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Basketball : NBA-Finale: Philadelphia besiegt die „Unbezwingbaren“

  • -Aktualisiert am

Staunende Statisten: Allen Iverson düpiert die Lakers Bild: dpa

Große Überraschung im Play-Off-Finale der NBA: Die Philadelphia 76ers gewannen bei den favorisierten Los Angeles Lakers mit 107:103 nach Verlängerung.

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          Der Kleinste hat die Größten unsanft aus allen Träumen gerissen. Mit einer brillanten Ein-Mann-Show hat der 1,83 m große Allen Iverson in der Nacht zum Donnerstag im ersten Playoff- Finale der nordamerikanischen Basketball-Profi-Liga (NBA) die Philadelphia 76ers bei den Los Angeles Lakers nach fünfminütiger Verlängerung zum 107:103-Erfolg geführt.

          Der Durchmarsch des als unschlagbar geltenden Titelverteidigers fand damit ein unerwartetes Ende. Die Lakers hatten seit dem 1. April in acht Vorrunden- und elf Playoff-Spielen nicht verloren. Sie wollten als erstes NBA-Team ohne Niederlage das Championat gewinnen.

          „Keiner hat auf uns gezählt. Doch genau das war unsere Droge. Wir wussten, dass wir gewinnen können - wenn wir kämpfen, kämpfen, kämpfen“, erklärte Iverson die Erfolgsformel der Sixers.

          Iverson war nicht zu stoppen, Bryant katastrophal

          Der „wertvollste Spieler“ der Saison mit dem bezeichnenden Spitznamen „The Answer“ gab dabei auf dem Parkett die passenden Antworten. In der ersten Halbzeit, als er 30 Punkte erzielte, ließ sich der quirlige Guard von keinem Gegenspieler stoppen. Als er im zweiten Abschnitt von Tyronn Lue speziell beschattet wurde, kam er zwar nicht mehr ganz so zum Zuge. Doch die spielentscheidende Körbe erzielte er trotzdem. 106 Sekunden vor der Schlusssirene in der Nachspielzeit entschied er nach einem Rückstand von 96:99 mit sieben Punkten in Folge für sein Team das Spiel.

          Die Lakers hatten souverän begonnen. Als sie nach acht Minuten mit 21:9 führten, schien die Partie den prognostizierten Verlauf zu nehmen. Doch die Gastgeber, deren letztes Playoff-Spiel zehn Tage zurücklag, kamen danach völlig aus dem Rhythmus.

          Kobe Bryant erwies sich als Totalausfall: Nur 15 Punkte und eine der schlechtesten Leistungen seiner Karriere. 19 Sekunden vor Ablauf der normalen Spielzeit hätte er die Partie entscheiden können. Doch er verlor den Ball, so dass es beim Stand von 94:94 in die Verlängerung ging. Noch katastrophaler trat der zweite Guard Derek Fisher auf, der nicht einmal traf. Einzig Shaquille O'Neal (44 Punkte) bewies sein Können. Doch allein war der Hüne gegen Iverson und Co. machtlos.

          Lakers schockiert und kleinlaut

          Die Lakers, die von den US-Medien vor der Endspiel-Serie schon auf den Thron gehoben worden waren, gaben sich nach der Niederlage ungewöhnlich kleinlaut. Möglicherweise schwant ihnen Schlimmes. Der Lakers-Jahrgang von 1989 war auch durch die ersten drei Playoff-Runden mit elf Siegen marschiert. Als es dann aber um den Titel ging, wurde der Favorit von den Detroit Pistons vier Mal vorgeführt.

          „Unsere Serie war großartig. Doch nun wird es Zeit, dass wir zu unserem Business zurückkehren und wir Basketball spielen“, befand Lakers-Headcoach Phil Jackson. Am Freitag im zweiten Duell der „best of seven“-Serie hat sein Team wieder Heimrecht.

          Sein Sixers-Kollege Larry Brown sprach von einem unerwarteten Erlebnis und meinte: „Jetzt werden wir auch herausfinden, wie wir die Serie erfolgreich beenden können.“ Für den Coach gab es an diesem Abend aber noch wichtigere Erfolgserlebnisse: Seine Tochter hatte ihn während des Spiels zum Großvater gemacht.

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