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Bergsteiger : Walter Nones verunglückt tödlich im Himalaja

Walter Nones verunglückte im Himalaya Bild: dpa

Der Südtiroler Bergsteiger Walter Nones ist tot. Der 38 Jahre alte Italiener verunglückte bei einer Expedition im Himalaya. Vor zwei Jahren war sein Mitkletterer Karl Unterkircher am Nanga Parbat abgestürzt.

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          Im Juli vor zwei Jahren stürzte Karl Unterkircher am 8125 Meter hohen Nanga Parbat („Nackter Berg“) in eine Gletscherspalte – und verunglückte tödlich. Tagelang mussten damals die Südtiroler Walter Nones und Simon Kehrer in fast 6600 Meter ausharren, bevor sie mit Hubschraubern gerettet werden konnten. Nun ist der 38 Jahre alte Nones bei einer Expedition auf den 8188 Meter hohen Cho Oyu ebenfalls im Himalaja verunglückt, wie seine Frau Manuela am Montag bestätigte.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          „Walter hat einen tödlichen Unfall gehabt. Wir werden ihn nicht mehr umarmen, uns aber weiter an ihn erinnern können – an den besonderen Menschen, der er war“, schreibt sie auf der Internetseite ihres Manns. Er war am 6. September mit den Alpinisten Giovanni Macaluso und Manuel Nocker aufgebrochen, um die Südwest-Wand des Cho Oyu zu bezwingen. Was mit seinen Begleitern ist und wie es zu dem Unglück am Sonntag kam, ist noch unklar.

          Zwei Jahre lang hatte sich Nones zuvor vom Himalaja ferngehalten. Zu sehr hatte ihn das Drama um Unterkircher mitgenommen. Nones, der am 5. November 1971 in Cavalese in der Provinz Trient geboren wurde, war ausgebildeter Bergführer. Aufgewachsen in einem kleinen Dorf im Cembratal im Trentino, am Fuße der Lagorai-Kette, begann Nones schon mit 14 Jahren, die Dolomiten zu besteigen. 1995 stand er in Nepal auf dem Island Peak (6189 Meter) und dem Lobuche-Ostgipfel (6119 Meter). Er bewältigte die höchsten Berge Nord- und Südamerikas, den Mount McKinley (6194 Meter) und den Aconcagua (6982 Meter).

          Im Jahr 2008 entging Nones schon einmal knapp dem Tod: Unser Bild zeigt Simon Kehrer (rechts) und Walter Nones kurz nach ihrer Rettung vor etwa zwei Jahren
          Im Jahr 2008 entging Nones schon einmal knapp dem Tod: Unser Bild zeigt Simon Kehrer (rechts) und Walter Nones kurz nach ihrer Rettung vor etwa zwei Jahren : Bild: AP

          Vor vier Jahren gelang Nones über den Abruzzengrat der Aufstieg zum K 2 (8611 Meter), dem zweithöchsten Berg der Welt. Der Nanga Parbat sollte im Jahr 2008 sein zweiter Achttausender werden. Dabei sei es für ihn gar nicht wichtig, Achttausender zu erklimmen, „auch wenn ich mich in hohen Lagen wohl fühle“. Nones liebte vielmehr Expeditionen, wie er sagte, weil sie ihm die Möglichkeit gäben, neues und teilweise Unerforschtes zu entdecken. So erst habe er Dinge zu schätzen gelernt, „die für mich einst unbedeutend waren“.

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