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Beachvolleyball-EM : Die Unersättlichen

  • Aktualisiert am

Weiter im Erfolgsmodus: Laura Ludwig (r.) und Kira Walkenhorst Bild: EPA

Das Erfolgsduo Ludwig/Walkenhorst spielt auch bei der EM makellos auf. Ein deutsches Perspektivteam überrascht – obwohl es vom Verband getrennt und aussortiert wurde.

          Noch drei Siege fehlen den Olympiasiegerinnen und Weltmeisterinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst zum nächsten großen Beachvolleyball-Titel. Das Hamburger Erfolgsduo zog am Freitag mit einem 2:0-Erfolg (22:20, 21:15) gegen die Niederländerinnen Jolien Sinnema/Joy Stubbe ins EM-Viertelfinale im lettischen Jurmala ein. Dort kommt es am Samstag zum deutschen Duell gegen das Überraschungsteam Nadja Glenzke/Julia Großner.

          Das eigentlich als deutsches Perspektivteam geltende, aber plötzlich ohne Perspektive dastehende Duo hat bei der EM in Lettland unerwartet das Viertelfinale erreicht. Glenzke/Großner entwickelten sich an diesem Freitag zu Angstgegnern der anderen deutschen Teams: sie setzten sich im Achtelfinale gegen die zwar nur nachnominierten, aber dennoch höher eingeschätzten Karla Borger und Margareta Kozuch mit 2:1 (21:23, 21:15, 17:15) durch. Zuvor hatten sie in der ersten K.o.-Runde bereits mit 2:0 (24:22, 21:16) gegen ihre Hamburger Trainingspartnerinnen Victoria Bieneck und Isabel Schneider gewonnen.

          Großner am Stützpunkt Hamburg aussortiert

          Die Leistung ist umso bemerkenswerter, da Großner zu den fünf Athleten gehört, die nach nur acht Monaten vom nationalen Verband wieder aussortiert wurden - was pikanterweise während der EM bekannt wurde. Die von den Topteams ohnehin abgelehnte und deshalb umstrittene Konzentration der Spitzenkräfte war vom Deutschen Volleyball-Verband (DVV) eigentlich als längerfristige Maßnahme angelegt. Die Berlinerin Großner hatte wie Glenzke extra ihren Lebensmittelpunkt nach Hamburg gelegt. „Ich will so einen großen Umbruch nicht halbherzig machen“, hatte sie betont.

          Nicht schulmäßig: im deutschen Volleyball wird viel Sand aufgewirbelt

          Nun soll mit der Förderung schon wieder Schluss sein, was das Verbands-Projekt abermals in ein schlechtes Licht rückt. Blockspezialistin Glenzke soll im neuen Jahr mit einer anderen Partnerin am Stützpunkt weitermachen. Auch vier Männer – Max Betzien, Tim Holler, Jonathan Erdmann und
          Armin Dollinger – wurden aussortiert.

          Hattrick für Ludwig und Walkenhorst in Aussicht

          Ungeachtet dieser Verbands-Querelen gehen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst ihren eigenen Weg konsequent weiter und peilen in Jurmala bereits ihren dritten EM-Titel in Folge nach 2015 und 2016 an. Doch das ist noch nicht mal ihr letztes Saisonziel: „Danach haben wir das Finale der Major-Serie, da möchte man auch ganz oben stehen. Und die deutsche Meisterschaft steht auch noch auf dem Plan“, sagte Ludwig: „Das sind drei Highlights.“

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          Doch die 21-jährige Nadja Glenzke und ihre 29 Jahre alte Noch-Partnerin Julia Großner müssen erst mal geschlagen werden. „Laura und Kira können ja nicht jedes Jahr Europameister werden“, sagte Glenzke mit einem Lächeln. Großner erinnerte an die knappe 1:2-Niederlage in der WM-Gruppenphase gegen die späteren Weltmeisterinnen: „Wir haben da ein gutes Spiel gegen sie gemacht und jetzt einfach nichts mehr zu verlieren.“

          Ebenfalls in der EM-Runde der letzten Acht stehen erwartungsgemäß die topgesetzten Chantal Laboureur und Julia Sude (Stuttgart/Friedrichshafen), die sich dem Verbandsdiktat ebenfalls verweigern. Sie setzten sich im Achtelfinale locker 2:0 (21:12, 21:17) gegen die Niederländerinnen Madelein Meppelink/Sophie van Gestel durch und treffen nun auf das einheimische Team Tina Graudina/Anastasija Kravcenoka.

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