https://www.faz.net/-gtl-8l8jb

Beachvolleyball : Die Konkurrentinnen geben auf

  • Aktualisiert am

Ende der Sandspiele: Katrin Holtwick (l.) und Ilka Semmler hören auf Bild: dpa

Während die Beach-Olympiasiegerinnen Ludwig/Walkenhorst weiter dominieren, hören Holtwick/Semmler auf. Auch das Team Borger/Büthe wird es nicht mehr geben.

          2 Min.

          Die Golden Girls gehen neue Ziele an - die nationale Konkurrenz dagegen macht teilweise Schluss. Während die Olympiasiegerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst bei den deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand weiter ihre Stärke demonstrieren, danach noch das Welttour-Finale in Toronto gewinnen wollen und im kommenden Jahr schon die WM in Wien im Visier haben, verabschieden sich Katrin Holtwick und Ilka Semmler in den Beachvolleyball-Ruhestand – und auch Britta Büthe hört wohl auf.

          Laura Ludwig und Kira Walkenhorst gaben in den ersten beiden Runden erwartungsgemäß keinen Satz ab, gewannen aber sogar noch deutlicher als vermutet: dem 2:0 (21:10, 21:8) gegen Stefanie Hüttermann/Lena ließen sie Weltranglistenersten ein ebenso deutliches 2:0 (21:9, 21:12) gegen die an neun gesetzten Kim Behrens und Nadja Glenzke folgen.  „Es ist auf jeden Fall schwierig, die Spannung zu halten“, sagte Walkenhorst dennoch. „Aber wir haben einfach Bock, hier zu spielen. Alle sind gegen uns besonders motiviert“, so die Rio-Gewinnerin.

          Holtwick/Semmler spielten seit 2006 zusammen, sie waren EM-Zweite 2010, Olympia-Neunte 2012 und zweimal deutsche Meisterinnen (2009, 2012). Die Krönung ihrer gemeinsamen Mühen mit einem internationalen Titel im Sand blieb ihnen dagegen verwehrt. „Wir waren immer schon dafür bekannt, dass wir viele Ups und Downs hatten, da war in jeder Saison gefühlt die ganze Palette vorhanden“, bemerkte Holtwick. Passend dazu: In ihrer letzten Spielzeit holte Duo auf der Welttour noch zwei dritte Plätze. Dafür verpasste es die angestrebte Olympia-Teilnahme in Rio knapp.

          Einen neuen Olympia-Zyklus wollen beide nicht mehr angehen. „Es wäre schwer geworden vom Ziel und von der Ausrichtung her“, sagte die 32 Jahre alte Abwehrspielerin Katrin Holtwick. Als Weltranglisten-Vierte verabschieden sie sich nun ehrenvoll von der Beachvolleyball-Bühne. „Ich wollte immer an einem Punkt aufhören, an dem ich nicht aufhören muss“, erklärte Ilka Semmler, die zum Turnierauftakt an der Ostsee ihren 31. Geburtstag gefeiert hat. Der Abschied fällt schwer, mehr als 30 Freunde und Familienangehörige sind beim letzten großen Turnier dabei.

          Das Duo Borger/Büthe wird es nicht mehr geben

          Das zweite deutsche Olympia-Ticket neben Ludwig/Walkenhorst hatten sich Karla Borger und Britta Büthe erkämpft. An der Copacabana aber spielten die Stuttgarterinnen aber unter ihren Möglichkeiten und scheiterten im Achtelfinale. Im kommenden Jahr wird es das Duo nach 37 Top-Ten-Platzierungen auf der Welttour nun nicht mehr geben.

          Ende der gemeinsamen Zeit mit Karla Borger in Sicht: Britta Büthe (r.) will ihr Studium beenden
          Ende der gemeinsamen Zeit mit Karla Borger in Sicht: Britta Büthe (r.) will ihr Studium beenden : Bild: dpa

          Die 28 Jahre alte Britta Büthe will ihr Masterstudium in Lebensmitteltechnologie vorantreiben. Sie wollte ihren Kariere-Abschied zwar noch nicht offiziell bestätigen. Doch sie fand deutliche Worte über das derzeitige System im deutschen Spitzenbereich, wo die Duos als einzelne kleine Beachvolleyball-Unternehmen mit Trainern und Betreuern unterwegs sind. „Der Verband kann dankbar sein, dass er solche Athleten hat, die so viel Geld, Zeit und Organisation reinstecken, um sich selbst ein Team aufzubauen“, sagte sie.

          Die Olympiasiegerinnen Ludwig und Walkenhorst hätten dies „in allerhöchster Perfektion geschafft“. Es werde allerdings immer schwieriger, „Leute zu finden, die so ein Risiko eingehen“, so Büthe: „Es gibt keine Absicherung, etwa wenn es Verletzungen gibt.“ Dazu müsse man auf andere Ausbildungen und Studien verzichten. Deshalb sei es wichtig, „dass sich die Strukturen verändern“, meinte die Stuttgarterin.

          Scheinbar hat der Deutsche Volleyball-Verband die Zeichen erkannt. Er will den Athleten in Timmendorfer Strand ein neues Modell der Spitzenförderung am Beach vorstellen.

          Weitere Themen

          „Hanna, lauf einfach!“

          Leichtathletin Klein bei EM : „Hanna, lauf einfach!“

          Die zwei deutschen Leichtathleten mit ihren Silbermedaillen bei der Hallen-EM sind nicht ganz glücklich. Läuferin Hanna Klein indes wird nach einem wilden Rennen Dritte – und hat Tränen in den Augen.

          Die große Show des Robert Lewandowski

          FC Bayern besiegt Dortmund : Die große Show des Robert Lewandowski

          Das Topspiel der Bundesliga wird zur Bühne der Torjäger. Haaland trifft früh doppelt für den BVB, doch die Bayern sind am Ende wieder stärker. Denn Lewandowski schießt noch mehr Tore als Haaland.

          Topmeldungen

          Chinesische Soldaten in Peking

          Rüstung : Verteidigungsministerium warnt vor Bedrohung durch China

          Zwei Millionen Soldaten, rund 6850 Kampfpanzer und die weltweit größten konventionellen Raketenpotentiale: Mit seinem Militär versuche China, die internationale Ordnung entlang eigener Interessen zu ändern, warnt das Verteidigungsministerium. Auch Russland bleibe eine Gefahr.
          Der Afroamerikaner Jaques DeGraff lässt sich im Februar in New York gegen das Corona-Virus impfen.

          Impfung gegen Corona : Die alte Angst der Afroamerikaner

          In den Vereinigten Staaten lassen sich deutlich weniger Afroamerikaner impfen als Weiße. Das liegt auch an Erfahrungen, die Schwarze mit Gesundheitsbehörden gemacht haben. Viele kennen noch das Verbrechen von „Tuskegee“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.