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Beachvolleyball-Finale : Kraftakt und Kritik

Feuerwerk zum Schluss für Chantal Laboureur (r.) und Julia Sude Bild: dpa

Laboureur/Sude gewinnen den nationalen Titel. Auch die Welt- und Europameisterinnen kommen aus Deutschland. Doch neben Freude über die Erfolge gibt es Ärger über die Zeitpläne.

          Julia Sude hatte Geburtstag, aber vor allem Chantal Laboureur strahlte übers ganze Gesicht. „Der Titel ist ein schönes Geschenk für Julia“, sagte die 27-Jährige, nachdem sie am Samstag gemeinsam mit ihrer nun 30 Jahre alten Partnerin das Finale um die deutsche Beachvolleyball-Meisterschaft gegen Melanie Gernert und Tatjana Zautys mit 2:1 Sätzen gewonnen hatte. „Einen schöneren Saisonabschluss kann man sich nicht wünschen“, sagte das Geburtstagskind am Timmendorfer Strand.

          Es war der erste gemeinsame Titel für das nominell beste deutsche Duo, das in der Weltrangliste an Position drei geführt und im deutschen Ranking an erster Stelle gesetzt war, aber bei den großen Meisterschaften der Saison stets zusehen musste, wie ihre nationalen Konkurrentinnen die Trophäen gewannen. Laura Ludwig und Kira Walkenhorst wurden Anfang August Weltmeisterinnen, Nadja Glenzke und Julia Großner gewannen Mitte August unerwartet die Europameisterschaft, bei der Chantal Laboureur/Julia Sude immerhin Bronze holten. Und Ende August setzten sich beim World-Tour-Finale wieder Laura Ludwig und Kira Walkenhorst durch, die somit auch noch 100 000 Dollar Preisgeld neben WM-Gold aus der Saison mitnahmen.

          Beim deutschen Finale fehlte den Olympiasiegerinnen von Rio nun aber das letzte Quentchen Energie, um noch einmal zu triumphieren. „Es war einfach nicht mehr drin“, sagte Laura Ludwig nach den beiden Niederlagen gegen die später Drittplazierten Karla Borger/Margarete Kozuch sowie gegen das Überraschungsteam Gernert/Zautys. Nach den ersten Tränen der Enttäuschung über den ungewohnten fünften Platz überwog bei beiden aber der Stolz über eine herausragende Saison.

          Deutscher Meister bei den Männern wurden Tim Holler und Clemens Wickler. Das Duo gewann mit 2:1 gegen Sebastian Fuchs und Eric Stadie. „Ich bin überwältigt, wir hatten eine katastrophale Saison, haben uns aber gesteigert“, sagte Holler, der auf Weisung des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) in der nächsten Saison nicht mehr mit Wickler spielen soll. Dritte wurden Philipp-Arne Bergmann/Yannick Harms nach einem umkämpften 2:1-Erfolg über Lorenz Schümann/Julius Thole.

          Weltmeistertrainer Jürgen Wagner mit Laura Ludwig (l.) und Kira Walkenhorst: „Wer so etwas plant, hat keine Ahnung von Sport.“

          Laura Ludwigs und Kira Walkenhorsts Weltmeistertrainer Jürgen Wagner kritisierte unterdessen den straffen Turnierplan mit vier Höhepunkten binnen viereinhalb Woche: „Wer so etwas plant, hat keine Ahnung von Sport.“ Auch Laboureur/Sude hatten das komplette Programm absolviert, belohnten sich nun nach einem Kraftakt zum Abschluss mit einem großen Pokal. Allen gemeinsam ist die Vorfreude auf Urlaub. Kira Walkenhorst will sogar an den Strand: „Aber ohne Ball, einfach nur rumliegen.“

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