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Basketball-Niederlage : „Ich hätte es auch besser machen können“

  • Aktualisiert am

Bester deutscher Korbschütze, aber am Ende nicht mehr so treffsicher: Dennis Schröder Bild: dpa

Die deutschen Basketballer um NBA-Star Schröder kassieren eine unerwartete Niederlage gegen Japan. Nun treffen sie auf die starken Australier, die soeben für eine Sensation sorgten.

          Die deutschen Basketballer um NBA-Star Dennis Schröder haben einen Stimmungsdämpfer vor der Schlussetappe auf dem Weg zur Weltmeisterschaft nach China hinnehmen müssen. Im vorletzten WM-Test verlor das Team von Bundestrainer Henrik Rödl am Samstag in der Olympia-Arena von Saitama mit 83:86 (42:35) gegen Japan. Bei der ersten Niederlage im sechsten Vorbereitungsspiel war Schröder mit 16 Punkten noch bester deutscher Werfer. In hitziger Atmosphäre vor 18.355 Zuschauern kam Deutschland vor allem aus dem Dreipunktebereich mit 25,6 Prozent auf eine schwache Trefferquote.

          „Wir haben wieder einen Schritt nach vorne gemacht. Im dritten Viertel haben wir einen sehr guten Job gemacht als Team. Dann haben wir offene Würfe daneben geworfen“, sagte Schröder der Deutschen Presse-Agentur. „Am Ende haben wir keine Dreier getroffen. Ich hätte es auch besser machen können.“

          Für eine erfolgreiche Generalprobe muss nun eine deutliche Leistungssteigerung her. Am Mittwoch geht es in Jiangmen gegen Australien, das am Samstag aufhorchen ließ. Vor der Rekordkulisse von 52.079 Zuschauern in Melbourne gewannen die „Boomers“ gegen den Weltmeister aus den Vereinigten Staaten 98:94 (48:49). Für die Australier war es der erste Sieg überhaupt gegen die Amerikaner. Patty Mills vom NBA-Klub San Antonio Spurs war mit 30 Punkten bester Werfer für Australien. 

          Entwarnung bei Maodo Lo

          Bei der deutschen Mannschaft hatte es vor dem Spiel gegen Japan leichte Entwarnung bei Maodo Lo gegeben. Der Point Guard, der sich am Vortag an gleicher Stelle im Test gegen Tunesien (89:70) am Knöchel verletzt hatte, war beim Aufwärmen dabei, stand aber nicht im Aufgebot. Für den Profi von Bayern München rückte Isaac Bonga (Washington Wizards) in den 12-köpfigen Kader.

          Rödl setzte auf die gleiche Starting Five wie gegen die Nordafrikaner. Neben Schröder begannen Daniel Theis, Maxi Kleber, Paul Zipser und Ismet Akpinar. Rödl wechselte in der Folge viel, der Spielfluss blieb erhalten. Wie schon gegen Tunesien hatte das Team Probleme mit dem besten Spieler des Gegners. Rui Hachimura, im Juni vom NBA-Klub Washington Wizards an Nummer neun gedraftet, ließ die deutsche Abwehr ein ums andere Mal schlecht aussehen und kam auf 31 Punkte. Tags zuvor hatte Salah Mejri 30 Punkte gegen die Deutschen gemacht.

          Vorn lief das Spiel, nur die Dreier fielen nicht. Dennoch setzte sich die deutsche Mannschaft Ende des ersten Viertels ab und hatte die Japaner im Griff. Nach der Pause sah das allerdings anders aus, WM-Teilnehmer Japan kam mit einem Lauf wieder heran, das DBB-Team war zeitweise zu unaufmerksam und ließ gleichzeitig zu viel liegen.

          Die Fehler häuften sich, das Spiel drohte zu kippen. Während die Japaner um Topscorer Hachimura und Yuta Watanabe von den Memphis Grizzlies immer besser wurden, fiel den Gästen trotz ihrer vielen Optionen streckenweise wenig ein. Auch Schröder schaffte es in dieser Phase nicht, das Spiel mit seiner individuellen Klasse an sich zu reißen. 1:45 Minuten vor Schluss gingen die Japaner in Führung (82:81), danach hatten die Gäste keine Antwort mehr parat.

          Australien zu den Titelanwärtern geadelt

          Das Team aus „Down Under“ ist am kommenden Mittwoch in Jiangmen der letzte Testspielgegner der deutschen Mannschaft. Bei der WM wird das australische Team von dem amerikanischen Coach Gregg Popovich explizit in den Kreis der Titelanwärter gehoben. „Sie gehören zu den Mannschaften, die das Ding gewinnen können, ohne Zweifel“, sagte der 70-Jährige über die Australier.  

          Amerikas Mitchell im Bodenkampf gegen Australiens Bogut: Unerwartete Niederlage

          Das erste Aufeinandertreffen der beiden Teams hatten am Donnerstag die Amerikaner noch deutlich mit 102:86 für sich entschieden. Das letzte Testspiel für den Titelverteidiger steht am Sonntag in Sydney gegen Kanada auf dem Programm.  Die Amerikaner müssen auf der Mission, bei der WM zum dritten Mal in Serie den Titel zu holen, auf zahlreiche Stars wie James Harden oder Anthony Davis verzichten, die sich mit Verweis auf kommende Aufgaben in der NBA aus dem Kader zurückgezogen hatten.

          Die Australier waren schon mal stolz über ihren Prestige-Erfolg vor eigenem Publikum: „Die Unterstützung war unglaublich. Wir sind sehr stolz, diese Fans repräsentieren zu können“, sagte Mills: „Das war ein weiterer Baustein für uns, wir gehen es Schritt für Schritt an. Es ist schön, den Fortschritt zu sehen.“ 

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