https://www.faz.net/-gtl-p8ig

Beachvolleyball : Tränenreicher Abschied von Ahmann/Hager

  • Aktualisiert am

6.000 Fans beim Finale Bild: dpa/dpaweb

Die Berliner Christoph Dieckmann und Andreas Scheuerpflug haben ihren Beachvolleyball-Titel bei den deutschen Meisterschaften verteidigt. Die Fünften von Athen gewannen gegen Julius Brink/Kjell Schneider.

          Jörg Ahmann wurde von Weinkrämpfen geschüttelt, Axel Hager ließ sich minutenlang von der Menge feiern: Nach zwölf gemeinsamen Jahren war der Moment des traurigen Abschieds der Beachvolleyball-„Oldies“ gekommen.

          Nach zwei Niederlagen war für die Bronze-Helden von Sydney, die einer ganzen Sportart auf die Beine geholfen haben, Schluß auf Nebencourt Nummer vier bei den deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand. Titel Nummer sechs wird es für das Duo aus Fellbach und Hamburg nicht geben. „Das ist eine Katastrophe, ich wollte mich wenigstens auf dem Center Court verabschieden“, haderte Ahmann mit der vergebenen Chance. „Schade, daß es so enden mußte.“

          Ahmann wird Beach-Koordinator

          Auf dem Center Court verteidigten am Sonntag Christoph Dieckmann und Andreas Scheuerpflug ihren Titel gegen Julius Brink/Kjell Schneider (Leverkusen/Kiel). Die Berliner setzten sich mit 2:0 (21:18, 21:16) durch, nachdem sie im schon im Halbfinale die Europameister Markus Dieckmann/Jonas Reckermann (Moers) mit 2:1 besiegt hatten.

          Der 38jährige Heißsporn Ahmann konnte nicht genießen, wie ihm hunderte Zuschauer sogar auf dem Nebenplatz zehn Minuten lang Applaus spendeten. Als Geschenk zum Abschied wurde der Center Court in Ahmann-Hager-Arena umbenannt. Der von Konkurrenten und Funktionären wegen seiner Sachkenntnis geschätzte Ahmann wird sich auch weiterhin im Volleyball engagieren. „Wir haben ihn als Beach-Koordinator verpflichtet, der die Teams auf die Weltmeisterschaft nächstes Jahr in Berlin vorbereitet“, sagte Werner von Moltke, Präsident des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV).

          Am Strand besser als in der Halle

          Am Rande der Titelkämpfe vereinbarte der DVV mit Ahmann eine Zusammenarbeit auf Honorarbasis, von Juli 2005 an als fest angestellter sportlicher Direktor für den Sandsport. „Mich reizt die Aufgabe sehr“, sagte der Diplom-Ingenieur, der besonders die Arbeit mit den Heimtrainern intensiv pflegen möchte. „Wir sind im Männerbereich sehr gut aufgestellt, da ist mir nicht bange, allein bei den Frauen können wir noch zulegen.“

          Auch finanziell ist der Verband für die nächsten Jahren gut gestellt: Nach zwei fünften Plätzen in Athen wird der Beachbereich voraussichtlich in Förderstufe eins eingruppiert. „Wir stehen mit dem Beach besser da als mit der Halle. Und wir werden die Strandprofis unheimlich fördern“, sagte der ehemalige Zehnkämpfer von Moltke.

          Ein neues Nationalteam könnten auch Rieke Brink-Abeler und Hella Jurich aus Münster werden, die sich als Außenseiter den Titel sicherten. Sie setzten sich gegen die Olympia-Fünften Stephanie Pohl und Okka Rau (Hamburg) mit 2:1 (21:19, 16:21, 15:12) durch. „Jetzt trainieren wir für Peking 2008“, sagte Hella Jurich. Der dritte Platz ging an Helke Classen/Martina Stoof aus Berlin, die gegen das an Nummer eins gesetzte Nationalteam Susanne Lahme/Danja Müsch (Düren) mit 2:1 siegten. Die viermalige Meisterin Müsch wurde zum vierten Mal zur „Beachvolleyballerin des Jahres“ gekürt. Zum dritten Mal erhielt Jonas Reckermann diese Ehrung.

          Weitere Themen

          Keine Mammut-WM in Qatar Video-Seite öffnen

          Nur 32 statt 48 Teams : Keine Mammut-WM in Qatar

          Wie die Fifa bekannt gab werden bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Qatar genau so viele Teams wie in den letzten Jahren antreten. Zuvor hieß es, die Anzahl an teilnehmenden Nation sollte auf 48 Mannschaften aufgestockt werden.

          Die Erfolge des Niki Lauda Video-Seite öffnen

          Tod einer Formel-1-Legende : Die Erfolge des Niki Lauda

          Der Österreicher Niki Lauda feierte in der Formel 1 große Erfolge und ließ sich auch von Unfällen und Verletzungen nicht unter kriegen. Die rote Kappe wurde zu seinem Markenzeichen. Mit 70 Jahren ist er nun im Kreis der Familie verstorben.

          Topmeldungen

          Wahlkampfhilfe aus Thüringen: Ministerpräsident Bodo Ramelow greift Kristina Vogt, Spitzenkandidatin der Linken in Bremen, bei einem Wahlkampftermin im kleinen Stadtstaat unter die Arme.

          Die Linke in Bremen : Fundamentalopposition war einmal

          In Bremen wird gewählt, und die Linkspartei könnte hier erstmals im Westen an einer Regierung beteiligt werden. Dafür gibt sich die Partei staatstragend – doch wie hält sie es mit der Haushaltskonsolidierung in der verschuldeten Hansestadt?

          Double mit dem FC Bayern : Der Stolz des Niko Kovac

          Er musste sich die Anerkennung als Bayern-Trainer mühsam erkämpfen. Nun ist Niko Kovac am Ende seiner ersten Saison Meister und Pokalsieger. In Berlin äußert sich Karl-Heinz Rummenigge zum Münchner Dauerthema Kovac.
          Kann von seinen Youtube-Videos vermutlich gut leben: Der Influencer Rezo

          Wie Influencer Geld verdienen : Rezo, der Geschäftsmann

          Youtuber Rezo ist ein Vollprofi. Seine Attacken auf die CDU haben Millionen Menschen erreicht. Auch wenn er daran wohl nicht direkt verdient hat: Sie sind eine lohnende Investition in seine Marke.
          Bernd Lucke (l) und Hans-Olaf Henkel im Juli 2014 auf einer AfD-Pressekonferenz in Berlin

          FAZ Plus Artikel: Karriereende : Die AfD-Opas in Brüssel

          „Die Landschaft ist voller älterer Männer, die denken, ohne sie geht’s nicht“, sagt AfD-Mitgründer Hans-Olaf Henkel. Mit der Europawahl verlassen die letzten Abgeordneten aus der Gründergeneration der Partei das Europaparlament. Was bleibt?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.