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Beachvolleyball : Der Streit am Strand eskaliert

Kampfstark auf dem Court, machtlos hinter den Kulissen: Karla Borger (l.) und Margareta Kozuch Bild: Picture-Alliance

Karla Borger und Margareta Kozuch werden vom deutschen Verband nicht für das Beachvolleyball-Turnier in Rio gemeldet, obwohl Leistungsvermögen und Weltranglistenplatz für sie sprechen.

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          Als Karla Borger und Margareta Kozuch beim nationalen Beach-Cup in Münster am Sonntag das kleine Finale gewonnen hatten, lachten und weinten sie beide gleichzeitig. Der Streit mit dem Deutschen Volleyball-Verband (DVV) hatte ihnen zugesetzt, mehr als die Strapazen des Turniers. Gleichwohl sie sich am Ende über den dritten Rang freuen konnten, belastete sie der Machtkampf mit den Funktionären umso mehr.

          Der DVV versucht seit Anfang des Jahres, die Nationalteams am Standort Hamburg zu zentralisieren. Borger/Kozuch hatten sich allerdings schon im Herbst mit eigenem Team und neuem Trainerstab formiert. Sie wollen sich dem zentralistischen Prinzip nicht unterordnen, ebenso wenig übrigens wie die Olympiasiegerinnen Laura Ludwig/Kira Walkenhorst und die in der Weltrangliste unter den Top-Five geführten Chantal Laboureur/Julia Sude. Während Ludwig/Walkenhorst allerdings einen Sonderstatus genießen, und im Fall Laboureur/Sude noch kein abschließendes Urteil gefällt ist, ob die beiden weiter als „Nationalteam“ geführt und entsprechend gefördert werden, erteilte der Verband dem neuformierten Team Borger/Kozuch schon im Frühjahr eine Absage.

          Nun eskalierte der Machtkampf aber weiter und führte dazu, dass der Verband das autonome Team im Gegensatz zu den beiden anderen nicht mal für das am 17. Mai beginnende Welttour-Turnier in Rio de Janeiro meldete. Über die Nominierung entscheidet jeweils ein Gremium aus Bundestrainern und Sportdirektor, wobei dieser Posten im Beach-Bereich nicht mal besetzt ist. Für das Vier-Sterne-Turnier an der Copacabana wurden nun neben Ludwig/Walkenhorst und Laboureur/Sude noch Victoria Bieneck und Isabel Schneider sowie Julia Großner und Nadja Glenzke nominiert, die den Vorgaben entsprechend in Hamburg trainieren. „Wir haben nun mal nur vier Spots. Und die vergeben wir bevorzugt an unsere Nationalteams", erklärte DVV-Generalsekretär Jörg Ziegler dem Online-Portal beach-volleyball.de.

          Grund zur Freude: In Münster belegten Kozuch/Borger am Wochenende den dritten Rang.
          Grund zur Freude: In Münster belegten Kozuch/Borger am Wochenende den dritten Rang. : Bild: Picture-Alliance

          Das aktuelle Leistungsvermögen gab offenbar nicht den Ausschlag. Denn während Borger/Kozuch am Wochenende als einziges Duo sogar gegen die späteren Siegerinnen Ludwig/Walkenhorst in der Vorrunde gewannen (21:17/30:28), waren Bieck/Schneider im Duell mit den Olympiasiegerinnen chancenlos. Und Großner/Glenzke schieden nach nur einem Sieg aus drei Spielen schon am ersten Tag aus.

          Auch nach der aktuellen Weltranglistenposition würden Borger/Kozuch zu den vier deutschen Top-Teams gehören. Sie kündigten trotz der Enttäuschung über ihre Nichtnominierung an, dennoch nach Rio fliegen zu wollen. Die beiden hatten die Reise nämlich längst geplant und gebucht. Nun wollen sie zumindest ein hochwertiges Trainingslager mit internationalen Spitzenpartner abhalten. Zudem hoffen sie noch auf „eine höhere Macht“, die ihnen eine Wildcard verschafft.

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