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Amerikanisches Desaster : Pop, das wütende Genie

  • -Aktualisiert am

Das war nichts: Gregg Popovic (Zweiter von links) und seine amerikanische WM-Auswahl Bild: EPA

Kein Coach hat in der NBA mehr Spiele gewonnen als Gregg Popovich. Keiner bekommt von Superstars mehr Respekt. Dann machte die WM Popovich zur „Niete“. Die Hintergründe.

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          Ein paar Tage vor Beginn seines bedeutendsten Turniers veröffentlichte der internationale Basketballverband eine Tabelle, die das Leistungsbild aller 32 teilnehmenden Nationen beschreiben sollte. Die Fiba-Liste, genannt „Power Rankings“, wirkte rein oberflächlich nicht sehr überraschend. In die untersten Schubladen hatte man die Vertreter aus Jordanien und der Elfenbeinküste einsortiert, weil man in ihnen nicht mehr als Trainingspartner für die ambitionierten Teams sah. Und auf Platz eins stand einer der üblichen Verdächtigen. Die Vereinigten Staaten seien die „heißen Favoriten“, die aller Voraussicht nach im Finale auf Serbien treffen würden. Das Team hatte man auf den zweiten Platz gesetzt.

          Am Donnerstag trafen die beiden Mannschaften tatsächlich aufeinander – allerdings in einer Begegnung minderer Bedeutung. Es ging nur noch darum, wer der beiden am Samstag um Platz 5 spielen durfte. Und wer um Platz 7. Gregg Popovich, der Trainer der Amerikaner, Sohn eines serbischen Vaters und einer kroatischen Mutter und mit seinen 70 Jahren, schlohweißen, struppigen Haaren und dem weißen Bart so etwas wie ein Elder Statesman des amerikanischen Basketballs, war denn auch nicht besonders gut gelaunt. „Wir sind zwei Scheißnieten“, sagte er zu seinem serbischen Kontrahenten Aleksandar Đorđevič. Vierzig Spielminuten später war geklärt, wer von beiden Teams als der größere Verlierer aus China nach Hause fliegt: die Vereinigten Staaten, die vorher im Viertelfinale mit einem soliden Zehn-Punkte-Rückstand von Frankreich abgefertigt worden waren.

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