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Basketball-WM : Plötzlich unbeschwertes deutsches Team

Lufthoheit: Dennis Schröder (r.) gegen Jordanien Bild: dpa

Im dritten Versuch gelingt den deutschen Basketballern bei der WM in China der erste Sieg. Gegen Jordanien haben Dennis Schröder und Co. wenige Probleme. Somit dürfen sie weiter auf Olympia hoffen.

          2 Min.

          Mit dem höchsten WM-Sieg in ihrer Geschichte hat sich die deutsche Basketball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in China zurückgemeldet. Doch mit dem 96:62 über Jordanien vom Donnerstag in Shenzhen ist nichts gewonnen außer, vielleicht, ein wenig Selbstvertrauen und Unbeschwertheit. Die Niederlagen gegen Frankreich und die Dominikanische Republik jedenfalls haben dafür gesorgt, dass diese letzte Begegnung der Vorrunde die erste von drei ist, welche das Team um Aufbauspieler Dennis Schröder gewinnen muss, will es im Juni nächsten Jahres an einem der Qualifikationsturniere für die Olympischen Spiele von Tokio 2020 teilnehmen. Samstag und Montag geht es in Schanghai gegen Kanada und Senegal, die am Donnerstag 82:60 gegeneinander spielten.

          Michael Reinsch

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          „Heute war ein gutes Spiel“, sagte Schröder, als er als bester Spieler der Partie ausgezeichnet wurde. „Wir haben noch ein Ziel: Wir wollen uns für Olympia qualifizieren.“ Die Unbeschwertheit vergangener Tage schien zurück zu sein; zeitweise spielte die deutsche Auswahl gegen die überforderten Jordanier hinreißend. Deren erfolgreichster Werfer war Ahmad al Dwairi mit 17 Punkten. Schröder bestritt gegenüber dem Sender Magentasport, mannschaftsdienlicher eingestellt gewesen zu sein als zuvor: „Ich spiele mein Spiel, oder ich spiele gar nicht.“

          Kleber glänzte

          Die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Lediglich sechs Würfe nahm er aus dem Feld, kam in den knapp 25 Minuten, die er spielte, auf zehn Punkte und elf Assists (von insgesamt 29 der Mannschaft). Erfolgreichster Werfer war dadurch mit 18 Punkten Maxi Kleber, der noch im Spiel gegen die Dominikanische Republik nicht ein einziges Mal zum Wurf gekommen war. Ihm folgten Danilo Barthel mit zwölf und Paul Zipser mit elf Punkten. In den vorhergehenden Spielen hatte Schröder dominiert. Er spielte deutlich länger (36 und 34 Minuten), warf drei Mal so häufig (19 und 18) und erzielte so trotz schlechter Trefferquote (37 und 28 Prozent) 23 und 20 Punkte.

          „Ich wusste, dass die Mannschaft gut reagieren würde“, sagte Bundestrainer Henrik Rödl. Wie in den beiden enttäuschenden Spielen zuvor ließ er Schröder und Ismet Akpinar (sieben Punkte), Daniel Theis (sieben), Zipser und Kleber beginnen, setzte aber, anders als zuvor, jeden seiner zwölf Spieler ein. Er spüre bei ihnen eine Mischung aus Enttäuschung, Wut und neuem Fokus, sagte der Coach. Die Olympia-Qualifikation sei eine sehr würdige Aufgabe.

          Insbesondere Kleber, der sich als Verteidigungs-Spezialisten beschrieb, glänzte. Zusätzlich dazu, dass er gegnerische Würfe blockte, traf er drei Dreier, ließ sich im Flug am Korb anspielen, was er einmal zu einem einhändigen Dunk nutzte, ein andermal, leider vom Schiedsrichter abgepfiffen, zu einem Treffer hinter dem Rücken. Auch Zipser zeigte Spielfreude und nutzte einen seiner zwei Ballgewinne zu einem spektakulären Solo übers Spielfeld zu Korb und Treffer. Übertroffen wurde er darin noch von Schröder, der nach Einwurf vier Sekunden vor der Halbzeitpause bei einem Spurt durch die gegnerische Hälfte einige Gegenspieler umkurvte und den Ball zirkusreif in einer hohen Flugkurve versenkte. Zu den Schwächen des Spiels gehört, dass die Deutschen im zweiten Viertel neun von elf Punkten Vorsprung verspielten. Diesmal war das kein Beinbruch.

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