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Basketball-Sieg gegen Kanada : Schröder mit Wut im Bauch

Angeführt von Dennis Schröder (Mitte) gelingt den deutschen Basketballern im letzten WM-Spiel ein Sieg gegen Kanada. Bild: EPA

Mit einem Sieg gegen Kanada verabschiedet sich Deutschland von der Basketball-WM. Immerhin ein Lichtblick mildert die Enttäuschung über das schlechteste Abschneiden bei einem Weltturnier.

          2 Min.

          Paul Zipser, so schien es, hatte nach 22 Spielminuten genug davon, wie die deutsche Nationalmannschaft bei der Basketball-Weltmeisterschaft in China auftrat. Zwei Mal schlug er seinen kanadischen Gegenspielern bei deren Korblegern auf den Arm, zwei Mal innerhalb von 37 Sekunden pfiffen die Schiedsrichter: unsportliches Foul. Der Profi des FC Bayern München musste die Halle verlassen und erlebte die letzten 18 Minuten des glanzlosen 82:76-Sieges seiner Mannschaft in der Kabine.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Das passte zur Lustlosigkeit, die seine Mannschaft ausstrahlte, seit sie in der Vorrunde Frankreich und der Dominikanischen Republik unterlag und sich mit Siegen über Jordanien, Senegal und eben Kanada für eines der Qualifikationsturniere qualifizierte, das sie doch noch zu den Olympischen Spielen 2020 nach Tokio bringen soll. Diesen Eindruck mangelnder Spielfreude konnten die Nationalspieler auch bei ihrem Abschied von der WM nicht wett machen.

          Aufbauspieler Dennis Schröder hatte vor der Partie, angesprochen auf die Kritik in der Heimat, laut Sportinformationsdienst gesagt: „Ich spiele immer noch für mein Land, egal, ob sie mich kritisieren oder nicht. Wenn ich fit bin, alles gut läuft und ich Zeit dafür habe, dann spiele ich. Wenn nicht, dann nicht.“ Am Montag erzielte er 21 Punkte, gab 9 Assists und holte 10 Rebounds. Maxi Kleber beeindruckte mit 20 Punkten und eindrucksvoller Verteidigung. „Wir wissen alle, dass wir nicht da sind, wo wir sein wollen. Auf der anderen Seite haben wir gezeigt, dass wir in die richtige Richtung gehen“, sagte Bundestrainer Henrik Rödl laut Sportinformationsdienst: „Gegen eine gute Mannschaft zu gewinnen, ist ein guter Abschluss.“

          Zwei unsportliche Fouls binnen 37 Sekunden: Paul Zipser musste das Ende des Spiels in der Kabine erleben
          Zwei unsportliche Fouls binnen 37 Sekunden: Paul Zipser musste das Ende des Spiels in der Kabine erleben : Bild: dpa

          Doch auch seinen beiden Besten gelang es lediglich zeitweise, etwa als sie im dritten Viertel die Partie drehten und von 41:52 auf 63:56 davonzogen, ein überzeugendes Mannschaftsspiel aufzuziehen. Das Team beendet die WM auf Platz 18. Mannschaftskapitän Robin Benzing kam auf 12 Punkte, Johannes Voigtmann auf 8 und Zipser auf 7.

          Aus der kanadischen Auswahl von Meistercoach Nick Nurse, Champion der NBA mit den Toronto Raptors, sowie dem Frankfurter Meistertrainer aus der Bundesliga, Gordon Herbert, ragte Khyle Witjer mit 18 Punkten heraus, für die er allerdings 19 Würfe brauchte, sowie Khem Birch mit 15 Punkten.

          Schröder spielte nicht nur wegen der durchwachsenen Leistung der Nationalmannschaft mit Wut im Bauch. Beim Bundesliga-Klub Braunschweig wurde, wie er angeblich erst in China erfuhr, sein Entdecker und Mentor Liviu Calin als Co-Trainer entlassen. Dies sei eine Schande, schimpfte Schröder, und werde Konsequenzen haben. Er ist finanziell an dem Klub beteiligt. Der Klub teilte mit, Schröder sei frühzeitig informiert worden.

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