verschiedener geistiger Tätigkeiten) als die reine Medikamenten-Gruppe.

          „...verbessert die Hirnleistung“

          Dass Sport gut fürs Gedächtnis ist, bewiesen die Teilnehmer einer anderen Untersuchung: zwei größere Gruppen von Menschen zwischen 60 und 75 Jahren begannen mit Muskeltraining oder Walking. Wie die Zeitschrift „Nature“ berichtete, verbesserte sich bei beiden das Gedächtnis deutlich, bei den Walkern aber noch mehr als das, nämlich die Flexibilität im Denken. Denn ihre Sauerstoffaufnahme stieg um 5 Prozent - viel für Leute, die ihr Leben lang eher bewegungsarm gelebt haben.

          In Texas beobachteten andere Wissenschaftler bei ähnlichen Tests, dass Walking, mehrmals pro Woche, noch bei 70jährigen eine seit 22 Jahren gesunkene Lungenkapazität in wenigen Monaten auf den alten Stand zurückbringen kann. Außerdem waren die Probanden wieder besser zu Fuß, beim Treppensteigen und auch beim Tragen schwererer Gegenstände.

          Wer rumsitzt, schadet sich selbst

          Umgekehrt ließ sich feststellen: Eine vorwiegend sitzende Lebensweise ist der vorherrschende Risikofaktor für Kranzarterienerkrankungen und weit gefährlicher als Bluthochdruck, Rauchen und hohe Cholesterinwerte.

          Drei Gruppen von über 60jährigen machten entweder Kurzzeittraining, Langzeittraining oder gar nichts. Zwei Jahre später hatten die Sportlichen wesentlich bessere Herzkranzgefäße als die Couch-Potatoes.

          „...und am besten tut man´s abends“

          Das Neueste in Sachen Sport-Studie kommt aus Großbritannien. Dort war kürzlich im „British Journal of Sports Medicine" von einer Studie mit vierzehn Leistungsschwimmern zu lesen. Das Ergebnis: Morgens ist das Immunsystem schwächer als abends, daher ist das Infektionsrisiko auch morgens größer.

          Deshalb ist es sicherer, körperliche Anstrengungen auf den Abend verlegen. Allerdings sind wir Otto Normalmenschen keine Leistungssportler - und wenn wir morgens unseren halbe Stunde aufs Fahrrad steigen, bringt uns das genausowenig um wie das gemütliche Joggen abends. Es ganz sein zu lassen - das ist viel ungesünder.

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