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Darts : Beinahe-Eklat auf der Premier-League-Bühne

Rangelei auf der Bühne: Daryl Guerney (links) und Gerwyn Price nach einem Unentschieden im Darts. Bild: LAWRENCE LUSTIG

Vor wenigen Tagen sah man in Sheffield Gentleman-Sport aus der Kneipe: Bei der Snooker-WM dominierten Fairness und Etikette. Am Donnerstagabend sind nun beim Darts Gerwyn Price und Daryl Guerney aneinandergeraten.

          Gegensätzlicher können sich die beiden populärsten Kneipensportarten dieser Welt nicht präsentieren und das auch noch innerhalb von nur drei Tagen und in der selben Stadt: Am Montag begeisterten noch die besten Snooker-Spieler dieser Welt mit Fairness und Anstand das Publikum im WM-Finale im Crucible Theatre zu Sheffield, als Judd Trump gegen John Higgins das Finale der Weltmeisterschaft gewann und dabei bestens warb für den Gentleman-Sport.

          Keine drei Tage später kamen die etwas derberen Kneipensportler aus dem Darts nach Sheffield. Und Daryl Guerney und Gerwyn Price wurden am Donnerstagabend ansatzweise handgreiflich nach Ende ihres 7:7-Unentschiedens im letzten Spiel des Abends der Premier League of Darts. Gurney hatte sich von Price provoziert gefühlt durch dessen zu lautes Verhalten. „Er hat mir vorgeworfen, dass ich Lärm gemacht hätte während seiner Würfe“, sagte Price. „Ich habe aber nichts gemacht. Mir werden ständig andere Dinge vorgeworfen. Sollen Sie ruhig,. Jeder nach seiner Art.“

          Hintergrund des Beinahe-Eklats dürfte sein, dass Price seit Monaten umstritten ist in der Dartsszene. Bei seinem bisher größten Erfolg, dem Gewinn des Grand Slam of Darts im November des vergangenen Jahres, fühlte sich der favorisierte Schotte Gary Anderson provoziert durch Price. Daraufhin standen die beiden Pfeilewerfer Brust an Brust beieinander und beharkten sich.Anderson wie Price wurden später bestraft, Price steht derzeit zudem noch unter Bewährung. „Die anderen wissen, dass ich noch einen Monat unter Bewährung bin. Vielleicht versuchen mich manche zu provozieren, damit ich gesperrt werde.“ Unter den Spielern scheint in den vergangenen anderthalb Jahren seit dem Abtritt des unumschränkten Königs Phil Taylor eine gewisse Vakanz neben Weltmeister Michael van Gerwen entstanden zu sein. Dabei geht es auch um viel Preisgeld, das zuvor Taylor gewann. Diese Summen sind mittlerweile für die anderen erreichbar. Dadurch scheinen seit geraumer Zeit rauere Sitten eingekehrt zu sein im Kampf ums große Geld.

          Anstand und Sitte: Die Snookerspieler John Higgins und Weltmeister Judd Trump(rechts)

          Price kann sich zugute halten, dass er in den vergangenen Monaten die Contenance gewahrt hat. Er jubelt zwar weiter so exzessiv wie kaum ein anderer, er verhält sich aber im Rahmen der Regeln. Letztlich ist er den Gegnern womöglich schlicht und ergreifend ein Dorn im Auge, weil er mit seinem Kampfgeist den anderen Preisgelder streitig macht.

          Am Snookertisch sind solche Szenen derweil selten zu sehen. Dort agieren die Spieler freilich auch in der wundervollen Stille des Crucible Theatre vor nicht mal tausend Zuschauern. Die Dartsspieler sind derweil dem Lärm tausender betrunkener und grölender Fans ausgesetzt. Da ist die Geduld schneller strapaziert.

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